Das Critical Minerals Ministerial im Februar 2026 in Washington markierte einen Wendepunkt im globalen Wettlauf um Lithium, Seltene Erden, Kobalt und Kupfer. Mit dem Start des Forum on Resource Geostrategic Engagement (FORGE) und über 30 Milliarden Dollar an mobilisierten Projektfinanzierungen unternimmt die USA ihren aggressivsten Vorstoß gegen Chinas Kontrolle über Lieferketten kritischer Rohstoffe. Da Peking rund 90 % der Raffinationskapazitäten für Seltene Erden und 65 % der Lithiumverarbeitung kontrolliert, bedroht dieser strategische Engpass direkt die Energiewende, den Ausbau der KI-Infrastruktur und die Verteidigungsproduktion westlicher Volkswirtschaften.
Strategischer Kontext: Warum kritische Rohstoffe 2026 wichtig sind
Kritische Rohstoffe wie Lithium, Seltene Erden, Kobalt, Kupfer und Graphit sind Grundbausteine moderner Technologie. Die IEA prognostiziert einen fünffachen Anstieg der Lithiumnachfrage bis 2040. Die Versorgungskette bleibt jedoch gefährlich konzentriert: China kontrolliert 60–90 % der weltweiten Verarbeitungskapazitäten. Ein nachhaltiger Angebotsschock könnte die Batteriepreise um 40–50 % steigen lassen und die EV-Einführung gefährden. Die Risiken der Energiewende-Lieferkette sind zu einem zentralen Anliegen geworden.
FORGE: Ein neuer Rahmen für Rohstoffsicherheit
Am 4. Februar 2026 kündigten Außenminister Marco Rubio und Vizepräsident JD Vance FORGE als Nachfolger der Minerals Security Partnership an. Anders als sein Vorgänger schafft FORGE eine präferenzielle Handels- und Investitionszone mit koordinierten Preisuntergrenzen. Die Ministerrunde erzielte 11 neue bilaterale Rahmenabkommen, insgesamt 21 Verträge in fünf Monaten. Die USA haben über 30 Milliarden Dollar an Finanzierung mobilisiert, darunter EXIMs 10-Milliarden-Dollar-Initiative Project Vault für eine nationale strategische Reserve.
Wie FORGE sich unterscheidet
FORGE geht über diplomatische Koordination hinaus und schafft durchsetzbare Handelsmechanismen. Laut Atlantic Council spiegelt die Initiative eine Strategie wider, „Staatspraxis durch Märkte zu betreiben, nicht um sie herum". Dennoch bleiben operative Details unklar.
Chinas Dominanz: Die Midstream-Falle
Chinas Hebel liegt nicht im Bergbau, sondern in der Verarbeitung. China produziert etwa 61 % der geförderten Seltenen Erden, kontrolliert aber schätzungsweise 91 % der weltweiten Raffination. Bei Lithium verarbeitet China rund 65 % des globalen Angebots. Diese „Midstream-Falle" bedeutet, dass westliche Nationen selbst bei verstärktem Bergbau von chinesischen Raffinerien abhängig bleiben. Die Exportkontrollen für Seltene Erden 2026 haben bereits Störungen verursacht.
Investitionslücke von 500–700 Milliarden Dollar
Die IEA schätzt, dass der Bergbausektor bis 2040 Investitionen von 500–600 Milliarden Dollar benötigt, inklusive Verarbeitung bis zu 700 Milliarden Dollar. Die Investitionsdynamik hat sich jedoch verlangsamt. Die Investitionslücke bei kritischen Rohstoffen ist besonders bei Kupfer akut, dessen Nachfrage bis 2040 um 50 % steigen soll.
Auswirkungen auf Energiewende und KI-Infrastruktur
Der Engpass bedroht sowohl die saubere Energiewende als auch den Ausbau der KI-Infrastruktur. Ein Angebotsschock könnte Batteriepreise um 40–50 % erhöhen und die EV-Einführung verzögern. Der Kupferbedarf für KI-Infrastruktur belastet die globalen Kupfermärkte.
Expertenmeinungen
„Das Problem ist nicht der Bergbau, sondern die Verarbeitung", sagt Dr. Sarah Ladislaw vom CSIS. „Bis der Westen eigene Raffinerien baut, behält China seinen strategischen Engpass."
FAQ: Geopolitik kritischer Rohstoffe 2026
Was ist FORGE?
FORGE ist ein von den USA geführtes plurilaterales Rahmenwerk, das Handel und Investitionen in kritische Rohstoffe koordiniert, mit Preisuntergrenzen und Zöllen gegen Chinas Marktdominanz.
Warum kontrolliert China so viel Verarbeitung?
China investierte in den letzten zwei Jahrzehnten massiv in Raffinerien, unterstützt durch Industriepolitik und niedrige Umweltstandards. Der Westen vernachlässigte die Verarbeitung und schuf eine strukturelle Abhängigkeit.
Wie hoch ist der Investitionsbedarf?
Die IEA schätzt 500–600 Milliarden Dollar für Bergbau und insgesamt bis zu 700 Milliarden Dollar inklusive Verarbeitung. Die aktuellen Investitionen bleiben weit dahinter zurück.
Welche Risiken bestehen bei Versorgungsstörungen?
Ein nachhaltiger Angebotsschock könnte Batteriepreise um 40–50 % erhöhen, die EV-Einführung verzögern und die Verteidigungsproduktion verteuern. Chinas Exportkontrollen haben bereits Störungen verursacht.
Können die USA und Verbündete die Abhängigkeit verringern?
Ja, aber es wird ein Jahrzehnt oder länger dauern. FORGE und bilaterale Abkommen sind ein Anfang, doch der Aufbau eigener Raffinerien bleibt eine Herausforderung. Die westliche Verarbeitungsstrategie für Seltene Erden steckt noch in den Anfängen.
Fazit: Das Rennen läuft
Das Ministerium von Februar 2026 und der Start von FORGE signalisieren eine strategische Wende. Mit über 30 Milliarden Dollar und 21 Abkommen wird die Grundlage für diversifizierte Lieferketten gelegt. Doch Chinas jahrzehntelanger Vorsprung und die Investitionslücke bedeuten, dass strategische Verwundbarkeiten bestehen bleiben. Der Wettlauf um Lithium, Seltene Erden und Kupfer ist entscheidend für die Zukunft von Energie, Technologie und nationaler Sicherheit.
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