Gedenkzelt für Crans-Montana-Brandopfer gerät in Brand

Ein Gedenkzelt für die Opfer des tödlichen Crans-Montana-Brandes geriet am 8. Februar 2026 selbst in Brand. Niemand wurde verletzt, doch der Vorfall vertieft das Trauma in einer Gemeinde, die noch um 41 Tote trauert.

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Gedenkzelt für Crans-Montana-Brandopfer gerät in Brand

In einer schockierenden Wendung geriet die provisorische Gedenkstätte für die Opfer des tödlichen Neujahrsbrandes in Crans-Montana, Schweiz, in den frühen Morgenstunden des 8. Februar 2026 selbst in Brand. Das Feuer brach gegen 06:00 Uhr Ortszeit an dem Ort aus, an dem nur einen Monat zuvor 41 Menschen ihr Leben verloren hatten.

Schnelles Eingreifen verhindert weitere Tragödie

Feuerwehrleute reagierten schnell und konnten das Feuer löschen, bevor es sich ausbreiten konnte. Bei diesem neuen Vorfall wurde glücklicherweise niemand verletzt. Das Gedenkzelt enthielt Blumen, Kuscheltiere, Kerzen und Kondolenznachrichten von trauernden Familienangehörigen und Gemeindemitgliedern.

'Das ist, als ob man Salz in eine offene Wunde reibt,' sagte die Anwohnerin Marie Dubois, die bei dem ursprünglichen Brand zwei Freunde verloren hatte. 'Wir kommen hierher, um zu gedenken und zu trauern, und jetzt ist selbst dieser heilige Ort durch Feuer entweiht worden.'

Ermittlungen eingeleitet

Die Polizei hat eine Untersuchung zur Ursache des Gedenkstättenbrandes eingeleitet, die derzeit noch unbekannt ist. Die Behörden prüfen, ob Kerzen oder andere brennbare Materialien innerhalb der Gedenkstätte versehentlich Feuer gefangen haben könnten. Die Gedenkstätte war kürzlich aus Sicherheitsgründen etwas weiter vom ausgebrannten Café-Gebäude entfernt verlegt worden.

Hintergrund: Die ursprüngliche Tragödie

Der Brand am 1. Januar 2026 in der Bar "Le Constellation" war eine der tödlichsten Nachtclub-Katastrophen in der Schweiz seit Jahrzehnten. Das Feuer entstand während der Neujahrsfeiern, als Feiernde Champagnerflaschen mit brennenden Wunderkerzen zu nah an brennbaren Akustikschaum an der Decke hielten, was zu einer schnellen Rauchgasdurchzündung führte.

Die Tragödie forderte 41 Todesopfer im Alter von 14 bis 39 Jahren und hinterließ 115 Verletzte – 83 davon mit schweren Verbrennungen. Die Hälfte der Verstorbenen war jünger als 18 Jahre, und die Opfer stammten aus mindestens neun Ländern, darunter der Schweiz, Italien, Frankreich, Rumänien, der Türkei, Belgien, Portugal und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Laufende Ermittlungen und Auswirkungen auf die Gemeinschaft

Vier Personen stehen derzeit im Zusammenhang mit dem ursprünglichen Brand unter strafrechtlicher Untersuchung, darunter die Miteigentümer Jacques und Jessica Moretti sowie lokale Sicherheitsbeamte. Die Staatsanwaltschaft untersucht, warum seit 2019 keine obligatorischen Sicherheitsinspektionen durchgeführt wurden.

'Für uns existiert das Jahr 2026 nicht,' erzählte ein trauerndes Elternteil den Schweizer Medien und fasste damit die tiefgreifenden Auswirkungen auf die Familien zusammen. Der Kanton Wallis hat Notfallzahlungen von je 10.000 CHF an jede hospitalisierte Person oder betroffene Familie geleistet, während die Gemeinde Crans-Montana 1 Million CHF zu einer Stiftung für die Opferhilfe beigetragen hat.

Die Tragödie hat auch diplomatische Spannungen verursacht, nachdem Italien seinen Botschafter zurückgerufen hatte, als ein Schweizer Gericht den Barbesitzer gegen Kaution freigelassen hatte. Italien hat gegenseitige Rechtshilfe bei den Ermittlungen erhalten und führt gleichzeitig strafrechtliche Verfahren für die sechs getöteten italienischen Teenager.

Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaft

Trotz dieses neuen Rückschlags zeigt die Gemeinschaft weiterhin bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit. Kürzlich wurde bei einem Weltcup-Abfahrtsrennen in Crans-Montana eine Schweigeminute für die Opfer abgehalten. Der auf etwa 1500 Metern Höhe im Kanton Wallis gelegene Skiort ist für seine 140 Kilometer Pisten bekannt und hat große Veranstaltungen wie die Alpinen Skiweltmeisterschaften 1987 ausgerichtet.

Während die Ermittlungen zu beiden Bränden weitergehen, bleibt die Gemeinschaft in Trauer vereint und ist entschlossen, sicherzustellen, dass sich solche Tragödien nie wieder ereignen.

Quellen

RTE: Gedenkstättenbrand in der Schweiz

Wikipedia: Crans-Montana Café-Brand

The Guardian: Crans-Montana Opferzahl Update

Swiss Observer: Crans-Montana Brandermittlung

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