Umfassendes Anti-Tabak-Gesetz: Rauch- und Vape-Verbot auf Terrassen
Spaniens Regierung hat einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der Rauchen und Dampfen auf allen Außenterrassen von Gaststätten verbietet. Der von Gesundheitsministerin Mónica García am 21. Juli 2026 vorgestellte Entwurf verbietet Rauchen auch auf Stränden, in öffentlichen Schwimmbädern, auf Universitätsgeländen und in Sportstätten. Es gelten 15-Meter-Abstände zu Schulen, Krankenhäusern und Spielplätzen. E-Zigaretten, Vapes, Nikotinbeutel und Tabakerhitzer unterliegen denselben Regeln wie herkömmliche Zigaretten. Der Entwurf muss noch vom Parlament verabschiedet werden.
Was beinhaltet der Gesetzesentwurf?
- Verbot auf Terrassen: Rauchen und Dampfen auf allen Außenterrassen untersagt.
- Erweiterte rauchfreie Zonen: Strände, Schwimmbäder, Sportanlagen, Universitäten, Bushaltestellen und Veranstaltungsorte im Freien.
- 15-Meter-Schutzzonen: Kein Rauchen in der Nähe von Schulen, Gesundheitseinrichtungen, Kitas und Spielplätzen.
- Arbeitsfahrzeuge: Rauchverbot in allen geschäftlich genutzten Fahrzeugen.
- Vape-Regulierung: E-Zigaretten, Nikotinbeutel, Wasserpfeifen und Tabakerhitzer unterliegen denselben Einschränkungen.
- Einweg-Vape-Verbot: Einweg-E-Zigaretten sollen verboten werden, mit einer neunmonatigen Übergangsfrist.
- Verbot für Minderjährige: Konsum von Tabak und Nikotinprodukten für unter 18-Jährige verboten, Geldstrafen ab 200 €.
- Werbebeschränkungen: Strengere Regeln für Werbung und Sponsoring.
Ähnlich der EU-Tabakproduktrichtlinie folgt Spanien dem europäischen Trend zu strengeren Regelungen.
Gesundheitsauswirkungen und Statistiken
Gesundheitsministerin García nannte alarmierende Zahlen: Rund 50.000 Menschen sterben jährlich in Spanien an den Folgen des Rauchens, und etwa 30 % aller Krebsfälle sind auf Tabak zurückzuführen. „Wir können nicht 50.000 vermeidbare Todesfälle pro Jahr zulassen“, sagte García. Die tägliche Raucherquote liegt bei etwa 26 % der Erwachsenen, über dem Durchschnitt der Industrieländer.
Der globale Trend zur Vape-Regulierung zeigt, dass viele Länder die Regeln für E-Zigaretten verschärfen, insbesondere um Jugendliche zu schützen.
Widerstand der Gastronomiebranche
Die spanische Gastronomie lehnt das Terrassenverbot ab und warnt, dass Raucher in geschlossene Räume ausweichen könnten, was die Belastung durch Passivrauchen paradoxerweise erhöhen würde. Die oppositionelle Volkspartei schlägt Änderungen vor, die ausgewiesene Raucherbereiche auf Terrassen erlauben würden. „Wir unterstützen die Gesundheitsziele, aber die Maßnahmen müssen verhältnismäßig sein und dürfen keine Arbeitsplätze vernichten“, so ein Sprecher.
Während der COVID-19-Pandemie hatte Spanien vorübergehend ein Rauchverbot auf Terrassen verhängt, das später aufgehoben wurde. Die COVID-19-Rauchverbote im Freien dienten als Vorbild für den aktuellen Vorschlag.
Zeitplan und Gesetzgebungsweg
Der Ministerrat billigte den Entwurf am 21. Juli 2026. Das Gesetz muss nun durch den Kongress und den Senat, wo Änderungen erwartet werden. Bei Verabschiedung tritt es 20 Tage nach Veröffentlichung im Staatsanzeiger (BOE) in Kraft. Das Einweg-Vape-Verbot würde nach einer neunmonatigen Übergangszeit, voraussichtlich Mitte 2027, wirksam.
Spanien reiht sich damit in eine wachsende Liste europäischer Länder ein, die Rauchverbote im Freien verschärfen. Belgien verbietet ab 2027 Rauchen auf Terrassen, Frankreich hat Einweg-Vapes im Dezember 2024 verboten, und die Niederlande haben Beschränkungen für aromatisierte E-Liquids eingeführt.
Häufig gestellte Fragen
Wann tritt das Rauchverbot auf Terrassen in Kraft?
Das Gesetz ist noch nicht in Kraft. Es bedarf der parlamentarischen Zustimmung, die für Herbst 2026 erwartet wird. Bei Verabschiedung tritt es 20 Tage nach Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft.
Gilt das Dampfverbot auch auf Terrassen?
Ja, der Entwurf behandelt E-Zigaretten, Vapes, Nikotinbeutel und Tabakerhitzer wie herkömmliche Zigaretten. Alle sind in denselben Außenbereichen verboten.
Darf ich in Spanien noch am Strand rauchen?
Wenn das Gesetz verabschiedet wird, ist Rauchen an allen Stränden verboten. Allerdings können regionale Regelungen bis zur endgültigen Verabschiedung variieren.
Welche Strafen drohen bei Verstößen?
Geldstrafen für Minderjährige beginnen bei 200 € und können durch gemeinnützige Arbeit ersetzt werden. Strafen für Unternehmen, die Rauchen in verbotenen Bereichen zulassen, wurden noch nicht festgelegt, werden aber voraussichtlich erheblich sein.
Betrifft das auch Touristen?
Ja, das Verbot gilt für alle in Spanien, einschließlich Touristen. Besucher sollten beachten, dass Rauchen auf Terrassen, Stränden und anderen öffentlichen Plätzen nach Inkrafttreten verboten ist.
Quellen
Die Informationen stammen vom spanischen Gesundheitsministerium, NOS News, Euronews, RTE, Nicotine Insider und ECigIntelligence. Aktuelle Updates finden Sie auf der Website des spanischen Gesundheitsministeriums.
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