Großer Cyberangriff stört iranisches Staatsfernsehen
In einer gewagten Aktion des digitalen Widerstands haben Hacker am Sonntagabend erfolgreich den iranischen Staatssender IRIB (Islamic Republic of Iran Broadcasting) gehackt. Etwa zehn Minuten lang wurden landesweit anti-regime Botschaften und eine Videobotschaft des exilierten Kronprinzen Reza Pahlavi ausgestrahlt. Der beispiellose Cyberangriff erfolgte über den Badr-Satelliten, unterbrach das reguläre Programm und stellte eine direkte Herausforderung für die Medienkontrolle der Regierung während der anhaltenden Massenproteste dar.
Pahlavis Botschaft an die iranischen Streitkräfte
Die Ausstrahlung zeigte Reza Pahlavi, den Sohn des 1979 gestürzten Schahs Mohammad Reza Pahlavi, mit einer kraftvollen Botschaft an die iranischen Sicherheitskräfte. 'Ich habe eine besondere Botschaft für die Armee,' erklärte Pahlavi in dem Clip. 'Ihr seid die nationale Armee des Iran, nicht die Armee der Islamischen Republik. Schützt euer eigenes Leben. Die Uhr tickt, stellt euch so schnell wie möglich hinter das Volk.' Der in den USA lebende Exilant rief die Sicherheitskräfte auch dazu auf, ihre Waffen nicht auf Zivilisten zu richten.
Pahlavis Büro bestätigte den Hack, identifizierte aber nicht die Verantwortlichen. Die Associated Press berichtete, dass Fragen zu dem Vorfall unbeantwortet blieben, während die mit den Revolutionsgarden verbundene Nachrichtenagentur Fars lediglich einräumte, dass 'das Signal in einigen Teilen des Landes durch eine unbekannte Quelle vorübergehend gestört war.'
Eskalierende Proteste und steigende Opferzahlen
Der Cyberangriff erfolgt vor dem Hintergrund eskalierender Gewalt im Iran, wo Proteste, die Ende Dezember 2025 begannen, zur größten regierungsfeindlichen Bewegung seit Jahren angewachsen sind. Laut der in den USA ansässigen Menschenrechtsorganisation Human Rights Activists News Agency (HRANA) wurden bei der harten Niederschlagung mindestens 3.919 Menschen getötet, wobei mit einem weiteren Anstieg der Opferzahlen gerechnet wird. Die Organisation stützt ihre Zahlen auf ein Netzwerk von Aktivisten innerhalb des Iran.
Am vergangenen Samstag räumte Oberster Führer Ayatollah Ali Khamenei zwar Tausende Tote ein, schob die Schuld jedoch 'terroristischen Vertretern' der Erzfeinde des Iran, insbesondere den USA und Israel, in die Schuhe. Dieses Eingeständnis markierte ein seltenes Zugeständnis der iranischen Führung hinsichtlich des Ausmaßes der Gewalt.
Internationale Spannungen und militärische Bewegungen
Die Situation zieht zunehmend internationale Aufmerksamkeit auf sich. Der amerikanische Präsident Donald Trump warnte das iranische Regime davor, das Töten von Demonstranten zu beenden und von der Hinrichtung von Festgenommenen abzusehen. 'Hilfe war unterwegs,' erklärte Trump und deutete an, dass die USA bereit seien einzugreifen, obwohl bisher keine Maßnahmen ergriffen wurden.
Gleichzeitig eskalieren die militärischen Spannungen. Die Associated Press berichtet, dass mehrere amerikanische Kriegsschiffe, darunter der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln, von Singapur in die Straße von Malakka zwischen Sumatra und Malaysia verlegt wurden. Einige amerikanische Medien spekulieren, dass die Trägergruppe auf dem Weg in den Nahen Osten ist, wo zuletzt kein amerikanischer Flugzeugträger präsent war, was mögliche Interventionen erschweren könnte.
Internetabschaltung und ungewisse Zukunft
Die Bewertung der aktuellen Lage im Iran bleibt aufgrund einer Internetabschaltung schwierig, die die Kommunikation mit Menschen im Land erheblich eingeschränkt hat. Obwohl die Proteste seit dem vergangenen Sonntag aufgrund der harten Repression nachgelassen haben, bleiben die zugrundeliegenden Spannungen ungelöst.
Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian warnte, dass jeder Angriff auf Khamenei als Kriegserklärung betrachtet würde, während Trump gegenüber Politico sagte, es sei 'Zeit für eine neue Führung im Iran.' Der Cyberangriff auf das Staatsfernsehen stellt sowohl einen symbolischen Sieg für die Demonstranten dar als auch eine Demonstration der Verwundbarkeit des Regimes, während der Iran seine größte innenpolitische Herausforderung seit Jahrzehnten bewältigt.
Quellen: AP News, Wikipedia, Army Recognition
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