Der Bar-Besitzer gesteht, dass eine verschlossene Tür und brennbare Paneele einen tödlichen Neujahrsbrand mit 40 Toten verursachten. Seit 2019 fanden keine Sicherheitskontrollen statt, die Eigentümer werden strafrechtlich verfolgt.
Schweizer Bar-Besitzer gesteht Sicherheitsfehler bei tödlichem Neujahrsbrand
Der Besitzer einer Schweizer Bar, in der 40 Menschen bei einem Neujahrsbrand ums Leben kamen, hat gestanden, dass der Personalausgang verschlossen war und dass er brennbare schalldämmende Paneele installiert hatte, die das Feuer anfachten. Jacques Moretti, Miteigentümer der Bar Le Constellation im Luxus-Skigebiet Crans-Montana, legte dieses Geständnis während eines Polizeiverhörs ab, nachdem er wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und Fahrlässigkeit festgenommen worden war.
Verschlossene Tür und brennbare Materialien
Laut dem Schweizer Sender RTS erzählte Moretti den Ermittlern, dass er nicht wisse, warum die Personaltür im Erdgeschoss verschlossen war. Als er diese nach dem Brandausbruch von außen öffnete, habe er Berichten zufolge mehrere Leichen vorgefunden. Der Keller der Bar hatte nur einen Ausgang, wodurch viele Feiernde eingeschlossen wurden, als das Feuer gegen 01:30 Uhr am 1. Januar 2026 ausbrach.
Moretti gestand auch, dass er alte schalldämmende Paneele durch brennbare Materialien ersetzt hatte, die er im deutschen Baumarkt Hornbach gekauft hatte. 'Diese Paneele wurden mit Warnhinweisen zu ihrer Brennbarkeit verkauft,' sagte ein Brandschutzexperte gegenüber RTS. Bar-Mitarbeiter waren sich Berichten zufolge der gefährlichen Eigenschaften der Paneele bewusst, wobei ein Mitarbeiter Gäste bereits Jahre zuvor gewarnt haben soll.
Keine Sicherheitskontrollen seit 2019
Die Tragödie hat schwerwiegende Regulierungsfehler aufgedeckt. Der Bürgermeister von Crans-Montana enthüllte, dass die Bar seit 2019 keine verpflichtenden jährlichen Brandschutzkontrollen durchlaufen hatte. 'Dies stellt ein katastrophales Versagen der Aufsicht dar,' sagte der Schweizer Sicherheitsinspektor Markus Weber in einem Interview mit The New York Times.
Videoaufnahmen der Feier zeigen Feiernde, die Champagnerflaschen mit Eisfontänen nahe der Decke halten. Die brennbaren schalldämmenden Paneele fingen schnell Feuer, wodurch laut Zeugen eine 'Wand aus Flammen' entstand, die sich innerhalb von Sekunden ausbreitete.
Strafrechtliche Anklagen und nationale Trauer
Jacques Moretti bleibt wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft, während seine Frau Jessica Moretti unter Hausarrest gestellt wurde. Beiden wird fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Brandstiftung vorgeworfen.
Die Schweiz hielt am 9. Januar 2026 einen Tag der nationalen Trauer ab, an dem der französische Präsident Emmanuel Macron und der belgische Premierminister Alexander De Croo Gedenkgottesdienste besuchten. Die Opfer, hauptsächlich Teenager und junge Erwachsene, stammten aus verschiedenen europäischen Ländern.
Feuerwerksverbote und Sicherheitsreformen
Die Tragödie hat unmittelbare Sicherheitsreformen in der gesamten Schweiz ausgelöst. Mehrere Gemeinden haben Feuerwerk in öffentlichen Räumen verboten, und das italienische Skigebiet Livigno erwägt ähnliche Maßnahmen. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat sich für strengere Feuerwerksvorschriften ausgesprochen.
Während die Ermittlungen andauern, hat der Fall dringende Fragen zu Sicherheitsstandards in Nachtclubs und zur Regulierungsdurchsetzung in Tourismusdestinationen aufgeworfen. 'Dies war eine vermeidbare Tragödie, die als Weckruf für Veranstaltungsorte weltweit dienen muss,' sagte die internationale Brandschutzberaterin Dr. Elena Schmidt in einem Interview mit Associated Press.
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