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Antwerpen Hafen: Chemieunfall mit 155 Verletzten

Ein Fluorwasserstoff-Leck im Hafen von Antwerpen führte zu 155 Verletzten, 29 Krankenhauseinweisungen und einem Intensivpatienten. Notfalleinsatz läuft. Erfahren Sie mehr über den Vorfall und die Risiken.

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Massives Chemie-Leck im Hafen von Antwerpen: Dutzende hospitalisiert

Ein massives Chemie-Leck mit Fluorwasserstoff an Bord des Frachtschiffs Mia Summer II im Hafen von Antwerpen am Deurganck-Dock führte dazu, dass 155 Personen medizinisch untersucht werden mussten, 29 ins Krankenhaus eingeliefert wurden und eine Person auf der Intensivstation liegt. Der Vorfall am Abend des 14. Juli 2026 löste einen groß angelegten Notfalleinsatz aus und legte den Hafenbetrieb im betroffenen Gebiet vorübergehend lahm.

Fluorwasserstoff (HF) ist ein hochgiftiges, farbloses Gas, das schwere Atemwegsschäden, Verätzungen und sogar den Tod verursachen kann. Laut dem CDC kann HF tief in die Haut eindringen und Zellen zerstören, was zu systemischer Toxizität führt. Symptome können Augen- und Atemwegsreizungen, Lungenödeme und Herzrhythmusstörungen sein.

Was geschah während des Chemie-Lecks im Hafen von Antwerpen?

Das Leck wurde gegen 21:30 Uhr Ortszeit am Dienstag, dem 14. Juli, an Bord des Frachtschiffs Mia Summer II entdeckt, während es am MSC PSA European Terminal (MPET) im Deurganck-Dock, Teil des Waaslandhaven, festgemacht war. Ein Container mit Fluorwasserstoff hatte ein Loch von etwa 10 cm Durchmesser entwickelt, das dem giftigen Gas das Entweichen und Verdampfen ermöglichte. Die belgischen Notfallprotokolle wurden aktiviert, einschließlich der Schließung von Brücken in der Nähe der Kieldrecht-Schleuse und einer vorübergehenden Einstellung des Schiffsverkehrs in dem Gebiet.

Opfer und medizinische Reaktion

Von den 155 Personen, die medizinisch untersucht wurden, wurden 29 in Krankenhäuser in der Region eingeliefert. Ein Patient befindet sich weiterhin auf der Intensivstation mit schweren Verletzungen. Die meisten Betroffenen waren Hafenarbeiter und Besatzungsmitglieder, viele von ihnen von den Philippinen. Laut Anadolu Agency gab es auch Berichte über einen Chemietankbrand an Bord, der jedoch nicht offiziell bestätigt wurde. Die lokalen Behörden haben die Anwohner aufgefordert, das Gebiet zu meiden. Der Bürgermeister von Beveren-Kruibeke-Zwijndrecht erklärte, die Situation sei unter Kontrolle und die Abdichtung des Lecks sei im Gange.

Gesundheitsrisiken der Fluorwasserstoff-Exposition

Fluorwasserstoff ist eine der gefährlichsten Industriechemikalien. Beim Einatmen kann es sofortige Atemnot verursachen, und verzögerte Symptome wie Lungenödeme können Stunden nach der Exposition auftreten. Hautkontakt führt zu tiefen, schmerzhaften Verbrennungen, die ohne sofortige Behandlung mit Calciumgluconat-Gel tagelang fortschreiten können. Die globalen Sicherheitsstandards für Chemietransporte werden nach diesem Vorfall erneut unter die Lupe genommen.

Langfristige Umweltbedenken

Umweltgruppen fordern eine Bewertung der möglichen Verschmutzung der Schelde und der umliegenden Ökosysteme. Fluorwasserstoff kann in Kontakt mit Feuchtigkeit Flusssäure bilden, was Risiken für Wasserlebewesen und die Wasserqualität darstellt. Der Hafen Antwerpen-Brügge hat angegeben, dass die Luftqualitätsüberwachung läuft und bisher keine signifikante Umweltverschmutzung festgestellt wurde.

Auswirkungen auf Hafenbetrieb und Handel

Der Deurganck-Dock ist einer der verkehrsreichsten Containerterminals in Europa. Die vorübergehende Schließung des betroffenen Kais hat zu Verzögerungen bei der Frachtabwicklung und den Schiffsplänen geführt. Die europäischen Hafen- und Chemikalienverarbeitungsvorschriften werden voraussichtlich überprüft. Wirtschaftsanalysten schätzen, dass Unterbrechungen im Hafen von Antwerpen Millionen Euro pro Tag kosten könnten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Fluorwasserstoff?

Fluorwasserstoff (HF) ist ein stark ätzendes, farbloses Gas oder eine Flüssigkeit, die in industriellen Prozessen verwendet wird. Es ist extrem giftig und kann schwere Verätzungen und Atemwegsschäden verursachen.

Wie geschah das Leck?

Ein Container an Bord der Mia Summer II entwickelte ein Loch von etwa 10 cm Durchmesser, das Fluorwasserstoffgas entweichen ließ. Die Ursache wird noch untersucht.

Wie viele Personen waren betroffen?

155 Personen wurden medizinisch untersucht. 29 wurden ins Krankenhaus eingeliefert, eine Person auf der Intensivstation. Die meisten wurden inzwischen entlassen.

Ist die Situation unter Kontrolle?

Ja. Die Behörden haben erklärt, dass das Leck eingedämmt wird, die Notdienste das Gebiet abgeriegelt haben und die Situation unter Kontrolle ist. Die Luftqualität wird überwacht.

Was soll ich tun, wenn ich in dem Gebiet war?

Bei Symptomen wie Husten, Augenreizungen oder Atembeschwerden sofort einen Arzt aufsuchen. Vermeiden Sie die betroffene Zone und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden.

Quellen

Dieser Artikel basiert auf Berichten von NOS, VRT NWS, The Brussels Times, Port of Antwerp-Bruges und dem CDC.

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