Nordkorea: Zwangsarbeit für Studenten und Bürger

Nordkorea zwingt Medizinstudenten zur Kräutersammlung für traditionelle Medizin und Bürger zur Reispflanzung bei schweren Engpässen. Studenten nennen es 'Kräuterurlaub', Bürger verstecken sich. Reispreise auf Rekordhoch 2026.

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Ausgabe: DE

Was steckt hinter Nordkoreas Zwangsarbeitsmobilisierung?

Nordkoreas Zwangsarbeitskampagnen sind direkte Folge der wirtschaftlichen Isolation. Das Land hat kaum Zugang zu westlichen Medikamenten und setzt daher auf traditionelle Koryo-Medizin. Die Reispflanzung erfordert Arbeitskräfte für die Ziele des 9. Parteitags der Arbeiterpartei.

Medizinstudenten zur Kräutersammlung gezwungen

Seit Ende April sammeln Studenten der Medizinischen Universität Sinuiju in der Provinz Nord-Pyongan Heilpflanzen. Untere Jahrgänge sammeln Kräuter wie Atractylodes und Beifuß, ältere verarbeiten sie. Die Mobilisierung wird sarkastisch 'Kräuterurlaub' genannt. Die Kräuter gehen an Werkstätten, die als Koryo-Medizinfabriken dienen.

Offene Kritik unter Studenten trotz Risiken

Studenten kritisieren, dass sie mehr Zeit mit Kräutersuche verbringen als mit moderner medizinischer Ausbildung. Behörden beharren jedoch auf der Wichtigkeit der Produktion für die öffentliche Gesundheit.

Massenmobilisierung zur Reispflanzung und Zivilistenverfolgung

Am 7. Mai erging Mobilisierungsbefehl für Farmen in Yomju. Die Kampagne läuft bis Anfang Juni. Die Planung ignoriert praktische Probleme wie Dürre; dennoch müssen alle erscheinen.

Bürger verstecken sich, um Zwangsarbeit zu entgehen

Viele bleiben zu Hause, um nicht aufgegriffen zu werden. Es gelten Reiseverbote vom 11. bis 25. Mai; Verstöße führen zu Arbeitslagern.

Reispreise steigen stark an

Reis kostete am 10. Mai in Pjöngjang 32.700 Won (etwa 31-34 Euro), ein Anstieg von 5,5% in zwei Wochen. In Hyesan stieg er um 8,3%. Die Staatszeitung betont die Bedeutung der Reispflanzung.

FAQ: Zwangsarbeit in Nordkorea

Was ist Koryo-Medizin?

Traditionelle koreanische Medizin, basierend auf Yin-Yang, mit Kräutern, Akupunktur und Moxibustion.

Wie werden Studenten mobilisiert?

Studenten werden auf Farmen und in Fabriken geschickt, oft als 'Feldforschung' bezeichnet.

Folgen bei Verweigerung?

Arrest, Lagerhaft, Prügel; während Reispflanzsaison bis zu 15 Tage Arbeitslager.

Warum Nahrungsmittelknappheit 2026?

Sanktionen, Dürre, Misswirtschaft. Reispreise stiegen um 64% in sechs Wochen.

Wie rechtfertigt das Regime Zwangsarbeit?

Als 'patriotische Hingabe' für die Juche-Wirtschaft dargestellt.

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