USA droht Venezuela: Wiederholt sich die Geschichte?

Die USA setzen ihre größte Karibik-Marineflotte seit der Kubakrise bei venezolanischen Spannungen ein, ein Echo von Amerikas langer Interventionsgeschichte von Bananenkriegen bis zu Staatsstreichen im Kalten Krieg.

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Amerikanische Kriegsschiffe bei eskalierenden Spannungen stationiert

Die Karibik ist Schauplatz einer dramatischen militärischen Pattsituation geworden, während die Vereinigten Staaten ihre größte Marineflotte in der Region seit der Kubakrise einsetzen. Die USS Gerald R. Ford Carrier Strike Group, begleitet von mehr als einem Dutzend Kriegsschiffen und 15.000 Truppen, positioniert sich bedrohlich vor der Küste Venezuelas. 'Das wird bald beginnen,' versprach Präsident Trump in einer nächtlichen Erklärung, obwohl er keine spezifischen Details darüber gab, welche Maßnahmen folgen würden.

Ein Jahrhundert Interventionismus

Für ältere Generationen in Lateinamerika fühlt sich diese Szene erschreckend vertraut an. Die Vereinigten Staaten haben eine lange und komplizierte Geschichte der Intervention in dem, was aufeinanderfolgende US-Regierungen 'unseren eigenen Hinterhof' nannten. Diese Tradition reicht zurück bis zur Monroe-Doktrin von 1823 und wurde dramatisch erweitert durch Präsident Theodore Roosevelts Roosevelt-Corollary von 1904, die Amerika als die 'internationale Polizeimacht' der Hemisphäre etablierte.

Das frühe 20. Jahrhundert sah, was als die 'Bananenkriege' bekannt wurde - wiederholte militärische Interventionen zum Schutz amerikanischer Unternehmensinteressen, insbesondere der United Fruit Company und Standard Fruit Company (heute Chiquita und Dole). Länder, die mit diesen amerikanischen Fruchtunternehmen zusammenarbeiteten, wurden als 'Bananenrepubliken' bekannt, ein Begriff, der auch heute noch Gewicht trägt.

Eskalationen im Kalten Krieg

Während des Kalten Krieges trieb antikommunistischer Eifer neue Interventionen an. 1954 inszenierte die CIA einen Staatsstreich gegen Guatemalas demokratisch gewählten Präsidenten Jacobo Árbenz, was zu 36 Jahren brutalen Bürgerkriegs führte. Die gescheiterte Invasion in der Schweinebucht 1961 in Kuba wurde eine demütigende Niederlage für die USA, die Fidel Castros Position stärkte und letztendlich die Kubakrise verursachte, die die Welt an den Rand eines Atomkriegs brachte.

Vielleicht am bekanntesten ist der von der CIA unterstützte Staatsstreich in Chile 1973, der den demokratisch gewählten sozialistischen Präsidenten Salvador Allende stürzte und die brutale Diktatur von Augusto Pinochet installierte. Wie der Historiker Peter Kornbluh bemerkt: 'Die amerikanische Intervention in Chile setzte ein gefährliches Präzedenz für die Demokratie in ganz Lateinamerika.'

Moderne Konfrontationen

Die aktuelle Krise mit Venezuela hat sich seit Jahren aufgebaut. Die Trump-Regierung hat Präsident Nicolás Maduro und seine Regierung als Mitglieder einer ausländischen terroristischen Organisation namens 'Cartel de los Soles' bezeichnet, was Venezuela als 'lächerliche Erfindung' abtut. Die USA haben auch den Preis für Maduros Verhaftung auf 50 Millionen US-Dollar verdoppelt.

Als Reaktion hat Maduro mehr als 4,5 Millionen Milizionäre mobilisiert und angekündigt, sie mit Gewehren und Raketen zu bewaffnen. 'Wir werden unsere Souveränität notfalls mit dem Blut unseres Volkes verteidigen,' erklärte Maduro in einer kürzlichen Rede. Venezuelas militärische Fähigkeiten umfassen russische AK-103-Gewehre, fortschrittliche Luftverteidigungssysteme und chinesische Anti-Schiffs-Raketen, was jede potenzielle Intervention extrem kostspielig macht.

Regionale Reaktionen und Risiken

Die Situation hat Lateinamerika gespalten, wobei linke Regierungen in Brasilien und Kolumbien amerikanisches Handeln ablehnen, während Kuba und Nicaragua Caracas unterstützen. Russland, China und Iran setzen ihre militärische und politische Unterstützung für Venezuela fort, was der Krise eine zusätzliche Ebene der Komplexität verleiht.

Laut einer aktuellen CBS News-Umfrage sind 70% der Amerikaner gegen militärische Aktionen in Venezuela. Militärexperten warnen, dass, obwohl eine konventionelle Niederlage der venezolanischen Streitkräfte möglich sein könnte, die Stabilisierungsphase zu langwierigem Aufstand und Staatszerfall führen könnte. 'Maduro zu entfernen könnte militärisch machbar sein, aber Venezuela danach zu stabilisieren könnte viel schwieriger sein,' bemerkt Sicherheitsanalystin Maria Rodriguez.

Während die Welt diese hochgespannte Konfrontation sich entfalten sieht, dienen die Echos der Geschichte sowohl als Warnung als auch als Kontext. Ob dies ein neues Kapitel in Amerikas langer Geschichte lateinamerikanischer Intervention wird oder einen neuen diplomatischen Ansatz markiert, bleibt abzuwarten.

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