Ein Tornado hat am 29. August 2026 die historische Stadt Cremona in Norditalien verwüstet, 43 Menschen verletzt und mindestens 10.000 Autos beschädigt. Der heftige Sturm, begleitet von großem Hagel und starken Windböen, traf die Stadt während eines lokalen Festes in der Lombardei. Behörden beschrieben die Lage als schockierend. Die Regionen Lombardei und Venetien wollen nun den Ausnahmezustand ausrufen, während die Schadensbewertung weiterläuft.
Was geschah in Cremona?
Der Sturm traf Cremona, eine Stadt mit rund 72.000 Einwohnern in der Po-Ebene, bekannt für ihre Stradivari-Geigenbau-Tradition, am Freitagnachmittag. Laut der italienischen Feuerwehr verwüsteten ein Tornado und ein Hagelsturm Teile der Stadt in nur zehn Minuten. Der Sender RAI berichtete, dass die Turmspitze der Kathedrale abgerissen und das Dach des Rathauses beschädigt wurde. Offizielle Unwetterwarnungen gab es nicht; Tornados sind in Italien selten.
Wie schwer war der Schaden?
Verletzte und Evakuierungen
Die Nachrichtenagentur ANSA meldete 43 Verletzte, davon vier mit Oberschenkelbrüchen. Niemand war in kritischem Zustand, aber vier Traumapatienten wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Mindestens zwölf Familien wurden evakuiert und vorübergehend untergebracht. Cremonas Bürgermeister nannte den Schaden „enorm“ und sagte, es sei „schockierend, die Stadt in diesem Zustand zu sehen“.
Autos, Häuser und Wahrzeichen
Zehntausende Autos wurden durch Hagel und herabfallende Trümmer beschädigt. Mindestens zehn Kirchen, darunter die Hauptkathedrale, erlitten Schäden. Hunderte Bäume stürzten um, mehrere Scheunen und tiefliegende Straßen wurden überflutet. Erste Schätzungen beziffern den Schaden auf Millionen Euro. Öffentliche Gebäude wie Schulen und Rathäuser bleiben während der statischen Prüfungen geschlossen.
- 43 Verletzte, davon vier mit Oberschenkelbrüchen
- Über 10.000 beschädigte Autos durch Hagel und Trümmer
- 12 evakuierte Familien vorübergehend untergebracht
- 10 beschädigte Kirchen, einschließlich der Kathedrale
- Hunderte gefällte Bäume; Scheunen und Straßen überflutet
Notfallmaßnahmen und Ausnahmezustand
Der Präsident der Lombardei, Attilio Fontana, sagte, die Region werde offiziell eine Ausweitung des Ausnahmezustands auf die Provinzen Cremona, Mantua, Bergamo und Pavia beantragen. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verfolgt die Lage aufmerksam, ihr Büro teilte es mit, während Staatspräsident Sergio Mattarella Cremonas Bürgermeister telefonisch unterstützte. Mindestens 100 Freiwillige halfen vor Ort beim Beseitigen von Bäumen und Trümmern. Das schwere Unwetter folgt auf die Augustfluten 2026 in der Lombardei, die bereits früher im Monat Evakuierungen und Notstandserklärungen ausgelöst hatten.
Warum entstand der Sturm?
Meteorologen zufolge wurde das Extremwetter durch eine Meereshitzewelle angeheizt, die die Mittelmeertemperatur auf über 33 °C trieb, kombiniert mit dem Ende von Italiens fünfter Sommerhitzewelle. Das Aufeinandertreffen heißer, feuchter Luft mit kühleren Fronten schuf die Bedingungen für Superzellen-Gewitter, Hagel und seltene Tornados. Experten verweisen auf den menschengemachten Klimawandel und Extremwetter als Faktor für die häufigeren Extremereignisse in Europa; der Kontinent erwärme sich schneller als der globale Durchschnitt.
Weitere Auswirkungen: Venetien und Süddeutschland
Das Unwetter beschränkte sich nicht auf die Lombardei. In der Nacht wurde die Nachbarregion Venetien von schwerem Hagel, Regen und starken Windböen getroffen; der Regionalgouverneur bezeichnete die Schäden als erheblich. Auch Süddeutschland war betroffen: In Bohlingen nahe der Schweizer Grenze wurden rund 190 Gebäude beschädigt, Windböen erreichten 130 km/h, deckten Dächer ab und schleuderten Äste in Häuser. Ähnlich wie beim jüngsten Extremwetter in Südeuropa erstreckten sich die Schäden über nationale Grenzen.
FAQ: Tornado und Hagelsturm in Norditalien
Wie viele Menschen wurden beim Tornado in Cremona verletzt?
43 Menschen wurden verletzt, vier davon mit Oberschenkelbrüchen. Niemand war in kritischem Zustand.
Wie viele Autos wurden beim Hagelsturm in Cremona beschädigt?
Mindestens 10.000 Autos wurden den ersten Schätzungen zufolge beschädigt.
Hat der Sturm die Kathedrale von Cremona beschädigt?
Ja, die Turmspitze der Kathedrale wurde abgerissen, und mindestens zehn Kirchen der Stadt erlitten Schäden.
Wird die Lombardei den Ausnahmezustand ausrufen?
Die Lombardei will eine Ausweitung des Ausnahmezustands auf Cremona, Mantua, Bergamo und Pavia beantragen.
Gab es Warnungen vor dem Tornado?
Es gab keine offiziellen Unwetterwarnungen; Tornados sind in Italien selten.
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