Italien schafft Kfz-Steuer ab: 14,5 Mio. profitieren

Kfz-Steuer Italien 2027: 14,5 Mio. Fahrzeuge profitieren, Kosten 2,36 Mrd. Euro. Meloni streicht bollo auto vor der Wahl 2027. Wer profitiert, welche Risiken?

Italien schafft Kfz-Steuer ab: 14,5 Mio. profitieren
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Ausgabe: DE

Die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni kündigte am 16. September 2026 an, dass Italien die Kfz-Steuer (bollo auto) ab 2027 für 14,5 Millionen Autos und Motorräder abschafft. Die Steuersenkung von 2,36 Milliarden Euro kommt, während Melonis Mitte-rechts-Koalition in Umfragen hinter der Mitte-links-Opposition liegt und vor der italienischen Parlamentswahl 2027 – die bis Dezember 2027 stattfinden muss – Konkurrenz von der rechtsextremen Partei Futuro Nazionale erhält. Kritiker nennen die Abschaffung ein Wahlgeschenk, das gegen steigende Energiekosten kaum hilft.

Was ist das bollo auto und wie funktioniert Italiens Kfz-Steuer?

Das bollo auto ist eine jährliche Kfz-Besitzsteuer für Autos, Motorräder und Roller; ihre Höhe richtet sich nach Motorleistung in Kilowatt (kW) und Schadstoffklasse. Sie zählt zu den unbeliebtesten Abgaben Italiens. Nach dem neuen Dekretentwurf gilt die Befreiung 2027 für alle Motorräder und Roller sowie für kleine und mittlere Pkw mit höchstens 80 kW (rund 110 PS). Pro Bürger darf nur ein versichertes Fahrzeug begünstigt werden; Zweit- und Drittwagen zahlen weiter.

Wer profitiert von der Kfz-Steuer-Senkung?

Laut Regierung profitieren 14,5 Millionen Fahrzeughalter:

  • Alle Motorrad- und Rollerbesitzer
  • Über 70 % der kleinen und mittleren Pkw bis 80 kW
  • Ein versichertes Fahrzeug pro Bürger

Halter von Autos über 110 PS profitieren nicht. Das Kabinett billigte den Plan als Dekretentwurf; die Kosten für 2027 werden auf 2,36 Milliarden Euro geschätzt.

Warum schafft Meloni die Kfz-Steuer jetzt ab?

Meloni bezeichnete den Schritt als Steuerentlastung für Autofahrer. Heute streichen wir eine der unbeliebtesten Steuern, sagte sie nach der Kabinettssitzung. Wir setzen die Abschaffung von Steuern fort.

Der Zeitpunkt ist politisch brisant. Die Regierung Giorgia Meloni steht unter Druck: Umfragen zeigen die Mitte-links-Opposition vorn, und die radikal rechte Futuro Nazionale – eine Abspaltung des Koalitionspartners Lega unter Ex-General Roberto Vannacci – zieht enttäuschte Wähler an. Wirtschaftsminister Giancarlo Giorgetti sagte, Rom wolle die Abschaffung dauerhaft machen, ohne zu erklären, wie die Lücke finanziert wird.

Was kostet die Abschaffung Italien?

Der Staatskasse entgehen 2027 mehr als 2,3 Milliarden Euro – zusätzlich zu 2,8 Milliarden, die zuletzt zur Abfederung hoher Kraftstoffpreise bereitgestellt wurden. Neue Schulden wären riskant: Die italienische Staatsverschuldung soll nahe 139 % des BIP gipfeln, der höchste Wert der Eurozone und mehr als in Griechenland. Kritiker sehen eine Ausweitung des Defizits ohne Finanzierungsplan.

Ein Berater von Futuro Nazionale verglich die Politik scharf: Es ist wie eine Baby-Rassel gegen eine Lungenentzündung – angesichts steigender Strom-, Gas- und Benzinpreise.

Politische Reaktion und was als Nächstes passiert

Opposition und Ökonomen werten die Steuersenkung als durchsichtigen Versuch, vor der Parlamentswahl Wähler zu gewinnen. Die Regierung verlängerte den Steuerrabatt auf Diesel bis 25. September 2026. Ob die bollo-auto-Befreiung dauerhaft wird, hängt von den Haushaltsverhandlungen und dem Wahlausgang ab.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das bollo auto in Italien?

Italiens jährliche Kfz-Besitzsteuer für Autos, Motorräder und Roller, berechnet nach Motorleistung und Emissionsklasse.

Wer qualifiziert sich für die Befreiung 2027?

Alle Motorrad- und Rollerbesitzer sowie Halter kleiner und mittlerer Pkw bis 80 kW (rund 110 PS), begrenzt auf ein versichertes Fahrzeug pro Bürger.

Wie viel kostet Italiens Kfz-Steuer-Senkung?

Geschätzt 2,36 Milliarden Euro im Jahr 2027, zusätzlich zu 2,8 Milliarden Euro für Kraftstoffentlastung.

Wann findet Italiens nächste Wahl statt?

Spätestens im Dezember 2027; zudem stehen 2027 lokale und regionale Wahlen an.

Ist die Abschaffung dauerhaft?

Noch nicht. Die Regierung hat eine Einjahresbefreiung für 2027 beschlossen und strebt eine dauerhafte Lösung an, die Finanzierung bleibt jedoch unklar.

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