Tödlicher Zugunfall erschüttert Katalonien
Spanien wurde von einem zweiten schweren Zugunglück innerhalb von nur drei Tagen erschüttert. Ein Pendlerzug entgleiste am Dienstagabend bei Barcelona, wobei der Lokführer ums Leben kam und mindestens 37 Menschen verletzt wurden, vier davon schwer. Der Unfall ereignete sich, als eine Stützmauer auf die Gleise zwischen Gelida und Sant Sadurní, etwa 35 Kilometer westlich von Barcelona, einstürzte. Dies geschah während schwerer Stürme, die Nordostspanien heimsuchten.
Chaos auf den Schienen
Der Rodalies-Pendlerzug war auf seiner regulären Strecke unterwegs, als er auf die eingestürzte Infrastruktur traf. Rettungskräfte reagierten mit 35 Feuerwehreinheiten und 11 Krankenwagen. Ein eingeklemmter Passagier konnte gerettet und Verletzte in nahegelegene Krankenhäuser evakuiert werden. 'Wir wurden durch die Luft geschleudert,' berichtete ein Passagier lokalen Medien und beschrieb die angsteinflößenden Momente des Aufpralls.
Der spanische Eisenbahninfrastrukturbetreiber ADIF führte den Mauereinsturz auf starke Regenfälle zurück, die Katalonien in den letzten Tagen getroffen hatten. Die Region war mit extremen Wetterbedingungen konfrontiert. Die Stürme hatten bereits am Dienstagvormittag einen weiteren Vorfall verursacht, als ein Zug bei Blanes entgleiste, nachdem Steine durch starken Wind auf die Gleise geweht worden waren.
Nationale Trauer und Sicherheitsbedenken
Diese jüngste Tragödie ereignet sich, während Spanien bereits seit drei Tagen nationale Trauer nach der katastrophalen Kollision von Hochgeschwindigkeitszügen bei Córdoba in Andalusien am vergangenen Sonntag begeht. Bei jenem Unglück kamen mindestens 42 Menschen ums Leben und 159 wurden verletzt. Die aufeinanderfolgenden Katastrophen haben ernsthafte Fragen zur Schienensicherheit in einem Land aufgeworfen, das für sein weltweit führendes Hochgeschwindigkeitsnetz bekannt ist.
Regionale Minister Kataloniens und lokale Behörden eilten zum Unfallort am Dienstag. 'Dies ist ein verheerender Schlag für unsere Gemeinde, so kurz nach der nationalen Tragödie,' sagte der Bürgermeister von Gelida in einer Erklärung gegenüber Reportern.
Das spanische Eisenbahnsystem, betrieben von Renfe und gewartet von ADIF, hat im Allgemeinen eine hervorragende Sicherheitsbilanz, insbesondere auf dem Hochgeschwindigkeitsnetz AVE. Diese aufeinanderfolgenden Vorfälle haben jedoch zu Forderungen nach sofortigen Infrastrukturinspektionen und Sicherheitsbewertungen im ganzen Land geführt.
Breiterer Kontext der Schienensicherheit
Die Unfälle unterstreichen die Anfälligkeit der Schieneninfrastruktur für extreme Wetterereignisse, die durch den Klimawandel häufiger werden. Während spanische Hochgeschwindigkeitszüge wie der Talgo Avril für Geschwindigkeiten von bis zu 380 km/h ausgelegt sind, sehen sich die Pendler- und Regionalnetze des Landes anderen Herausforderungen gegenüber, darunter veraltete Infrastruktur in einigen Gebieten.
Während die Untersuchungen zu beiden Unglücken weitergehen, stehen Verkehrsbehörden unter zunehmendem Druck, die Öffentlichkeit hinsichtlich der Schienensicherheit zu beruhigen. Die Europäische Eisenbahnagentur für Sicherheit wird voraussichtlich in die Bewertung der Vorfälle einbezogen werden, angesichts ihrer Schwere und ihres zeitlichen Zusammenhangs.
Für jetzt trauert Spanien, während Rettungskräfte ihre Arbeit an beiden Unglücksorten fortsetzen und Bahnbeamte mit der schwierigen Aufgabe ringen, das Vertrauen in ein Transportsystem wiederherzustellen, das jahrzehntelang Millionen von Passagieren sicher befördert hat.
Nederlands
English
Deutsch
Français
Español
Português