Kritische Mineralien am Golf: Saudi-Arabien fordert China heraus

Wettlauf am Golf um kritische Mineralien: Saudi-Arabien und die VAE investieren über 100 Milliarden Dollar gegen Chinas Seltene-Erden-Dominanz. Mehr erfahren.

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Ausgabe: DE

Während China seine Kontrolle über die Metalle festigt, die Elektrofahrzeuge, Windturbinen und Verteidigungssysteme antreiben, hat sich eine neue Front im Wettlauf am Golf um kritische Mineralien aufgetan. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate vollziehen einen historischen strategischen Wandel – weg von der Ölabhängigkeit, hin zur Dominanz bei kritischen Mineralien. Über Staatsfonds mobilisieren sie mehr als 100 Milliarden Dollar, um Lithium-, Kupfer- und Seltene-Erden-Vermögenswerte in Afrika, Lateinamerika und Zentralasien zu erwerben.

Warum der Golf von Öl auf kritische Mineralien umschwenkt

China kontrolliert laut Fortune und dem Atlantic Council über 70 % des Seltene-Erden-Bergbaus und fast 90 % der weltweiten Verarbeitung. Peking hat Exporte bereits eingeschränkt und 2024–2025 neue Ausfuhrkontrollen verhängt. Für die Golfstaaten wird die strategische Macht des nächsten Jahrhunderts nicht auf Kohlenwasserstoffen beruhen, sondern auf den Mineralien, die Volkswirtschaften elektrifizieren.

Saudi-Arabien hat seinen identifizierten mineralischen Reichtum im Rahmen von Vision 2030 auf geschätzte 2,5 Billionen Dollar erhöht, während die VAE Abu Dhabi als Verarbeitungszentrum für kritische Mineralien positionieren. Beide bezeichnen ihre Strategie als Diversifizierung – nicht als Abkopplung von China, ihrem größten Ölkunden.

Manara Minerals und die 2,5-Billionen-Dollar-Wette

Im Zentrum Riyads steht Manara Minerals, ein Joint Venture von PIF und Ma'aden. 2023 mit 2,5 Milliarden Dollar gestartet, hat Manara eine 10-%-Beteiligung an Vale Base Metals für 2,5 Milliarden Dollar erworben und sich Abnahmen für Kupfer und Nickel gesichert. Bis 2030 soll das Volumen auf 20 Milliarden Dollar steigen – mit Fokus auf Kupfer, Lithium, Nickel, Kobalt und Seltene Erden.

Im November 2025 kündigte Saudi-Arabien eine Seltene-Erden-Raffinerie als Joint Venture mit MP Materials und dem U.S. Department of War an. MP und das DoW halten zusammen 49 %, Ma'aden mindestens 51 %. 'Dies erweitert die globale Seltene-Erden-Lieferkette über China hinaus', erklärte MP Materials.

Das Orion-Konsortium der VAE und die Neutralitätsstrategie

Die VAE wählen einen anderen Weg. Im Oktober 2025 schloss sich ADQ aus Abu Dhabi mit der U.S. DFC und Orion Resource Partners zum Orion Critical Mineral Consortium zusammen – einer 1,8-Milliarden-Dollar-Plattform mit einem Ziel von 5 Milliarden Dollar. Der Fokus liegt auf Produktionsanlagen im nahen Zeitraum und inländischen Investitionen von Staatsfonds in die Verarbeitung.

Analysten von IISS und ODI beschreiben die Golfstaaten als aufstrebende Vermittlungsmächte, die zwischen chinesischem Angebot und westlicher Nachfrage stehen können, ohne Partei zu ergreifen.

Saudi-Arabien und die VAE im Vergleich

DimensionSaudi-ArabienVAE
Führende EinheitManara Minerals (PIF/Ma'aden)Orion Critical Mineral Consortium (ADQ/DFC)
Startkapital2,5 Mrd. $, Ziel 20 Mrd. $1,8 Mrd. $, Ziel 5 Mrd. $
Vorzeigedeal10 % Vale Base Metals; Raffinerie mit MP MaterialsOrion CMC mit U.S. DFC und ADQ

Was der Golf-Schwenk für China, die USA und Europa bedeutet

Der Eintritt des Golfs führt einen dritten Pol in die Ordnung der kritischen Mineralien ein. Für Washington und Brüssel bieten Golf-Verarbeitungszentren eine Friend-Shoring-Alternative zu chinesischen Raffinerien, zumal der EU Critical Raw Materials Act bis 2030 eine Importobergrenze von 65 % pro Lieferant vorsieht. Für Peking besteht das Risiko, dass Golf-Raffinerien seine Preissetzungsmacht untergraben.

Doch der Wandel bringt neue geopolitische Komplikationen. Die Golfstaaten balancieren Sicherheitsbindungen an die USA gegen Chinas Rolle als größter Energiekunde, und westliche Entscheidungsträger bleiben wachsam gegenüber Technologieabflüssen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Wettlauf am Golf um kritische Mineralien?

Er bezeichnet die milliardenschweren Bemühungen Saudi-Arabiens und der VAE, Lithium-, Kupfer- und Seltene-Erden-Vermögenswerte zu sichern und Verarbeitungskapazitäten aufzubauen – eine Herausforderung für Chinas Vorherrschaft in der Lieferkette.

Wie viel investieren die Golfstaaten?

Mehr als 100 Milliarden Dollar über Staatsfonds. Saudi-Arabien will bis 2035 100 Milliarden Dollar an Bergbauinvestitionen mobilisieren; das Orion-Konsortium der VAE hat 1,8 Milliarden Dollar von 5 Milliarden Dollar eingesammelt.

Kann der Golf China bei der Seltene-Erden-Verarbeitung ersetzen?

Kurzfristig nicht. China hält fast 90 % der globalen Verarbeitungskapazität; ein Aufholen könnte ein Jahrzehnt dauern. Golf-Zentren sind eine Diversifizierungsoption, kein sofortiger Ersatz.

Ausblick für 2026 und darüber hinaus

Während USA und EU unter dem EU Critical Raw Materials Act und neuen bilateralen Rohstoffabkommen diversifizieren, verändert der aggressive Einstieg des Golfs das Kräfteverhältnis bei den Mineralien, die für Energiewende und Spitzentechnologie entscheidend sind.

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