Kongressanhörung richtet sich auf Marktmacht von Big Tech
In einer wegweisenden Kongressanhörung dieser Woche befragten Gesetzgeber Tech-Manager und Kartellrechtsexperten zur wachsenden Marktmacht großer digitaler Plattformen und möglichen Abhilfemaßnahmen zur Wiederherstellung des Wettbewerbs. Die Anhörung, die sich auf Aussagen von Branchenführern, Rechtswissenschaftlern und Verbrauchervertretern konzentrierte, offenbarte tiefe Besorgnis darüber, wie Unternehmen wie Amazon, Apple, Meta und Google ihre dominante Stellung genutzt haben sollen, um Innovation zu ersticken und Verbraucher zu schädigen.
'Wir befinden uns an einem kritischen Wendepunkt, an dem die Plattformmacht so konzentriert geworden ist, dass sie die Grundlagen unserer digitalen Wirtschaft bedroht,' sagte Professorin Sarah Chen, eine Kartellrechtsexpertin der Stanford Law School, aus. 'Die Daten, die diese Unternehmen kontrollieren, geben ihnen beispiellose Vorteile, die neue Marktteilnehmer einfach nicht überwinden können.'
Datenportabilität wird als wichtige Lösung hervorgehoben
Eine der am meisten diskutierten Abhilfemaßnahmen während der Anhörung war die Datenportabilität – die Möglichkeit für Nutzer, ihre persönlichen Daten einfach zwischen konkurrierenden Diensten zu übertragen. Die Gesetzgeber untersuchten, wie strengere Anforderungen an die Datenportabilität Wechselkosten senken und wettbewerbsfähigere digitale Märkte schaffen können.
Der ACCESS Act von 2021, der Datenportabilität für Plattformen mit mehr als 100 Millionen monatlich aktiven Nutzern vorschreiben würde, erhielt erhebliche Aufmerksamkeit. 'Datenportabilität geht nicht nur um Bequemlichkeit – es geht um wirtschaftliche Freiheit,' argumentierte Abgeordnete Maria Rodriguez, die die Gesetzgebung unterstützt hat. 'Wenn Nutzer ihre Daten mitnehmen können, müssen Plattformen auf Qualität und Innovation konkurrieren, anstatt Menschen festzuhalten.'
Einige Zeugen warnten jedoch vor Umsetzungsherausforderungen. 'Obwohl Datenportabilität vielversprechend klingt, müssen wir sicherstellen, dass sie keine neuen Datenschutzrisiken schafft oder Anreize für Datenerfassung untergräbt,' bemerkte Tech-Politikanalyst David Kim.
Strukturelle Abhilfen versus Verhaltenslösungen
Die Anhörung offenbarte eine grundlegende Kluft zwischen Befürwortern struktureller Abhilfen (wie der Aufspaltung von Unternehmen) und Befürwortern von Verhaltenslösungen (wie neuer Regulierung). Jüngste Gerichtsverfahren haben beide Ansätze in Aktion gezeigt.
Im laufenden DOJ gegen Google Ad-Tech-Fall hat das Justizministerium tiefgreifende strukturelle Veränderungen vorgeschlagen, einschließlich der vollständigen Veräußerung von Googles AdX Ad Exchange innerhalb von 12 Monaten. Unterdessen hat im Epic gegen Apple Fall das Gericht eine dauerhafte Verfügung gegen Apples monopolistische Praktiken erlassen – ein eher verhaltensorientierter Ansatz.
'Strukturelle Abhilfen packen die Wurzel des Problems an, aber sie sind politisch schwierig und können unbeabsichtigte Folgen haben,' erklärte der ehemalige FTC-Kommissar James Wilson. 'Verhaltensmaßnahmen sind leichter umzusetzen, erfordern aber kontinuierliche Überwachung und Durchsetzung.'
Wettbewerbsergebnisse unter der Lupe
Die Gesetzgeber untersuchten, wie die derzeitige Kartellrechtsdurchsetzung nicht mit der Dynamik digitaler Märkte Schritt gehalten hat. Der 450+ Seiten lange Bericht des House Judiciary Committee über digitalen Wettbewerb, basierend auf einer 16-monatigen Untersuchung, lieferte entscheidende Beweise für wettbewerbsbeschränkende Praktiken.
Der Bericht enthüllte interne Dokumente, die zeigten, dass Facebook sich selbst als 'dominant und isoliert vom Wettbewerb' sieht, Google die Android-Kontrolle nutzt, um Wettbewerb zu verhindern, und Amazon Drittanbieter zwingt. 'Das sind nicht nur aggressive Geschäftspraktiken – es sind systematische Versuche, Wettbewerb zu eliminieren,' sagte Ausschussvorsitzender Abgeordneter Thomas Reed.
Jüngste Vergleiche und Urteile haben einige Fortschritte gezeigt. Der Chalmers gegen NCAA-Fall führte zu einem Vergleich von 2,8 Milliarden Dollar für Studentenathleten, während Regeneron gegen Amgen 407 Millionen Dollar an Schadensersatz einbrachte.
Ausblick auf 2026
Als die Anhörung endete, diskutierten die Gesetzgeber, was 2026 zu erwarten ist. Mehrere wichtige Trends zeichneten sich ab: verstärkte Durchsetzung gegen digitale Marktmonopolisierung, mehr Fokus auf Datenmanagement als Wettbewerbsinstrument und potenzielle gesetzgeberische Aktualisierungen für jahrhundertealte Kartellgesetze.
'Der Digital Markets Act in Europa hat gezeigt, dass umfassende Plattformregulierung möglich ist,' bemerkte die internationale Wettbewerbsexpertin Dr. Elena Petrova. 'Die Frage ist, ob die USA mit einem eigenen Rahmenwerk folgen oder mit Fall-für-Fall-Klagen fortfahren werden.'
Die Anhörung machte deutlich, dass die parteiübergreifende Besorgnis über Plattformmacht wächst, wobei sowohl Demokraten als auch Republikaner Frustration über die derzeitigen Durchsetzungsmechanismen äußerten. Mit mehreren Gesetzesvorlagen, die im Kongress anhängig sind, und mehreren großen Kartellrechtsfällen, die durch die Gerichte gehen, verspricht 2026 ein entscheidendes Jahr für die digitale Wettbewerbspolitik in Amerika zu werden.
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