Anfang 2026 ist Ressourcennationalismus bei kritischen Mineralien die prägende strategische Verschiebung des Jahrzehnts und verändert Allianzen und Verteidigungsstrategien. China kontrolliert über 60% des raffinierten Lithiums und Kobalts sowie rund 80% des batterietauglichen Graphits und der Seltenen Erden. Die USA starteten FORGE – eine plurilaterale Koalition mit koordinierten Preisuntergrenzen. Das Ministertreffen im Februar 2026 in Washington D.C. war ein Wendepunkt: 54 Nationen unterzeichneten an einem Tag 11 neue bilaterale Lieferabkommen.
Der Wettlauf um Lieferketten für Seltene Erden geht über den Bergbau hinaus zur Kontrolle von Raffination, Verarbeitung und Magnetproduktion. Ressourcennationalismus steigt: Indonesien kürzte Nickelquoten, Chile und Peru dominieren Kupfer, die DR Kongo führte Kobaltquoten ein, Vietnam verbot Exporte Seltener Erden. Dies verändert die Sicherung von Lithium, Kupfer, Kobalt und Graphit für Elektrofahrzeuge, Verteidigung und KI-Hardware.
Was ist Ressourcennationalismus bei kritischen Mineralien?
Ressourcennationalismus bezeichnet staatliche Kontrolle über natürliche Ressourcen durch Exportbeschränkungen, Verarbeitungsauflagen, Verstaatlichung oder erzwungene Partnerschaften. 2026 umfasst dies Chinas 15. Fünfjahresplan, der etwa 90% der Verarbeitung Seltener Erden und 60% der Lithiumkonversion festigt. Das EU-Gesetz über kritische Rohstoffe setzt Ziele von 10% heimischer Gewinnung, 40% Verarbeitung und 25% Recycling bis 2030; Produzenten wie Indonesien und Chile verlangen mehr Verarbeitung im Inland.
Die FORGE-Koalition und Projekt Vault
Beim Ministertreffen am 4. Februar 2026 starteten US-Außenminister Marco Rubio und Vizepräsident JD Vance FORGE als Nachfolger der Minerals Security Partnership. Unter Vorsitz Südkoreas soll FORGE zwei Drittel der Weltwirtschaft abdecken – mit Präferenzzone, Preisuntergrenzen und anpassbaren Zöllen. Die USA unterzeichneten 11 neue bilaterale Abkommen mit Argentinien, Marokko, Peru, den Philippinen, den VAE, Großbritannien u.a., insgesamt 21 Deals in fünf Monaten, und mobilisierten über 30 Mrd. Dollar.
Zentral ist Projekt Vault, eine öffentlich-private Partnerschaft über 12 Mrd. Dollar, gestützt auf ein 10-Mrd.-Darlehen der US-Export-Import-Bank und fast 2 Mrd. Privatkapital. Am 2. Februar 2026 angekündigt, schafft Projekt Vault die strategische US-Reserve für kritische Mineralien, mit Partnern wie GE Vernova, Boeing, GM und Clarios. Es soll US-Hersteller vor Versorgungsschocks schützen; Kritiker warnen vor 'waffenähnlicher Bevorratung'.
Chinas Reaktion und das globale Schachbrett
China nutzt temporäre Exportkontrollen, um Preismacht zu sichern und westliche Investitionen abzuschrecken. Die Beschränkungen vom Oktober 2025 für Seltene Erden und Lithiumbatteriematerialien lösten außerhalb Chinas Preissteigerungen bis zum Sechsfachen aus; europäische Genehmigungsquoten fielen teils unter 25%. Peking setzte einige Kontrollen bis November 2026 aus – eine taktische Pause. Chinas Exportkontrollen für kritische Mineralien drängen Japan, die EU, Indien und Golfstaaten zur Diversifizierung. Saudi-Arabien und die VAE investieren über 100 Mrd. Dollar, Indien schloss Partnerschaften mit Brasilien und verhandelt ein CEPA mit Chile.
Auswirkungen auf Energiewende und KI-Hardware
Die konzentrierte Lieferkette bedroht Netto-Null-Ziele. Die IEA prognostiziert, dass sich die Nachfrage bis 2040 fast verdoppelt, Lithium +350%, Graphit +130%. Für Lieferketten für KI-Hardware sind Seltene-Erden-Magnete und Gallium essenziell für Halbleiter, Robotik und Verteidigung. UNCTAD warnt vor einem Zeitfenster von 12–18 Monaten zur Diversifizierung, bevor Chinas Verarbeitungsdominanz zementiert wird; neue Raffinerien brauchen 5–10 Jahre. Der Wiederaufbau unabhängiger Alternativen könnte 20–30 Jahre dauern. Die Sicherung von Mineralien für die Energiewende ist jetzt außenpolitische Priorität.
Expertenmeinungen
„Der internationale Markt für kritische Mineralien versagt derzeit“, sagte Vizepräsident JD Vance und verwies auf brüchige, hochkonzentrierte Lieferketten. Rubio nannte Diversifizierung globale Priorität. Analysten des Atlantic Council betonen, FORGE verschiebe die US-Politik zu plurilateraler Koordination.
FAQ
Was ist FORGE bei kritischen Mineralien?
FORGE (Forum on Resource Geostrategic Engagement) ist eine US-geführte plurilaterale Koalition, gestartet Februar 2026 als Nachfolger der Minerals Security Partnership. Sie schafft eine Präferenzzone mit Preisuntergrenzen für 54 Nationen.
Wie viel der Seltenen Erden kontrolliert China?
China kontrolliert etwa 90% der Verarbeitung Seltener Erden, 80% des batterietauglichen Graphits und über 60% von raffiniertem Lithium und Kobalt (UNCTAD/IEA 2026).
Was ist Projekt Vault?
Projekt Vault ist eine 12-Mrd.-Dollar-Reserve für kritische Mineralien der USA, gestartet Februar 2026, gestützt auf ein 10-Mrd.-EXIM-Darlehen und private Investitionen.
Warum steigt Ressourcennationalismus 2026?
Produzentenländer wie Indonesien, Chile und die DR Kongo nutzen Exportkontrollen und Verarbeitungsauflagen, während Großmächte Versorgungssicherheit suchen.
Fazit und Ausblick
Das Schachbrett der kritischen Mineralien bestimmt, welche Nationen Energiewende und KI-Revolution antreiben. Bei einem Zeitfenster von 12–18 Monaten hängt der Erfolg von FORGE, dem EU-Gesetz und Projekt Vault davon ab, Vereinbarungen in Minen, Raffinerien und Reserven zu verwandeln. Scheitern droht, eine von China dominierte Lieferkette zu zementieren.
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