Was ist Österreichs neues Kopftuchverbot an Schulen?
Österreich führt ein umstrittenes Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 an allen öffentlichen und privaten Schulen ein, das im September 2026 vollständig in Kraft tritt. Das im Dezember 2025 verabschiedete Gesetz verbietet Kopfbedeckungen 'nach islamischer Tradition' – einschließlich Hijab und Burka. Integrationsministerin Claudia Plakolm (ÖVP) verteidigte das Verbot: 'Das Kopftuch ist kein unschuldiges Stück Stoff; es ist ein Symbol der Unterdrückung.' Eine Aufklärungsphase begann im Februar 2026. Ab September 2026 drohen Eltern Geldstrafen von 150 bis 800 Euro bei wiederholten Verstößen, und Lehrer müssen Verstöße melden.
Hintergrund und politischer Kontext
Ein erster Versuch 2019 wurde vom Verfassungsgerichtshof 2020 aufgehoben. Das neue Gesetz umgeht dies durch das Ziel der Verhinderung 'geschlechtsbezogener Unterdrückung'. Die Koalition aus ÖVP, SPÖ und Neos verabschiedete es mit Unterstützung der FPÖ; nur die Grünen stimmten dagegen. Ähnliche Europäische Kopftuchverbote in Schulen gibt es in Frankreich, Belgien und Teilen Deutschlands.
Auswirkungen auf Schulen, Lehrer und Schüler
Etwa 12.000 Mädchen sind betroffen, besonders in Wien, wo 38,5% der Schüler muslimisch sind. Schulleiter Gerd Bauer (Wien-Simmering) sagte: 'Manche Mädchen werden das Kopftuch abnehmen; bei anderen müssen wir abwarten.' Der Lehrer-Gewerkschafter Thomas Krebs befürchtet Schäden am Vertrauensverhältnis. Lehrer müssen Verstöße melden, bei wiederholten Verstößen wird das Jugendamt eingeschaltet. Das Verbot gilt nicht für Schulausflüge.
Kritik und Verfassungsbeschwerden
Kritiker sehen das Verbot als diskriminierend und verfassungswidrig. Sarah Dakhli (AKS Wien) nannte es 'Symbolpolitik'. Die IGGÖ beauftragte Professor Markus Vašek (JKU Linz) mit einem Rechtsgutachten, das das Verbot als verfassungswidrig einstuft. Sie plant eine Klage beim Verfassungsgerichtshof. Amnesty International Österreich bezeichnete das Verbot als 'blanke Diskriminierung'. Laut EU-Agenturbericht 2024 sind Muslime in Österreich am stärksten von Diskriminierung betroffen. Der Anstieg der anti-muslimischen Diskriminierung in Europa werde durch solche Gesetze verstärkt. Hunderte protestierten im Februar 2026; weitere Proteste sind geplant, darunter die Wiener Proteste 2025 gegen das Kopftuchverbot.
FAQ: Österreichs Kopftuchverbot an Schulen
Für wen gilt das Verbot?
Für alle Mädchen unter 14 Jahren an öffentlichen und privaten Schulen.
Welche Kopfbedeckungen sind verboten?
Kopftücher 'nach islamischer Tradition', also Hijab und Burka. Jüdische Kippas und Sikh-Turbane sind ausgenommen.
Welche Strafen drohen?
In der Aufklärungsphase bis August 2026 keine Strafen. Ab September 2026 Geldstrafen von 150 bis 800 Euro für wiederholte Verstöße, oder bis zu zwei Wochen Ersatzfreiheitsstrafe. Lehrer müssen Verstöße melden.
Ist das Verbot verfassungsgemäß?
Ein ähnliches Verbot wurde 2020 aufgehoben. Die IGGÖ hält das neue Verbot ebenfalls für verfassungswidrig; der Fall wird erwartet.
Wann tritt das Verbot in Kraft?
Aufklärungsphase seit Februar 2026; vollständige Durchsetzung ab September 2026.
Quellen
BBC News: Österreich verabschiedet Kopftuchverbot für Mädchen unter 14
Jurist: Österreich genehmigt Schul-Kopftuchverbot für Mädchen unter 14
The Local: Österreichisches Kopftuchverbot löst Proteste und rechtliche Bedenken aus
VOL.at: Kopftuchverbot an Schulen - Start mit Aufklärungsphase
Straits Times: Schul-Kopftuchverbot in Österreich löst Wut aus
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