AfD Sachsen-Anhalt: 44% Sieg bei Landtagswahl erklärt

Die AfD gewann die Landtagswahl 2026 in Sachsen-Anhalt mit 44,2 Prozent – ihr bestes Ergebnis, aber ohne absolute Mehrheit. Alle Ergebnisse und Ausblick.

AfD Sachsen-Anhalt: 44% Sieg bei Landtagswahl erklärt
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Ausgabe: DE

Die rechtsextreme Alternative für Deutschland (AfD) hat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 einen historischen Sieg errungen. Laut Hochrechnungen erreichte sie rund 44 Prozent der Stimmen – mehr als doppelt so viel wie 2021 (20,8 Prozent) und ihr bestes Ergebnis bei einer Landtagswahl. Im 83-köpfigen Landtag fehlen der AfD drei Sitze zur absoluten Mehrheit; ob sie die erste rechtsextreme Landesregierung in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg bilden kann, bleibt offen.

Was geschah bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt?

Die Wahlbeteiligung lag bei rund 78 Prozent, so hoch wie seit der Wiedervereinigung 1990 nicht mehr und weit über den 60 Prozent von 2021. Die Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026 wurde national und international beachtet, weil die AfD in Umfragen teilweise über 40 Prozent lag und eine absolute Mehrheit möglich schien. Die Brandmauer gegen die Zusammenarbeit mit der extremen Rechten blieb zentral: Die etablierten Parteien lehnten eine Koalition mit der AfD ab.

Wahlergebnis: AfD dominiert, CDU bricht ein

Nach Prognosen von Infratest dimap und ARD erzielte die AfD rund 44,2 Prozent und damit 39 Sitze. Die CDU von Kanzler Friedrich Merz stürzte auf etwa 17,5 Prozent ab – ihr schlechtestes Ergebnis im Land; sie verlor mehr als die Hälfte ihrer Wähler von 2021. SPD, Grüne und Linke kamen jeweils auf rund 9 Prozent, das BSW schaffte mit etwa 5,1 Prozent den Einzug ins Parlament. Die FDP scheiterte mit 2,3 Prozent klar an der Fünfprozenthürde.

Voraussichtliche Sitzverteilung

  • AfD: 39 Sitze
  • CDU: 17 Sitze
  • SPD: 9 Sitze
  • Grüne: 8 Sitze
  • Linke: 8 Sitze
  • BSW: 5 Sitze

Weil das BSW knapp über die Fünfprozenthürde kam, verfehlt die AfD eine eigene Mehrheit. Die übrigen Parteien haben zusammen eine knappe Mehrheit, sind aber tief zerstritten; eine große Anti-AfD-Koalition wird daher schwierig.

Warum die AfD gewann und was es bedeutet

Die AfD ist in Ostdeutschland seit Langem stark, war aber nie an der Regierung. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund kündigte an, das Asylrecht abzuschaffen, Massenabschiebungen durchzusetzen, die Rundfunkfinanzierung zu streichen und Regenbogenflaggen an Schulen zu verbieten. Der sachsen-anhaltische Landesverband wird vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft. Der Erfolg reiht sich in einen Aufstieg der extremen Rechten in Ostdeutschland ein.

„Das ist das beste Ergebnis, das die AfD je bei einer großen Wahl erzielt hat“, sagte Siegmund; die Partei habe „Geschichte geschrieben“. Er sei zu Gesprächen bereit, aber nicht zu Kompromissen bei Migration und Sicherheit. Co-Chefin Alice Weidel nannte den Ausgang „historisch“, Co-Chef Tino Chrupalla erklärte, die Brandmauer sei „abgewählt“ worden.

Reaktionen im In- und Ausland

Die anderen Parteien reagierten schockiert. Linke-Spitzenkandidatin Eva von Angern sprach von einem „schwarzen Tag für Sachsen-Anhalt“, der Grünen-Bundesvorsitzende Felix Banaszak nannte die Lage „dramatisch“. CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze, amtierender Ministerpräsident, räumte die Niederlage ein und verwies auf die hohe Wahlbeteiligung: „Das ist Demokratie.“ Der niederländische PVV-Chef Geert Wilders gratulierte der AfD auf X: „Gratuliere.“

Wie geht es in Sachsen-Anhalt weiter?

Koalitionsverhandlungen könnten Wochen dauern. Die CDU schließt eine Zusammenarbeit mit AfD und Linken aus, die BSW zeigt sich offen für Gespräche mit der AfD. Beobachter vergleichen die Lage mit früheren Koalitionsverhandlungen in deutschen Ländern, in denen eine stabile Regierung ohne die extreme Rechte oft scheiterte. Kommt keine Mehrheit zustande, drohen Neuwahlen oder eine Minderheitsregierung. Das Ergebnis erhöht auch den Druck auf Kanzler Merz, dessen CDU in einem Bundesland verlor, in dem er selbst Wahlkampf gemacht hatte.

FAQ: Der AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt erklärt

Hat die AfD die absolute Mehrheit gewonnen?

Nein. Laut Hochrechnungen kam die AfD auf rund 44 Prozent und 39 Sitze im Landtag; damit fehlen drei Sitze zur absoluten Mehrheit.

Wie schnitt die CDU bei der Landtagswahl 2026 ab?

Die CDU stürzte auf rund 17,5 Prozent ab, ihr schlechtestes Ergebnis in Sachsen-Anhalt; 2021 hatte sie noch 37,1 Prozent erzielt.

Gilt die AfD in Sachsen-Anhalt als extremistisch?

Ja, der Verfassungsschutz stuft den AfD-Landesverband als gesichert rechtsextremistisch ein.

Was ist die Brandmauer?

Die Brandmauer ist das Versprechen der etablierten Parteien, keine Koalitionen mit der AfD einzugehen. AfD-Führer behaupten, sie sei bei dieser Wahl abgewählt worden.

Wer ist Ulrich Siegmund?

Ulrich Siegmund, geboren 1990, ist AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt und seit 2016 Landtagsabgeordneter. Er vertritt radikale Migrations- und Gesellschaftspolitik.

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