Venezuelas Generalstaatsanwalt wirft USA Terrorismus nach tödlicher Aktion vor

Venezuelas Generalstaatsanwalt hat ein Terrorismusverfahren gegen die USA eingeleitet, nachdem eine US-Militäroperation mindestens 56 Tote forderte und Präsident Maduro festnahm. Die Aktion löste internationale Verurteilung aus und offenbarte politische Spaltungen in Washington. Die Oppositionsführerin plant eine Rückkehr, während der Ölsektor sich anpasst.

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Venezuela leitet Terrorismusermittlungen gegen die Vereinigten Staaten ein

Der oberste Staatsanwalt Venezuelas hat ein formelles Terrorismusverfahren gegen die Vereinigten Staaten eingeleitet. Dies folgt auf eine Militäroperation, bei der mindestens 56 Menschen getötet und Präsident Nicolás Maduro festgenommen wurde. Generalstaatsanwalt Tarek William Saab, ein treuer Anhänger Maduros, hat drei Staatsanwälte damit beauftragt, zu untersuchen, was er als 'illegale bewaffnete Aggression terroristischen Charakters' durch US-Truppen bezeichnet.

'Eine Militäraktion ohne Kriegserklärung oder Resolution des UN-Sicherheitsrats muss als illegale, bewaffnete Aggression mit terroristischem Charakter betrachtet werden,' erklärte Saab in einer scharfen Stellungnahme. 'Die Festnahme und Verschleppung von Präsident Maduro und seiner Frau stellt nach internationalem Recht eine Entführung dar.'

Steigende Opferzahlen und internationale Konsequenzen

Die Zahl der Todesopfer nach den Angriffen vom Samstag auf einen Militärstützpunkt in Caracas und andere Orte in Venezuela ist laut offiziellen Berichten auf mindestens 56 gestiegen. Die kubanische Regierung bestätigte, dass 32 ihrer Militärangehörigen und Geheimdienstmitarbeiter unter den Toten waren, während venezolanische Behörden 24 getötete 'Sicherheitsagenten' meldeten. Lokale Medien berichten, dass auch zwei venezolanische Zivilisten ums Leben kamen.

Die Operation, bei der US-Spezialeinheiten Maduro und seine Frau Cilia Flores in einem Blitzangriff gefangen nahmen, hat internationale Verurteilung ausgelöst. Maduro erschien am Montag vor einem Bundesgericht in New York, wo er sich in einem Drogenhandelsverfahren für nicht schuldig erklärte. Der venezolanische Führer beschrieb seine Festnahme während seiner Gerichtsverhandlung als 'ich wurde gefangen genommen'.

Politisches Manövrieren in Washington

Der amerikanische Außenminister Marco Rubio hat am Montagabend Kongressführer über die Situation in Venezuela informiert, wobei tiefe parteipolitische Spaltungen zutage traten. Der Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, betonte, dass die USA nicht auf einen 'Regimewechsel' in Venezuela abzielten und keine zusätzlichen Truppen entsenden wollten. Demokratische Führer äußerten jedoch ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Rechtmäßigkeit der Operation und des fehlenden Konsults mit dem Kongress.

'Das Treffen warf mehr Fragen auf, als es beantwortete,' sagte der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, und unterstrich damit die unklare Langzeitstrategie der Regierung für Venezuela.

Oppositionsführerin plant Rückkehr

Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado kündigte Pläne an, 'so schnell wie möglich' nach Venezuela zurückzukehren, um an freien Wahlen teilzunehmen. Obwohl sie Präsident Trump für Maduros Festnahme lobte, sieht sie sich mit Herausforderungen konfrontiert, da die Trump-Regierung scheinbar mit der Interimspräsidentin Delcy Rodríguez zusammenarbeitet, Maduros ehemaliger Stellvertreterin, die nach seiner Festnahme vereidigt wurde.

Machado kritisierte Rodríguez als unzuverlässig und sagte voraus, dass sie bei fairen Wahlen einen überwältigenden Sieg erringen würde. Die politische Landschaft bleibt volatil, während verschiedene Fraktionen im post-Maduro-Venezuela Positionen beziehen.

Ölsektor in Bewegung

Chevron, das einzige in Venezuela aktive US-Ölunternehmen, hat die Exporte in die Vereinigten Staaten nach einer kurzen Unterbrechung wieder aufgenommen. Das Unternehmen hat etwa 20 Mitarbeiter, die sich außerhalb Venezuelas aufhielten, zurückgerufen und aufgefordert, die Arbeit wieder aufzunehmen. Der Export in andere Länder bleibt jedoch aufgrund einer US-Blockade venezolanischer Häfen, die Mitte Dezember begann, ausgesetzt.

Die Trump-Regierung hat ihre Aktionen damit gerechtfertigt, dass Venezuela Vermögenswerte zurückgeben müsse, die von amerikanischen Ölunternehmen beschlagnahmt wurden. Präsident Trump erklärte: 'Sie haben vor nicht allzu langer Zeit unser gesamtes Öl genommen. Und wir wollen es zurück.' Chevron operiert weiterhin unter einer US-Ausnahmegenehmigung und produziert in ihren venezolanischen Projekten etwa 240.000 Barrel pro Tag.

Die Situation entwickelt sich weiter, während internationale Organisationen die Rechtmäßigkeit des US-Eingreifens diskutieren und die politische Zukunft Venezuelas in der Schwebe hängt. Weitere Details zu den Opfern finden Sie in diesem Bericht, und Informationen zu Chevrons Operationen finden Sie in diesem Artikel.

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