Kongressanhörung zu Kartellrecht richtet Fokus auf große Plattformunternehmen
Während einer bedeutenden Kongressanhörung am 16. Dezember 2025 untersuchte der Unterausschuss für Verwaltungsstaat, Regulierungsreform und Kartellrecht des US-Repräsentantenhauses die Geschäftspraktiken großer digitaler Plattformen. Zeugenaussagen offenbarten tiefgreifende Bedenken hinsichtlich Marktkonzentration und Vorschläge für signifikante strukturelle Abhilfemaßnahmen. Die Anhörung mit dem Titel 'Anti-Amerikanisches Kartellrecht: Wie ausländische Regierungen amerikanische Unternehmen ins Visier nehmen' erweiterte ihren Fokus, um heimische Plattformpraktiken zu untersuchen, die laut Kritikern Wettbewerb und Innovation behindert haben.
Expertenaussagen heben systemische Probleme hervor
Vier Experten präsentierten überzeugende Aussagen zum aktuellen Zustand der digitalen Märkte. Shanker Singham, CEO von Competere Ltd, warnte davor, dass 'die aktuelle Marktstruktur dominante Plattformen befähigt, Praktiken anzuwenden, die in jeder anderen Branche als wettbewerbswidrig angesehen würden.' Seine Aussage betonte, wie Plattform-Geschäftsmodelle einzigartige Herausforderungen für die traditionelle Kartellrechtsdurchsetzung schaffen.
Aurelien Portuese, Forschungsprofessor am George Washington Competition & Innovation Lab, präsentierte Daten, die zeigten, dass 'die fünf größten digitalen Plattformen nun über 80 % der wichtigen Online-Märkte kontrollieren, wodurch Zugangsbarrieren entstehen, die für neue Wettbewerber praktisch unüberwindbar sind.' Er argumentierte, dass diese Konzentration zu verminderter Innovation und höheren Kosten für Unternehmen geführt habe, die auf diese Plattformen angewiesen sind.
Abhilfemaßnahmen und Vorschläge zur Marktumstrukturierung
Die Anhörung enthielt mehrere radikale Vorschläge zur Marktumstrukturierung. Zeugen diskutierten verpflichtende Datenportabilitätsanforderungen, Interoperabilitätsstandards und sogar strukturelle Trennung bestimmter Plattformfunktionen. Dirk Auer, Direktor für Wettbewerbspolitik beim International Center for Law & Economics, schlug 'einen gestuften Ansatz vor, bei dem zunächst verhaltensbezogene Abhilfemaßnahmen versucht werden, strukturelle Veränderungen aber verfügbar bleiben, wenn sich der Wettbewerb innerhalb einer definierten Zeitspanne nicht verbessert.'
Diese Diskussionen finden vor dem Hintergrund laufender Kartellrechtsverfahren statt, insbesondere der DOJ-Klage gegen Google, bei der das Justizministerium die vollständige Veräußerung von Googles AdX-Werbeaustausch innerhalb von 12 Monaten fordert. Die Kongressanhörung untersuchte, ob ähnliche strukturelle Abhilfemaßnahmen für andere Plattformunternehmen erforderlich sein könnten.
Internationaler Kontext und nationale Implikationen
Obwohl der Titel der Anhörung sich auf ausländische Regulierung konzentrierte, drehte sich ein Großteil der Diskussion darum, wie sich die Geschäftspraktiken amerikanischer Plattformen zu internationalen Normen verhalten. Roger Alford, Professor an der Notre Dame Law, bemerkte, dass 'der Digital Markets Act der Europäischen Union uns gezwungen hat zu konfrontieren, ob unsere eigene Kartellrechtsdurchsetzung zu zurückhaltend war, um Plattformdominanz anzugehen.'
Die Computer & Communications Industry Association (CCIA) reichte eine formelle Stellungnahme ein, die vor Überregulierung warnte und argumentierte, dass aggressive strukturelle Abhilfemaßnahmen Innovation schädigen könnten. Ausschussmitglieder beider Parteien äußerten jedoch Skepsis gegenüber diesem Argument und verwiesen auf jüngste Trends in der Kartellrechtsprechung, die erfolgreiche Anfechtungen von Plattformpraktiken zeigen.
Politische Spaltung und Weg nach vorn
Die Anhörung offenbarte einen seltenen parteiübergreifenden Konsens über die Notwendigkeit einer stärkeren Kartellrechtsdurchsetzung, obwohl Meinungsverschiedenheiten über spezifische Abhilfemaßnahmen aufkamen. Demokratische Mitglieder betonten Verbraucherschutz und die Sorgen kleiner Unternehmen, während republikanische Mitglieder sich auf Innovation und globale Wettbewerbsfähigkeit konzentrierten. Trotz dieser Unterschiede bestand Einigkeit darüber, dass die aktuellen US-Kartellgesetze möglicherweise für das digitale Zeitalter aktualisiert werden müssen.
Während sich die Kartellrechtslandschaft für 2026 formt, stellt diese Anhörung einen wichtigen Moment in der anhaltenden Debatte über Plattformmacht dar. Mit mehreren großen Kartellrechtsverfahren, die durch die Gerichte laufen, und zunehmendem legislativem Interesse an der Regulierung digitaler Märkte, werden die Geschäftspraktiken großer Plattformen unter intensiver Beobachtung bleiben. Die diskutierten Zeugenaussagen und Vorschläge legen nahe, dass 2026 entweder freiwillige Branchenveränderungen oder aggressivere regulatorische Eingriffe sehen könnte, abhängig davon, wie Plattformen auf diese Kongressbedenken reagieren.
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