Schweizer Polizei: 24 Tote nach Bar-Brand identifiziert, Jüngster 14

Die Schweizer Polizei hat 24 Opfer des Neujahrsbrandes in Crans-Montana identifiziert, darunter einen 14-Jährigen. Der Brand forderte 40 Todesopfer und verletzte 119 Menschen. Gegen die Barbetreiber wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

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Schweizer Behörden identifizieren Opfer nach tödlichem Neujahrsbrand

Die Schweizer Polizei hat nun 24 Opfer des verheerenden Neujahrsbrandes in der Bar "Le Constellation" in Crans-Montana identifiziert, wobei das jüngste bestätigte Opfer erst 14 Jahre alt war. Diese letzte Identifizierung bringt die Gesamtzahl auf 24 der 40 Todesopfer der Tragödie am 1. Januar, die das Alpenland und die internationale Gemeinschaft erschüttert hat.

Fortschritt bei der Identifizierung der Opfer

Laut der Walliser Kantonspolizei gehören die 16 neu identifizierten Opfer zu zehn Schweizer Staatsbürgern, zwei Italienern, einem italienisch-emiratischen Doppelbürger, einem Rumänen, einem französischen Bürger und einem türkischen Staatsbürger. Der Identifizierungsprozess war aufgrund der Schwere der Brandverletzungen, die viele Opfer erlitten haben, besonders herausfordernd, was umfangreiche forensische Arbeiten, einschließlich DNA-Analyse, erforderte.

'Die Identifizierung der verstorbenen Opfer dauert länger, weil einige Opfer vollständig verbrannt sind,' erklärte Polizeisprecherin Beatrice Pilloud. 'Wir müssen auch Verletzte identifizieren, die noch im Krankenhaus liegen.'

Das tragische Ereignis

Der Brand brach gegen 01:30 Uhr am 1. Januar 2026 während der Neujahrsfeiern in der beliebten Kellerbar im exklusiven Skigebiet Crans-Montana aus. Ermittler vermuten, dass das Feuer entstand, als Funken von Champagnerflaschen schalldämmenden Schaumstoff an der Decke entzündeten, was einen schnellen Flashover verursachte, der den gesamten Keller innerhalb weniger Minuten in Flammen setzte.

Die Raumaufteilung des Lokals stellte erhebliche Herausforderungen für die Evakuierung dar, mit nur einer Treppe zum Obergeschoss. Dieser einzige Ausgang trug zur hohen Opferzahl bei, da in Panik geratene Besucher Schwierigkeiten hatten, den sich schnell ausbreitenden Flammen und giftigem Rauch zu entkommen.

Strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet

Die Schweizer Behörden haben ein Strafverfahren gegen die Betreiber der Bar eingeleitet, die möglicherweise wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung angeklagt werden. Die Ermittlungen werden prüfen, ob die Einrichtung den Schweizer Brandschutzvorschriften entsprach, die für diese Art von Veranstaltungsort typischerweise zwei unabhängige Fluchtwege vorsehen.

Barbesitzer Jacques Moretti hat öffentlich erklärt, dass der Betrieb in den letzten zehn Jahren drei Inspektionen bestanden und allen Vorschriften entsprochen habe. Die Behörden untersuchen jedoch, ob das verwendete schalldämmende Material feuerfest war und ob die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen vorhanden waren.

Medizinische Reaktion und internationale Hilfe

Das Ausmaß der Tragödie überforderte die lokalen medizinischen Einrichtungen, mit 119 Verletzten, von denen viele schwere Verbrennungen erlitten. Die Schweiz aktivierte den EU-Bürgerschutzmechanismus und verlegte kritisch verletzte Patienten in spezialisierte Verbrennungszentren in ganz Europa. Rettungskräfte setzten 150 Einsatzkräfte, 10 Helikopter und 40 Krankenwagen in den unmittelbaren Folgestunden ein.

'Die ersten 48 Stunden waren entscheidend für die Opfer,' bemerkte Dr. Marco Rossi, ein Traumaspezialist, der an der medizinischen Reaktion beteiligt war. 'Viele erlitten neben Verbrennungen auch Inhalationsverletzungen, was ihre Behandlung und Genesung erschwerte.'

Gemeinschaftstrauer und Gedenken

Am Sonntagmorgen versammelten sich Hunderte Menschen in Crans-Montana zu einem Gedenkgottesdienst für die Opfer. Der Gottesdienst wurde auf Bildschirmen auf dem Dorfplatz übertragen, wo Trauernde in Stille ihre Ehre erwiesen. Nach der religiösen Zeremonie zogen die Teilnehmer in einem Schweigemarsch durch das Skigebiet.

Die Tragödie hat zu einer nationalen Reflexion über Brandschutzstandards in der Schweiz geführt, wobei Präsident Guy Parmelin den 9. Januar zum nationalen Trauertag erklärt hat. Der Vorfall stellt einen der tödlichsten Nachtclubbrand in der Schweizer Geschichte dar und wird mit anderen europäischen Tragödien im Nachtleben verglichen.

Während die Identifizierungsbemühungen weitergehen, stehen Familien von Vermissten vor einer qualvollen Ungewissheit. Die Polizei hat eine spezielle Hotline eingerichtet und arbeitet mit internationalen Behörden zusammen, um Angehörige in mehreren Ländern zu informieren. Die Untersuchung der Brandursachen und möglicher Sicherheitsverstöße dauert an, wobei die Ergebnisse voraussichtlich die Brandschutzvorschriften in der gesamten Schweiz und möglicherweise Europa beeinflussen werden.

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