Tödlicher Zugunfall in Südspanien: Zahl der Toten steigt auf 41

Die Zahl der Toten bei dem Zugunglück bei Adamuz in Spanien ist auf 41 gestiegen, die Rettungsarbeiten gehen weiter. Die Untersuchung konzentriert sich auf einen möglichen Schienenbruch als Ursache für die Entgleisung und Kollision.

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Tödlicher Zugunfall in Südspanien fordert 41 Menschenleben

Rettungskräfte in Spanien setzen ihre düstere Suche in den zerstörten Zugwracks fort, nachdem die Zahl der Toten bei dem katastrophalen Zugunglück bei Adamuz auf 41 gestiegen ist. Der verheerende Unfall, bei dem zwei Hochgeschwindigkeitszüge in der südspanischen Provinz Córdoba kollidierten, ist der tödlichste Eisenbahnunfall des Landes seit 2013.

Spanische Behörden bestätigten, dass am Dienstagmorgen eine weitere Leiche geborgen wurde, als Kräne einen der zerstörten Waggons anhoben. 'Wir fanden das Opfer, als wir den Wagen vorsichtig mit schwerem Gerät anhoben,' sagte Rettungskoordinator Miguel Ángel Torres. 'Diese Arbeit ist sorgfältig und herzzerreißend, aber wir müssen weitermachen, bis wir sicher sind, dass niemand mehr im Wrack ist.'

Komplexe Rettungsaktion im Gange

Rettungsdienste arbeiten seit Sonntagabend ununterbrochen und setzen zwei riesige Kräne ein, um entgleiste Waggons anzuheben, die in einen 4 Meter tiefen Straßengraben gestürzt sind. Die Operation wird dadurch erschwert, dass der Boden zunächst mit Baggern planiert werden muss, bevor die Kräne richtig positioniert werden können.

Laut dem spanischen Sender RTVE waren bereits drei Leichen bekannt, die im Wrack eingeklemmt waren, aber aufgrund der prekären Lage der Waggons nicht geborgen werden konnten. Die Behörden warnen, dass die Zahl der Toten noch steigen könnte, während Suchteams durch die Trümmer gehen.

Medizinische Krise und menschliches Leid

Krankenhäuser in ganz Andalusien behandeln 39 verletzte Passagiere, von denen sich 13 in kritischem Zustand auf Intensivstationen befinden. Unter den Verletzten sind vier Kinder, was das tragische Ausmaß der Katastrophe unterstreicht, die Familien in ganz Spanien getroffen hat.

Der Zusammenstoß ereignete sich um 18:40 Uhr Ortszeit am Sonntag, als der hintere Teil eines Iryo-Zuges von Málaga nach Madrid entgleiste und auf das angrenzende Gleis geriet. Kurz darauf wurde er von einem entgegenkommenden Renfe-Zug von Madrid nach Huelva getroffen. Der Aufprall war so gewaltig, dass einige Leichen hunderte Meter vom Unfallort entfernt gefunden wurden.

Untersuchung konzentriert sich auf Schienenbruch

Der spanische Verkehrsminister Óscar Puente nannte den Unfall 'bemerkenswert', da er auf einem geraden Streckenabschnitt stattfand, auf dem keiner der Züge die Geschwindigkeitsbegrenzungen überschritt. Die Untersuchung konzentriert sich nun auf eine gebrochene Schienenlasche, die möglicherweise die erste Entgleisung verursachte.

'Jede Behauptung, dass der Unfall durch ein defektes Gleis verursacht wurde, ist derzeit reine Spekulation,' sagte Puente und bat um Geduld, während die Ermittler prüfen, ob der Schienenbruch vor oder als Folge des Unfalls stattfand.

Die Eisenbahngesellschaft Renfe hat menschliches Versagen ausgeschlossen, während die Lokführergewerkschaft SEMAF den Infrastrukturbetreiber Adif bereits im August 2025 vor schwerem Verschleiß der Gleise gewarnt haben soll. Laut The Independent dokumentierten Gewerkschaftsberichte tägliche Bedenken hinsichtlich Schlaglöchern, Unebenheiten und Spurungsleichgewichten auf der kürzlich renovierten Strecke.

Nationale Trauer und königlicher Besuch

Spanien hat drei Tage nationale Trauer ausgerufen, wobei im ganzen Land die Flaggen auf halbmast wehen. König Felipe VI. und Königin Letizia sind heute geplant, den Unglücksort zu besuchen und werden voraussichtlich Krankenhäuser in Córdoba aufsuchen, in denen viele Opfer behandelt werden.

Angehörige nicht identifizierter Opfer versammelten sich letzte Nacht in einem Regierungsgebäude in Córdoba und suchten verzweifelt nach Informationen über ihre Lieben. 'Einige blieben die ganze Nacht wach, um Krankenhäuser, Polizeistationen und Leichenhallen zu durchsuchen,' berichtete El País.

Die Tragödie hat eine Nation erschüttert, die eines der größten und im Allgemeinen sichersten Hochgeschwindigkeitsnetze Europas besitzt. Während die Rettungsarbeiten weitergehen und die Untersuchungen vertieft werden, trauert Spanien um das, was sich zu einer der schlimmsten Transportkatastrophen seit Jahrzehnten entwickelt hat.

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