Schweiz trauert um Opfer des Crans-Montana-Brandes

Die Schweiz hielt einen nationalen Trauertag für 40 Opfer des Crans-Montana-Brandes ab, mit internationalen Führungspersönlichkeiten bei Gedenkveranstaltungen und landesweiten Würdigungen für die Neujahrstragödie.

schweiz-trauert-crans-montana-brand
Image for Schweiz trauert um Opfer des Crans-Montana-Brandes

Nationaler Trauertag Gedenkt 40 Tote bei Skiort-Tragödie

Die Schweiz hat am 9. Januar 2026 einen feierlichen nationalen Trauertag abgehalten, um der 40 Opfer des verheerenden Neujahrsbrandes in der Bar "Le Constellation" im beliebten Skiort Crans-Montana zu gedenken. Die Tragödie, bei der auch 119 Menschen verletzt wurden, wird als eine der schlimmsten in der jüngeren Geschichte der Schweiz beschrieben.

Gedenkzeremonie Zieht Internationale Führungspersönlichkeiten An

In der Stadt Martigny versammelten sich etwa 1.000 Menschen zu einem bewegenden Gedenkgottesdienst, an dem Angehörige der Opfer und hochrangige Würdenträger aus ganz Europa teilnahmen. Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin leitete die Zeremonie gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, dem italienischen Präsidenten Sergio Mattarella, dem belgischen Premierminister Bart De Wever und der Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola. Die Anwesenheit dieser Führungspersönlichkeiten unterstrich die internationale Tragweite der Katastrophe, bei der Opfer aus mindestens 19 verschiedenen Nationalitäten zu beklagen waren.

'Niemand ist darauf vorbereitet,' reflektierte ein lokaler Bewohner und hielt damit den tiefen Schock fest, der die Alpengemeinschaft erfasst hat. Die Zeremonie umfasste emotionale Ansprachen, eine Schweigeminute und das Niederlegen weißer Rosen an einer Gedenkstätte.

Landesweite Würdigungen und Fortschritt der Ermittlungen

Pünktlich um 14:00 Uhr läuteten in der ganzen Schweiz die Kirchenglocken, gefolgt von einer landesweiten Schweigeminute. In der Hauptstadt Bern hielten Straßenbahnen und Busse für 20 Sekunden mit eingeschalteten Warnblinklichtern an, während in Valbirse ein Gedenkmarsch stattfand. Flaggen wehten auf halbmast an Bundesgebäuden im ganzen Land.

Der Brand, der gegen 01:30 Uhr am 1. Januar im Keller der Bar ausbrach, soll durch Eisfontänen auf Champagnerflaschen verursacht worden sein, die zu nah an hoch entzündbarem akustischem Schaumstoff an der Decke platziert waren. Dies löste ein gefährliches "Flashover"-Phänomen aus, bei dem der gesamte Raum innerhalb von Sekunden fast gleichzeitig in Flammen aufging.

'Es war eine apokalyptische Szene,' berichtete ein Überlebender und beschrieb, wie sich viele junge Feiernde gefangen fühlten, da nur eine Treppe zur Flucht von der Kellerbühne zur Verfügung stand.

Sicherheitsbedenken und Strafrechtliche Ermittlungen

Es läuft ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen die beiden französischen Betreiber der Bar "Le Constellation", die des "Totschlags durch Fahrlässigkeit, der Körperverletzung durch Fahrlässigkeit und der Verursachung eines Brandes durch Fahrlässigkeit" verdächtigt werden. Die Behörden haben enthüllt, dass die Brandsicherheit der Bar seit 2019 nicht mehr überprüft worden war, obwohl Bedenken hinsichtlich des akustischen Schaumstoffs bestanden, der zur schnellen Ausbreitung der Flammen beitrug.

Bürgermeister Féraud bestätigte während einer Pressekonferenz, dass die schalldämmenden Matten an der Decke nie auf Brandsicherheit getestet worden waren. Die Opfer waren zwischen 14 und 39 Jahre alt, davon 15 unter 18 Jahren, was die junge Demografie unterstreicht, die von der Tragödie betroffen ist.

Internationale Reaktionen und Auswirkungen auf die Gemeinschaft

Die Katastrophe hat internationale Solidarität hervorgerufen, wobei medizinische Einrichtungen in der gesamten Schweiz und in Nachbarländern die Verletzten behandelten. Eine niederländische Gewebebank in Haarlem lieferte Spenderhaut für Brandopfer, was von medizinischem Fachpersonal als 'lebensrettende' Behandlung beschrieben wurde.

Während die Schweiz weiterhin mit den Nachwirkungen kämpft, diente der nationale Trauertag nicht nur dazu, die verlorenen Leben zu ehren, sondern auch den Einsatzkräften Anerkennung zu zollen und Dank für die internationale Unterstützung auszusprechen. Die Tragödie hat neue Diskussionen über Brandsicherheitsvorschriften in Vergnügungsstätten in ganz Europa angestoßen, wobei mehrere französische Bars bereits die Verwendung von Eisfontänen-Kerzen zugunsten von LED-Alternativen eingestellt haben.

Die Gemeinde Crans-Montana, die 2017 durch den Zusammenschluss mehrerer Gemeinden entstanden ist, steht nun vor der schwierigen Aufgabe, zu heilen und gleichzeitig sicherzustellen, dass sich eine solche Tragödie in dem beliebten Resort, das internationale Veranstaltungen wie das Caprices Festival und das Omega European Masters Golfturnier ausrichtet, nie wieder ereignet.

Das könnte ihnen auch gefallen