US-Behörde untersucht Nike wegen Diskriminierung weißer Mitarbeiter

Die US-amerikanische Equal Employment Opportunity Commission (EEOC) untersucht Nike wegen mutmaßlicher Diskriminierung weißer Mitarbeiter durch DEI-Programme. Die Behörde hat eine gerichtliche Anordnung beantragt, um Personalunterlagen bis zurück ins Jahr 2018 einzufordern.

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Bundesbehörde untersucht Nikes Diversitätsprogramme

Die US-amerikanische Equal Employment Opportunity Commission (EEOC) hat eine umfassende Untersuchung gegen Nike eingeleitet. Der weltweit führende Sportartikelhersteller wird beschuldigt, durch seine Programme für Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion (DEI) systematisch weiße Mitarbeiter und Bewerber zu diskriminieren. Die Bundesbehörde hat beim Bundesgericht im Eastern District of Missouri eine gerichtliche Anordnung beantragt, um Nike zur Vorlage umfangreicher Dokumentationen zu seinen Personalrichtlinien zu zwingen.

Umfang der Untersuchung

Die EEOC-Untersuchung konzentriert sich auf die Frage, ob Nike sich eines 'Musters oder einer Praxis der ungleichen Behandlung weißer Mitarbeiter' bei Einstellung, Beförderung, Degradierung, Entlassungsentscheidungen, Praktikumsprogrammen und Karrieremöglichkeiten schuldig gemacht hat. Die gerichtliche Anordnung fordert Informationen bis zurück ins Jahr 2018 an, einschließlich Kriterien für Entlassungen, der Verwendung von Rassen-/Ethnizitätsdaten bei der Vergütung von Führungskräften und Details zu 16 mutmaßlich rassenbeschränkten Programmen.

EEOC-Vorsitzende Andrea Lucas, die von Präsident Trump ernannt wurde, betonte die Position der Behörde: 'Das Verbot der Rassendiskriminierung in Titel VII ist farbenblind und erfordert den Schutz von Arbeitnehmern aller Rassen.' Lucas hatte bereits 2025 Schlagzeilen gemacht, als sie in sozialen Medien Beiträge veröffentlichte, in denen sie weiße Männer ermutigte, sich zu melden, wenn sie sich am Arbeitsplatz diskriminiert fühlten.

Reaktion von Nike und DEI-Ziele

Nike zeigte sich über die rechtliche Maßnahme erstaunt und bezeichnete sie in einer Stellungnahme als 'eine überraschende und ungewöhnliche Eskalation'. Das Unternehmen behauptet, bereits tausende Seiten an Informationen und Antworten auf Fragen bereitgestellt zu haben. 'Wir haben mit der EEOC-Untersuchung vollumfänglich kooperiert und umfangreiche Dokumentationen vorgelegt,' erklärte ein Nike-Sprecher.

Die Untersuchung soll aus Nikes öffentlichen Diversitätszielen hervorgegangen sein, darunter die Zielvorgabe, bis 2025 35 % seiner Belegschaft aus ethnischen Minderheiten zu rekrutieren. Laut Nikes eigenen DEI-Fortschrittsberichten hat das Unternehmen diese Ziele sogar übertroffen, mit einem Anteil von 41 % rassischer und ethnischer Minderheiten in seiner Corporate-Belegschaft.

Politische Kontext und breitere Implikationen

Diese Untersuchung stellt eine der ersten größeren Aktionen unter dem Versprechen der Trump-Regierung dar, strenger gegen Corporate-DEI-Politiken vorzugehen. Die Regierung hat Sanktionen gegen ausländische Unternehmen angedroht, die mit den USA Geschäfte machen und aktiv Politik betreiben, um mehr People of Color oder andere Minderheiten einzustellen.

Gerichtsdokumenten zufolge hatte Lucas Nike bereits 2024, bevor sie EEOC-Vorsitzende wurde, der Diskriminierung beschuldigt. Die konservative Organisation America First Legal, gegründet von Trump-Berater Stephen Miller, soll einige Monate vor Beginn der Untersuchung einen Brief an die EEOC bezüglich Nike geschickt haben.

Der Nike-Fall ist Teil eines breiteren Musters von EEOC-Maßnahmen unter der Trump-Regierung. Die Behörde hat kürzlich Fälle mit großen Anwaltskanzleien beigelegt und in Fällen rassistischer Belästigung über 215.000 US-Dollar zurückgefordert, während sie betont, was sie als 'leistungsbasiertes Personalmanagement' bezeichnet.

Branchenauswirkungen und rechtliche Präzedenzfälle

Nike, das laut Wikipedia-Daten weltweit etwa 83.700 Menschen beschäftigt, ist bei weitem das größte Unternehmen, das in eine solche Untersuchung einbezogen wird. Das Ergebnis könnte wichtige rechtliche Präzedenzfälle dafür schaffen, wie Unternehmen Diversitätsinitiativen umsetzen und gleichzeitig die bundesstaatlichen Antidiskriminierungsgesetze einhalten.

Der Fall unterstreicht die komplexe Schnittstelle von Corporate Social Responsibility, Arbeitsrecht und politischer Ideologie. Während Unternehmen wie Nike zunehmend unter Druck stehen, ihr Engagement für Vielfalt unter Beweis zu stellen, müssen sie sich in sich entwickelnden rechtlichen Interpretationen dessen zurechtfinden, was zulässige positive Maßnahmen gegenüber illegaler Diskriminierung sind.

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