EU verhängt Rekordstrafe von 200 Millionen Euro gegen Temu wegen DSA-Verstößen
Die Europäische Kommission hat den chinesischen E-Commerce-Riesen Temu mit einer Rekordstrafe von 200 Millionen Euro belegt, weil das Unternehmen den Verkauf illegaler und gefährlicher Produkte auf seiner Plattform nicht verhindert hat. Die am 29. Mai 2025 verkündete Geldstrafe ist die höchste, die jemals nach dem Digital Services Act (DSA) der EU verhängt wurde. Die Kommission stellte fest, dass Temu systematisch seine Pflicht zur Eindämmung des Vertriebs von Produkten vernachlässigt hat, die gegen EU-Sicherheitsvorschriften verstoßen.
Welche DSA-Verstöße werden Temu vorgeworfen?
Der DSA verlangt von sehr großen Online-Plattformen wie Temu (über 45 Mio. monatliche Nutzer in der EU) eine gründliche Risikobewertung und Maßnahmen zur Minderung systemischer Risiken, einschließlich des Verkaufs illegaler Waren. Die Untersuchung ergab, dass europäische Verbraucher 'sehr wahrscheinlich' auf Temu auf Produkte stoßen, die in der EU illegal sind. Beispiele: unsichere Ladegeräte (Brand- und Stromschlaggefahr), gefährliche Babyspielzeuge (illegale Chemikalien, Kleinteile) und andere nicht konforme Waren. Die Kommission betonte, die Risikobewertung sei 'das Rückgrat der digitalen Gesetzgebung', so EU-Kommissarin Henna Virkkunen. Der EU-DSA-Durchsetzung-Rahmen erfordert proaktives Erkennen und Beheben solcher Risiken.
Warum ist die Strafe ein Rekord?
Die 200 Mio. € sind die höchste je nach DSA verhängte Strafe. Zum Vergleich: X (Twitter) musste im Dezember 2024 120 Mio. € zahlen. Der DSA erlaubt Geldstrafen von bis zu 6 % des weltweiten Jahresumsatzes. Die Botschaft ist klar: DSA-Compliance von Big Tech ist nicht verhandelbar.
Was passiert als nächstes? Temus Frist bis zum 28. August
Temu muss bis zum 28. August 2025 einen Aktionsplan vorlegen mit Maßnahmen wie verbesserter Produktsicherheitsprüfung, mehr Transparenz bei Verkäuferverifizierung und besseren Meldeverfahren. Bei Nichteinhaltung drohen weitere Geldstrafen, einschließlich täglicher Zahlungen.
Weiterer Kontext: EU gegen chinesische E-Commerce-Plattformen
Die Strafe ist Teil eines breiteren EU-Vorgehens. Im Februar 2025 leitete die Kommission auch eine Untersuchung gegen Shein ein. Beide Plattformen umgehen laut Regulierern EU-Verbraucherschutzstandards. Die EU-China E-Commerce-Regulierung wird zunehmend angespannter. 'Es ist Zeit, dass Temu das Gesetz einhält', sagte Kommissarin Virkkunen.
FAQ: EU-Temu-Strafe und der Digital Services Act
Was ist der Digital Services Act (DSA)?
Der DSA ist eine EU-Verordnung mit strengen Regeln für Inhaltsmoderation, Transparenz und Risikomanagement für Online-Plattformen.
Warum wurde Temu mit 200 Mio. € bestraft?
Wegen Nichtverhinderung des Verkaufs illegaler und unsicherer Produkte, Verstoß gegen DSA-Pflichten.
Ist dies die größte DSA-Strafe?
Ja, die höchste bisher, über der Strafe gegen X von 120 Mio. € im Dezember 2024.
Was passiert, wenn Temu nicht einhält?
Temu muss bis 28. August 2025 einen Korrekturplan vorlegen; bei Nichteinhaltung zusätzliche Geldstrafen, möglicherweise tägliche Zahlungen, und im Extremfall vorübergehende Dienstaussetzung.
Können andere chinesische Plattformen ähnliche Strafen erhalten?
Ja, Shein wird bereits untersucht, und die EU verschärft die Kontrolle aller nicht konformen Online-Marktplätze.
Quellen
Dieser Artikel basiert auf Berichterstattung von ANP für BNR Nieuwsradio, offiziellen Stellungnahmen der Europäischen Kommission und Wikipedia-Einträgen. Weitere Details: Offizielle DSA-Durchsetzungsseite der EU-Kommission und DSA-Wikipedia-Artikel.
Follow Discussion