Bergung nach tödlichstem Zugunglück Spaniens seit über zehn Jahren

Drei Leichen aus dem Wrack des spanischen Zugunglücks geborgen, Todeszahl bei 41. Die Suche nach Opfern geht weiter, während Familien auf Identifizierung warten. Nationale Trauer ausgerufen, Sicherheitsmaßnahmen verhängt.

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Bergungsarbeiten nach tödlichstem Zugunglück Spaniens in über zehn Jahren

Spanische Rettungskräfte haben drei Leichen aus dem Wrack zweier Hochgeschwindigkeitszüge geborgen, die am Sonntagabend bei Adamuz, Córdoba, kollidierten. Die Leichen wurden aus den zertrümmerten Waggons geborgen und zur Identifizierung zum Forensischen Institut in Córdoba überführt, während die Suche nach weiteren Opfern in dem schlimmsten Zugunglück Spaniens seit 2013 andauert.

Steigende Opferzahl und anhaltende Suchaktion

Die Zahl der Todesopfer der katastrophalen Kollision liegt nun bei 41, mit 122 Verletzten, von denen 37 noch im Krankenhaus liegen. Zehn Opfer befinden sich auf der Intensivstation, darunter eine schwangere Frau. Bisher wurden nur zehn Verstorbene offiziell identifiziert, was Familien in ängstlicher Ungewissheit lässt.

Rettungsteams setzen schweres Gerät ein, um die schwer beschädigten Waggons anzuheben und zu versetzen, da nicht alle Abteile gründlich durchsucht wurden. 'Wir arbeiten Tag und Nacht, um sicherzustellen, dass kein Opfer zurückbleibt,' sagte ein Sprecher der Rettungsdienste. 'Die Priorität ist die würdige Bergung der Leichen und das Geben von Antworten für die Familien.'

Nationale Trauer und königlicher Besuch

Spanien hat nach der Tragödie drei Tage nationale Trauer ausgerufen. König Felipe VI. und Königin Letizia besuchten am Montag den Unglücksort, wo sie die Bergungsarbeiten beobachteten und mit Rettungskräften sprachen. Sie dankten auch einem 16-jährigen Jungen aus Adamuz, der zu den Ersthelfern gehörte und Überlebende aus dem Wrack half.

Eisenbahnmitarbeiter von Renfe und der Infrastrukturbetreiber Adif hielten fünf Minuten Schweigen in Werkstätten und Bahnhöfen im ganzen Land, um ihre umgekommenen Kollegen und andere Opfer zu gedenken. 'Die Atmosphäre war von Trauer erfüllt,' berichtete ein Zeuge bei einer Gedenkveranstaltung.

Herzzerreißende persönliche Geschichten kommen ans Licht

Mit Bekanntwerden der Details treten persönliche Tragödien zutage. Ein sechsjähriges Mädchen wurde nach dem Unfall allein am Gleis gefunden. Ihre Eltern, ihr Bruder und ihr Cousin kamen alle bei dem Unglück ums Leben. Die Familie war auf der Rückfahrt vom Musical Der König der Löwen in Madrid. Das Mädchen wurde zu ihrer Großmutter nach Córdoba gebracht.

In einem weiteren verheerenden Fall war eine 79-jährige Frau, die mit ihrem Sohn, Neffen und zwei Enkelkindern reiste – alle auf der Rückfahrt vom selben Musical – das einzige Familienmitglied, das starb. Ihre Leiche war bis Montagnachmittag im Wrack eingeklemmt. Ihr Sohn postete ein emotionales Video online, in dem er sagte: 'Familie ist alles. Schätzt jeden Moment.'

Siebenundvierzig Personen sind offiziell noch als vermisst gemeldet, darunter ein Kardiologe, dessen Telefon am Unglücksort gefunden wurde, dessen Leiche jedoch nicht lokalisiert werden konnte.

Sicherheitsmaßnahmen und Untersuchung

Als Reaktion auf das Unglück hat Adif vorübergehende Geschwindigkeitsbeschränkungen auf einem 150 Kilometer langen Abschnitt der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Madrid und Barcelona verhängt, wobei Züge auf 160 km/h begrenzt werden, nachdem Lokführer Unebenheiten auf dem Gleis gemeldet hatten. 'Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme für die Sicherheit,' erklärte ein Adif-Vertreter. 'Wir gehen nach der Tragödie vom Sonntag keine Risiken ein.'

Ermittler untersuchen eine defekte Schweißnaht im Gleis als mögliche Ursache, obwohl das Gleis im Mai 2025 mit einer Investition von 700 Millionen Euro saniert worden war. Der Unfall betraf einen Iryo-Zug, der entgleiste und von einem entgegenkommenden Renfe-Zug getroffen wurde. Beide fuhren unter der Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Das spanische Hochgeschwindigkeitsnetz ist das größte in Europa und das zweitgrößte weltweit, was diesen Unfall besonders schockierend macht.

Für weitere Informationen zu dem Unfall besuchen Sie Wikipedias Berichterstattung.

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