Untersuchung deutet auf Schienenbruch als Ursache für spanisches Zugunglück
Erste Erkenntnisse der Untersuchung zum tödlichsten Zugunglück in Spanien seit über zehn Jahren deuten darauf hin, dass ein gebrochener Schienenstrang wahrscheinlich die katastrophale Kollision verursachte, bei der am 18. Januar 2026 in Adamuz in Andalusien 45 Menschen ums Leben kamen. Laut der Untersuchungskommission des spanischen Verkehrsministeriums bestand der Bruch 'bereits bevor der Iryo-Zug am Sonntag entgleiste', was früheren Annahmen widerspricht, dass der Schaden eine Folge und nicht die Ursache des Unfalls war.
Die tragischen Ereignisse
Die Katastrophe ereignete sich gegen 19:40 Uhr, als ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug von Málaga nach Madrid bei Adamuz in Córdoba entgleiste. Die hinteren Wagen sprangen auf ein benachbartes Gleis, wo etwa 20 Sekunden später ein Alvia-Zug von Madrid nach Huelva mit etwa 200 km/h auf die entgleisten Wagen prallte. Der Aufprall führte dazu, dass beide Züge entgleisten, wobei die ersten beiden Wagen des Alvia mehrere Meter einen Böschungshang hinunterstürzten.
Der spanische Verkehrsminister Óscar Puente bezeichnete den Unfall als 'extrem seltsam' und wies darauf hin, dass er auf einem geraden, kürzlich sanierten Gleis geschah. 'Das Gleis, auf dem der Unfall passierte, wurde erst letztes Jahr erneuert,' sagte Puente und wies darauf hin, dass 700 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert worden waren und diese angeblich 'in perfektem Zustand' gewesen sei.
Sicherheitsbedenken und Gewerkschaftsreaktion
Nach der Tragödie in Adamuz folgten innerhalb weniger Tage drei weitere Zugvorfälle in Spanien, was weit verbreitete Sicherheitsbedenken auslöste. Am Montag fuhr ein Zug bei Barcelona auf das Geröll einer eingestürzten Mauer, wobei ein Lokführer in Ausbildung ums Leben kam und 37 Menschen verletzt wurden. Am selben Tag entgleiste ein weiterer Zug bei Blanes aufgrund von Steinen auf dem Gleis, und am Dienstag kollidierte ein Personenzug in Cartagena mit einem Baukran.
Diese Vorfälle haben bei spanischen Lokführern Alarm ausgelöst, wobei der Spanische Lokführerverband (SEMAF) zu einem landesweiten Streik aufrief. Gewerkschaftsvertreter argumentieren, dass die Unfälle systemische Sicherheitsprobleme offenlegen. 'Lokführer begegnen täglich auf mehreren Hochgeschwindigkeitsstrecken zahlreichen Schienenlöchern und losen Schienen,' sagte ein Gewerkschaftssprecher gegenüber Medien und verwies auf das, was sie als verschlechternde Infrastrukturbedingungen beschreiben.
Untersuchung und politische Folgen
Die spanische Untersuchungskommission für Eisenbahnunfälle (CIAF) führt eine Untersuchung durch, die voraussichtlich lange dauern wird. Obwohl menschliches Versagen 'praktisch ausgeschlossen' ist, bleiben Fragen zu Wartungspraktiken und Inspektionsprotokollen im ausgedehnten spanischen Hochgeschwindigkeitsnetzwerk, das mit 3.973 Kilometern das längste Europas ist.
Die Tragödie hat politische Kontroversen ausgelöst, wobei Oppositionsparteien das Eisenbahnsicherheitsmanagement und die Transparenz der Regierung kritisieren. Spanien hat eine dreitägige Staatstrauer angeordnet, wobei König Felipe VI. und Ministerpräsident Pedro Sánchez den Unfallort besuchten, um den Familien der Opfer ihr Mitgefühl auszudrücken.
Während Ermittler weiterhin den 30 Zentimeter langen Riss am Unfallort und Spuren an den Zugrädern untersuchen, wartet die spanische Öffentlichkeit auf Antworten, ob dies ein isoliertes Versagen darstellt oder tiefere systemische Probleme in einem der fortschrittlichsten Schienennetze Europas aufzeigt.
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