Während China seine Kontrolle über die Verarbeitung von Seltenen Erden und Lithium verschärft, hat das Wettrüsten um kritische Rohstoffe einen entscheidenden Wendepunkt erreicht. Am 4. Februar 2026 richtete Washington das Critical Minerals Ministerial mit Vertretern aus 54 Ländern und der Europäischen Kommission aus, das 11 neue bilaterale Lieferrahmen hervorbrachte und das Forum on Resource Geostrategic Engagement (FORGE) gründete. Da Peking rund 90 % der Seltene-Erden-Raffinerie und 60 % der Lithiumchemikalien kontrolliert, bauen westliche Regierungen hastig Alternativlieferketten für Elektrofahrzeuge, Verteidigungssysteme und KI-Rechenzentren auf.
Was treibt das Wettrüsten um kritische Rohstoffe an?
Es geht nicht nur um Bergbau, sondern um Verarbeitung, Raffinierung und Fertigung. China nutzt sein Quasi-Monopol bei der Seltene-Erden-Raffinierung, um Exportlizenzen für mittlere und schwere Seltene Erden wie Dysprosium und Terbium zu verhängen, die in Permanentmagneten stecken. Laut einem Bericht der Asia Group von 2026 kontrolliert Peking zudem 80 % des Wolframs und 60 % des Antimons. Seit 2020 haben über 100 neue Exportbeschränkungen den Markt in rivalisierende Blöcke zersplittert, während UNCTAD bis 2040 einen Anstieg der Lithiumnachfrage um 353 % prognostiziert.
Das Washingtoner Ministerial im Februar 2026: ein Wendepunkt
Unter Leitung von Außenminister Marco Rubio und Vizepräsident JD Vance wurde die FORGE-Allianz ins Leben gerufen, die bis Juni 2026 von der Republik Korea geleitet wird. Washington unterzeichnete 11 bilaterale Rahmenwerke mit Argentinien, Peru, den Philippinen, den VAE und dem Vereinigten Königreich und mobilisierte über 30 Milliarden Dollar. Zu den Maßnahmen zählten die strategische Reserve Project Vault der EXIM (10 Mrd. Dollar), 1,3 Mrd. Dollar für Pakistans Kupfer-Gold-Projekt Reko Diq und Unterstützung für die Kobalt-Kupfer-Absichtserklärung von Glencore und Orion. Vance erklärte: Wir sind nicht länger bereit, unsere industrielle Zukunft an Länder auszulagern, die den Hahn über Nacht zudrehen können.
Neue Akteure verändern die Lage: EU, Saudi-Arabien und VAE
Die Europäische Union treibt ihren EU Critical Raw Materials Act voran, hat 60 strategische Projekte ausgewählt und strebt bis 2030 10 % Förderung, 40 % Verarbeitung und 25 % Recycling an. Doch eine Finanzierungslücke von über 100 Milliarden Euro lässt Europa bei 98 % der Seltenen Erden und 97 % des Lithiums von China abhängig. Saudi-Arabien und die VAE steigen derweil als dritte Kraft auf und nutzen Staatsfonds, um Minenanteile zu erwerben und Raffineriekapazitäten außerhalb Chinas aufzubauen.
Was bedeutet das für globale Lieferketten?
Für EV-Hersteller, Verteidigungsunternehmen und KI-Rechenzentrum-Lieferketten werden die nächsten 24 Monate von Diversifizierung, Vorratshaltung und Friend-Shoring geprägt sein. Der Aufbau unabhängiger Verarbeitung könnte 20 bis 30 Jahre dauern, mit Engpässen bei Genehmigungen, Infrastruktur und Fachkräften. Die Zersplitterung in rivalisierende Blöcke birgt zudem das Risiko eines geteilten Marktes mit unterschiedlichen Standards und Preisen.
FAQ: Wettrüsten um kritische Rohstoffe
Was ist das Wettrüsten um kritische Rohstoffe?
Es ist der geopolitische Wettbewerb der Großmächte um Mineralien, die für saubere Energie, Verteidigung und Spitzentechnologie unverzichtbar sind – besonders, da China die Verarbeitung dominiert.
Welches Land kontrolliert die meiste Seltene-Erden-Verarbeitung?
China kontrolliert rund 90 % der Seltene-Erden-Raffinerie und 60 % der Lithiumverarbeitung und hat damit enorme Hebelwirkung auf nachgelagerte Industrien.
Was ist FORGE?
FORGE, das Forum on Resource Geostrategic Engagement, ist eine Allianz von 54 Nationen, die im Februar 2026 gegründet wurde, um Lieferketten für kritische Rohstoffe zu koordinieren und Chinas Dominanz entgegenzuwirken.
Kann der Westen Chinas Lieferkette schnell ersetzen?
Nein. Analysten schätzen, dass der Aufbau unabhängiger Verarbeitungskapazitäten 20 bis 30 Jahre dauern könnte.
Fazit: Ein entscheidendes Jahrzehnt beginnt
Das Ministerial vom Februar 2026 war die Erklärung, dass der geopolitische Wettbewerb um Rohstoffe das nächste Jahrzehnt prägen wird. Ob FORGE und die EU Milliarden in Betriebsminen und Raffinerien verwandeln können, entscheidet, welche Volkswirtschaften die Energiewende und die KI-Infrastruktur der Zukunft antreiben.
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