Eine Schweizer Bar, in der 40 Menschen bei einem Silvesterbrand starben, war 6 Jahre lang nicht inspiziert worden, was kritische Sicherheitsmängel aufdeckt. Die Tragödie führt zu landesweiter Kritik an Brandschutzkontrollen.
Tödlicher Brand deckt kritische Sicherheitsmängel in Schweizer Skigebiet auf
Der tödliche Silvesterbrand in der Bar Le Constellation in Crans-Montana, Schweiz, bei dem 40 Menschen ums Leben kamen und mehr als 100 verletzt wurden, hat ein schockierendes Sicherheitsversagen offengelegt. Lokale Behörden bestätigten, dass die Einrichtung sechs Jahre lang keine vorgeschriebenen Brandschutzinspektionen durchlaufen hatte, wobei die letzte Inspektion im Jahr 2019 stattfand.
Systematisches Versagen bei Inspektionen
Nicolas Féraud, Präsident des Gemeinderats von Crans-Montana, räumte auf einer Pressekonferenz ein, dass die Bar nach Schweizer Vorschriften jährlich hätte inspiziert werden müssen. 'Diese Art von Einrichtung sollte jedes Jahr inspiziert werden,' sagte Féraud, 'mit Fokus auf Feuerlöscher, Fluchtwege und Sicherheitsausrüstung. Die letzte Inspektion war 2019, und damals gab es keine bekannten laufenden Probleme.'
Das Feuer, das gegen 01:30 Uhr am 1. Januar 2026 während einer Silvesterfeier ausbrach, breitete sich rasend schnell in der Kellerbar aus. Zeugen beschrieben, wie Wunderkerzen an Champagnerflaschen die Schalldämmung an der Decke entzündeten, was ein Überlebender als 'ein Inferno, das sich schneller ausbreitete, als irgendjemand reagieren konnte' beschrieb.
Kritische Sicherheitsverstöße
Ermittlungen haben mehrere Sicherheitsmängel in Le Constellation aufgedeckt. Der Keller verfügte nur über eine Treppe zum Ausgang, was gegen Schweizer Vorschriften verstößt, die mindestens zwei Fluchtwege für öffentliche Einrichtungen vorschreiben. Die schmale Treppe, von Rettungskräften als 'kaum breit genug für eine Person' beschrieben, schuf einen tödlichen Engpass, als panische Feiernde zu entkommen versuchten.
Laut dem Schweizer Brandschutzexperten Dr. Markus Weber: 'Die Kombination aus brennbarem Deckenmaterial, unzureichenden Fluchtwegen und fehlenden aktuellen Inspektionen schuf den perfekten Sturm für eine Tragödie. Die Schweizer Vorschriften sind eigentlich recht streng, aber die Durchsetzung scheint in diesem Fall versagt zu haben.'
Breitere Implikationen für Schweizer Sicherheitsstandards
Die Tragödie in Crans-Montana hat landesweit Kritik an Brandschutzkontrollen in der Schweiz ausgelöst. Der Verband der Kantonalen Gebäudeversicherungen, der nationale Richtlinien harmonisiert, verlangt regelmäßige Inspektionen aller öffentlichen Einrichtungen. Mit nur fünf Sicherheitsbeauftragten, die für über 10.000 Gebäude allein in der Region Crans-Montana verantwortlich sind, könnte systemische Unterbesetzung zu Inspektionslücken beitragen.
Schweizer Behörden haben eine strafrechtliche Untersuchung gegen die Barbesitzer wegen möglicher fahrlässiger Tötung eingeleitet. Staatsanwältin Beatrice Pilloud erklärte: 'Wir untersuchen, ob alle Sicherheitsvorschriften korrekt eingehalten wurden und ob Fahrlässigkeit zu diesem schrecklichen Verlust von Menschenleben beigetragen hat.'
Sofortige Reformen und Gedenken
Als Reaktion auf die Tragödie hat Crans-Montana sofortige Reformen umgesetzt. Bürgermeister Féraud kündigte ein vollständiges Verbot von Wunderkerzen und Feuerwerk in allen Gastronomiebetrieben an und versprach, dass ein externer Dienstleister alle Bars und Restaurants in der Gemeinde inspizieren wird. 'Wir stehen fünf Tage nach diesem tödlichen Brand immer noch unter Schock,' sagte Féraud, 'aber wir sind entschlossen, sicherzustellen, dass sich dies nie wiederholt.'
Die Opfer, deren Alter zwischen 14 und 35 Jahren lag, kamen aus mindestens neun verschiedenen Ländern, was den internationalen Charakter des beliebten Skigebiets widerspiegelt. Gedenkgottesdienste wurden in der gesamten Region abgehalten, mit Blumen und Kerzen vor den verkohlten Überresten von Le Constellation.
Diese Tragödie folgt auf andere tödliche Diskobrände in Europa in den letzten Jahren, darunter Vorfälle in Nordmazedonien (2025), der Türkei (2024) und Spanien (2023), was dringende Fragen zur Einhaltung von Brandschutzvorschriften auf dem gesamten Kontinent aufwirft. Während die Schweiz um seine tödlichste Brandkatastrophe seit Jahrzehnten trauert, richtet sich der Fokus darauf, sicherzustellen, dass Sicherheitsvorschriften nicht nur auf dem Papier stehen, sondern auch tatsächlich durchgesetzt werden.
Quellen: Washington Post, The Guardian, Deutsche Welle
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