In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern haben am Sonntag, dem 20. September 2026, die Landtagswahlen begonnen. Rund fünf Millionen Wähler stimmen ab und könnten über die politische Zukunft von Bundeskanzler Friedrich Merz entscheiden. Umfragen sehen seine CDU in beiden Ländern auf schmerzhaften Verlusten – nur zwei Wochen nach dem Erdrutschsieg der rechtsextremen AfD in Sachsen-Anhalt.
Worum geht es bei den Landtagswahlen 2026?
Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sind nicht die größten Regionen Deutschlands, doch das Ergebnis hat nationale Tragweite. Die Abstimmung folgt auf den AfD-Erdrutschsieg in Sachsen-Anhalt am 6. September, als die rechtsextreme Partei 43,8 Prozent erreichte – ihr stärkstes Landesergebnis seit der Wiedervereinigung –, während die CDU auf 17,2 Prozent abstürzte. Seitdem dominiert die Spekulation über eine Ablösung von Merz die deutsche Politik, lokale CDU-Verbände distanzieren sich offen vom Kanzler.
Mecklenburg-Vorpommern: schlechtestes CDU-Ergebnis droht
In Mecklenburg-Vorpommern, lange Heimatland von Angela Merkel, steuert die CDU auf ihr schlechtestes Landtagswahlergebnis überhaupt zu. Umfragen sehen sie bei nur 6 bis 7 Prozent – gefährlich nahe an der Fünf-Prozent-Hürde. Das Rennen ist ein Zweikampf zwischen AfD und SPD; lokale Funktionäre machen aber auch die Unzufriedenheit mit Merz verantwortlich.
Warum lokale CDU-Mitglieder Merz die Schuld geben
Merz wurde aus dem Wahlkampf herausgehalten, und in Mecklenburg-Vorpommern distanzierte sich die CDU aktiv von ihrem Bundesvorsitzenden. Das spiegelt die politische Krise um Friedrich Merz wider, die Berlin seit Juli beherrscht, als ein Personalskandal um Unionsfraktionschef Jens Spahn erste Gespräche über eine Kanzlerablösung auslöste.
Berlin: zersplittertes Rennen ohne klaren Favoriten
In Berlin stellt die CDU derzeit den Regierenden Bürgermeister, doch Amtsinhaber Kai Wegner tritt nach falschen Aussagen zu seinem Umgang mit einem großen Stromausfall zurück. Vier Parteien liegen zwischen 16 und 21 Prozent, Die Linke führt knapp. Sogar die AfD könnte in der Hauptstadt stärkste Kraft werden. Eine Koalition aus Linken, Grünen und SPD gilt als realistisch – ein weiterer Prestigeverlust für Merz' Partei.
Merz' Überleben und das Parteitreffen um 17 Uhr
Merz weiß, dass er in der Ecke steht. Der CDU-Bundesvorstand kommt um 17 Uhr in Berlin zusammen, darunter die acht Ministerpräsidenten der Länder. Berichten zufolge will Merz seine Vertrauten in die Augen sehen und um Vertrauen bitten. Die Frage lautet, wie deutsche Medien es formulieren, stützen oder stürzen. Die mächtigen Ministerpräsidenten gelten als die einzige Gruppe, die ihn zum Rücktritt drängen könnte – dafür müssten sie geschlossen handeln.
SPD-Vize Alexander Schweitzer lieferte einen Fußballvergleich: Wenn ich Fußballtrainer wäre und der Vorstand sagen würde, dass er mich so halten will, würde ich schon darüber nachdenken, wo ich meine Tasche hinstelle. Heute Abend wird sich eine gewisse Dynamik entwickeln, sagte ein anonymer CDU-Landesvorsitzender der Welt.
Wie geht es weiter?
Selbst wenn die Parteiführung heute Abend Unterstützung signalisiert, ist Merz nicht sicher. Im Sommer stützte die CDU zunächst auch den bedrängten Spahn, bis Druck an der Basis ihn zum Rückzug zwang. Merz hat eine geplante USA-Reise abgesagt, um mit seiner Bundestagsfraktion zu sprechen. Beobachter verweisen auf die Szenarien eines Kanzlerwechsels in der CDU, darunter Rücktritt oder Vertrauensvotum. Die Wahllokale schließen um 18 Uhr, Prognosen folgen sofort, vorläufige Ergebnisse über Nacht.
FAQ
Wann schließen die Wahllokale?
Am 20. September 2026 um 18 Uhr Ortszeit, mit Prognosen unmittelbar danach.
Warum steht Merz unter Druck?
Die CDU fiel in Sachsen-Anhalt auf 17,2 Prozent, die AfD gewann 43,8 Prozent. Mit weiteren Verlusten diskutieren führende CDU-Vertreter offen über eine Ablösung.
Könnte die AfD regieren?
Die Brandmauer bleibt: Alle etablierten Parteien lehnen eine Zusammenarbeit ab, Koalitionen wären kaum möglich.
Wer könnte Merz ersetzen?
Kein klarer Nachfolger, doch die acht CDU-Ministerpräsidenten gelten als wahrscheinlichster Kreis. Ein Wechsel bräuchte breite Unterstützung von Unionsfraktion und SPD.
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