Bar-Besitzer nach Zahlung von 215.000 Euro Kaution freigelassen
Jacques Moretti, der Eigentümer der Bar Le Constellation im Schweizer Skiort Crans-Montana, ist gegen Kaution freigelassen worden, nachdem er zwei Wochen in Untersuchungshaft verbracht hatte. Die Haft folgte auf einen tödlichen Neujahrsbrand, bei dem 40 Menschen ums Leben kamen. Das Schweizer Gericht ordnete seine Freilassung an, nachdem Moretti eine Kaution in Höhe von 200.000 Schweizer Franken (etwa 215.000 Euro) hinterlegt hatte. „Meine Mandanten bedauern diese Tragödie zutiefst und werden weiterhin vollumfänglich mit den Behörden zusammenarbeiten,“ sagte der Anwalt der Morettis in einer Erklärung gegenüber Reuters.
Strenge Auflagen für die Freilassung
Moretti muss sich täglich bei einer Polizeidienststelle melden und darf die Schweiz nicht verlassen, solange die Ermittlungen laufen. Seine Ehefrau Jessica, Miteigentümerin des Betriebs, wurde nicht inhaftiert, steht aber unter denselben Anklagen unter Untersuchung: fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Brandstiftung. Beide wurden zehn Stunden lang zu Sicherheitsvorkehrungen und kürzlichen Renovierungen in ihrer Bar verhört.
Die tödliche Neujahrstragödie
Der Brand brach gegen 01:30 Uhr am 1. Januar 2026 während der Neujahrsfeiern in der Bar Le Constellation im exklusiven Skiort Crans-Montana aus. Laut einer Analyse von BBC Verify entstand das Feuer wahrscheinlich, als Wunderkerzen an Champagnerflaschen hoch entzündbare Schalldämmungsschaumstoffe an der Decke entzündeten. Das Feuer breitete sich rasend schnell aus und verursachte einen „Flashover“, bei dem heiße Gase den gesamten Raum nahezu augenblicklich in Flammen setzten.
Untersuchte Sicherheitsmängel
Ermittler haben mehrere Sicherheitsverstöße aufgedeckt. Der Schalldämmungsschaum hätte nach Schweizer Recht überprüft werden müssen, wurde aber nicht ordnungsgemäß kontrolliert. Die Gemeinde hatte seit 2019 keine Sicherheitskontrollen durchgeführt, obwohl die Vorschriften für Betriebe dieser Größenordnung jährliche Inspektionen vorsehen. „Die Fluchtwege waren für die anwesende Personenzahl völlig unzureichend,“ bemerkte ein Brandschutzexperte in einem Interview mit AP.
Opfer und internationale Auswirkungen
Die Opfer waren überwiegend Teenager und junge Erwachsene aus mindestens neun Ländern, was diesen Brand zu einem der tödlichsten in der Schweiz seit Jahrzehnten macht. Die Tragödie hat internationale Aufmerksamkeit erregt und ernste Fragen zur Brandschutzgesetzgebung in Schweizer Skigebieten aufgeworfen. „Unsere Gedanken sind bei den Familien, die in dieser vermeidbaren Tragödie Angehörige verloren haben,“ erklärte ein Sprecher der Kantonspolizei Wallis.
Laufendes Strafverfahren
Die Schweizer Staatsanwaltschaft setzt ihre Ermittlungen fort, wobei die Morettis die einzigen Verdächtigen sind. Die Beweissammlung umfasst Videoaufnahmen, Zeugenaussagen und forensische Analysen zur Brandursache. Der Fall hat Kritik von Vertretern der Opfer hervorgerufen, die Bedenken hinsichtlich der Freilassung der Eigentümer äußerten. „Angesichts der Schwere der Vorwürfe und des Fluchtrisikos ist diese Entscheidung besorgniserregend,“ bemerkte ein Anwalt, der mehrere Opferfamilien gegenüber Yahoo News vertritt.
Die Tragödie in Crans-Montana dient als schmerzliche Erinnerung an die Bedeutung von Brandschutzvorschriften in Gastronomiebetrieben, insbesondere während gut besuchter Feierlichkeiten. Während die Ermittlungen fortschreiten, überarbeiten die Schweizer Behörden die Sicherheitsvorschriften für Bars und Clubs im ganzen Land, um ähnliche Katastrophen zu verhindern. Die Diskussionen konzentrieren sich auf strengere Kontrollen von Baumaterialien, regelmäßige behördliche Inspektionen und klare Vorgaben für die maximale Personenkapazität und Fluchtwege. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen genau, da der Vorfall grundlegende Sicherheitsfragen in Tourismus-Hotspots aufwirft.
Nederlands
English
Deutsch
Français
Español
Português