Tragödie vertieft sich nach Tod eines jungen Opfers
Die Zahl der Todesopfer nach dem verheerenden Neujahrsbrand in der Bar "Le Constellation" im Schweizer Skiort Crans-Montana ist auf 41 gestiegen. Ein 18-jähriger Schweizer Mann erlag am 31. Januar 2026 in einem Zürcher Krankenhaus seinen Verletzungen. Der junge Mann hatte genau einen Monat lang um sein Leben gekämpft, seit dem katastrophalen Brand, der in den frühen Morgenstunden des 1. Januar während der Feierlichkeiten ausgebrochen war.
Ein Monat des Leidens endet
Der Tod dieses Opfers markiert das letzte herzzerreißende Kapitel in einer der tödlichsten Brände der jüngeren Schweizer Geschichte. 'Wir sind am Boden zerstört über diesen Verlust,' sagte ein Sprecher der Kantonspolizei Wallis. 'Unsere Gedanken bleiben bei allen Familien, die von dieser unfassbaren Tragödie betroffen sind.'
Laut offiziellen Berichten brach das Feuer gegen 01:26 Uhr Ortszeit aus, als Feiernde Champagnerflaschen mit pyrotechnischen Funkenkerzen zu nah an schalldämmenden Schaumstoffplatten an der Decke hielten. Das hochentzündliche Material fing sofort Feuer, was zu einer schnellen Rauchgasdurchzündung (Flashover) führte, die viele der etwa 200 Feiernden im Keller-Café einschloss.
Internationale Opfer und laufende Ermittlungen
Von den 41 bestätigten Todesopfern waren 23 Schweizer Staatsbürger, während 18 aus acht verschiedenen Ländern stammten, darunter Frankreich, Italien, Deutschland und das Vereinigte Königreich. Die Opfer waren zwischen 14 und 39 Jahre alt, etwa die Hälfte davon Teenager. Neben den Toten wurden 116 Menschen verletzt – 83 davon mit schweren Verbrennungen, die eine spezialisierte Behandlung in ganz Europa erforderten.
Schweizer Staatsanwälte haben ein Strafverfahren gegen die französischen Besitzer der Bar, Jacques und Jessica Moretti, eröffnet. Ihnen wird fahrlässige Tötung und fahrlässige Brandstiftung vorgeworfen. Jacques Moretti wurde zunächst inhaftiert, später aber gegen Kaution freigelassen. Die Behörden untersuchen, ob das schalldämmende Material den Vorschriften entsprach und ob die Funkenkerzen in der Einrichtung überhaupt erlaubt waren.
Systemische Sicherheitsmängel aufgedeckt
Vielleicht am alarmierendsten ist die Enthüllung, dass die Bar seit 2019 keine Brandschutzkontrollen mehr durchlaufen hatte, obwohl Vorschriften jährliche Kontrollen verlangen. Bürgermeister Nicolas Feraud räumte ein, dass die Behörden nicht wussten, dass die Inspektionen überfällig waren, und dass die Schaumstoffplatten nie auf ihre Entflammbarkeit getestet worden waren. 'Dies stellt ein katastrophales Versagen unserer Sicherheitssysteme dar,' erklärte Feraud während einer Pressekonferenz.
Die Tragödie hat in der ganzen Schweiz zu sofortigen Maßnahmen geführt, darunter zusätzliche Sicherheitsinspektionen und ein Verbot von Funkenkerzen in Vergnügungsstätten. Die Europäische Union leistete Nothilfe, um Brandopfer in spezialisierte Zentren zu transportieren, was die internationale Reaktion auf die Katastrophe unterstreicht.
Während die Gemeinde von Crans-Montana – ein malerischer Ferienort mit etwa 10.000 Einwohnern, bekannt für seinen Ski- und Golfsport – weiter trauert, bleiben Fragen zur Haftung und dazu, wie solche systemischen Sicherheitsmängel in einem entwickelten Land mit strengen Bauvorschriften überhaupt passieren konnten.
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