Wiederentdeckung einer 'verlorenen' australischen Pflanzenart
In einem bemerkenswerten Durchbruch für den Naturschutz wurde eine Pflanzenart, die fast sechs Jahrzehnte lang als ausgestorben galt, im abgelegenen nördlichen Queensland, Australien, wiederentdeckt. Der schlanke Strauch Ptilotus senarius, mit seinen charakteristischen purpur-rosa Blüten, die an 'explodierendes Feuerwerk mit Federn' erinnern, wurde zuletzt offiziell 1967 dokumentiert und galt als für immer verloren.
Die Entdeckung durch Bürgerwissenschaft
Die Geschichte der Wiederentdeckung begann im Juni 2025, als der professionelle Gärtner Aaron Bean Vögel auf einer ausgedehnten Outback-Station in der Gilbert River Region beringte. Als er eine ungewöhnliche Pflanze sah, machte er Fotos und lud sie auf die Bürgerwissenschaftsplattform iNaturalist hoch, ein globales Netzwerk, in dem Naturliebhaber Beobachtungen teilen.
'Es war ein reiner Zufall,' sagt Thomas Mesaglio, ein Botaniker am Queensland Herbarium, der über die Wiederentdeckung im Australian Journal of Botany geschrieben hat. 'Aaron Bean ist ein begeisterter iNaturalist-Nutzer, der opportunistisch ein paar Fotos von einigen interessanten Pflanzen auf dem Gelände gemacht hat.'
Expertenidentifikation und Bestätigung
Die Fotos erregten die Aufmerksamkeit des Botanikers Anthony Bean (nicht verwandt) vom Queensland Herbarium, der die Pflanze sofort als etwas Außergewöhnliches erkannte. Anthony hatte Ptilotus senarius 2014 sogar anhand historischer Exemplare als neue Art beschrieben, aber bis dahin galt sie als ausgestorben.
Mit Erlaubnis des Grundstückseigentümers führten die Forscher Folgebesuche vor Ort durch, um die Identifikation zu bestätigen. Die Pflanze, die etwa 50-60 Zentimeter hoch wird und einzigartige sternförmige Haare an ihren Stängeln aufweist, erwies sich tatsächlich als die lange vermisste Art.
Die wachsende Kraft der Bürgerwissenschaft
Diese Entdeckung unterstreicht die transformative Rolle, die Bürgerwissenschaftsplattformen in der Biodiversitätsforschung spielen. iNaturalist zählt heute über 4 Millionen Nutzer, die fast 300 Millionen Beobachtungen von mehr als 500.000 Arten weltweit beigetragen haben.
'Grundbesitzer in Wissenschaft und die natürliche Welt einzubeziehen, macht es viel wahrscheinlicher, dass sie sich für den Schutz dieser Vielfalt interessieren und engagieren,' erklärt Mesaglio. Er weist darauf hin, dass iNaturalist in wissenschaftlichen Artikeln aus 128 Ländern und zu Tausenden von Arten zitiert wurde, was seine Bedeutung als Forschungsinstrument unterstreicht.
Implikationen für den Naturschutz
Die Wiederentdeckung hat wichtige Konsequenzen für den Naturschutz. Ptilotus senarius wurde nun von 'vermutlich ausgestorben' auf die Liste der 'vom Aussterben bedrohten' Arten verschoben, was Naturschützern ermöglicht, Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
Die extrem begrenzte Verbreitung der Pflanze – nur gefunden im rauen Gelände zwischen Georgetown und Croydon im nördlichen Queensland – macht sie besonders anfällig. Ihr Lebensraum besteht aus Teebaumwäldern, die von Melaleuca-Arten dominiert werden, und Graslandhügeln, Gebiete, die möglicherweise durch Viehweidung und Landnutzungsänderungen bedroht sind.
Ein breiterer Trend
Diese Wiederentdeckung ist Teil eines wachsenden Trends, bei dem Bürgerwissenschaftler wichtige Beiträge zum Wissen über die Biodiversität leisten. Plattformen wie iNaturalist demokratisieren die Wissenschaft und ermöglichen es jedem mit Neugier und einem Smartphone, zu wichtigen Entdeckungen beizutragen.
Wie Mesaglio anmerkt: 'Je mehr Informationen man liefern und je mehr Kontext man bieten kann, desto mehr potenzielle Anwendungen wird dieser Datensatz in Zukunft haben.'
Die Geschichte von Ptilotus senarius dient sowohl als Erfolgsgeschichte für den Naturschutz als auch als kraftvolle Erinnerung daran, dass uns die Natur selbst in unserer sich schnell verändernden Welt immer noch mit ihrer Widerstandsfähigkeit überraschen kann.
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