Sourbrodt, ein Dorf in den östlichen Ardennen Belgiens, erlaubte seinen rund 500 evakuierten Bewohnern am Montag um 21:00 Uhr die Rückkehr nach Hause, nachdem ein verheerender Waldbrand im Naturschutzgebiet Hohes Venn seit Freitag mehr als 3.000 Hektar vernichtet hat. Die Gemeinde Waimes gab die Entscheidung in den sozialen Medien bekannt und erklärte, die Bedingungen seien nun 'ausreichend sicher', damit die Bewohner das Sportzentrum verlassen können, in dem sie zwei Nächte geschlafen hatten. Etwa 100 aus dem nahe gelegenen Bütgenbach evakuierte Menschen bleiben weiterhin vertrieben, ein Rückkehrtermin wurde noch nicht bestätigt.
Was geschah in Sourbrodt und Bütgenbach?
Die Evakuierungsanordnung wurde am Samstag erlassen, als sich der Brand im Naturschutzgebiet Hohes Venn rasch von etwa 80 Hektar auf rekordverdächtige 3.000 Hektar bis Sonntag ausdehnte. Rund 500 Bewohner von Sourbrodt wurden in ein Sportzentrum gebracht, während weitere 100 Personen Bütgenbach verließen. Die Gemeinde Waimes bestätigte am Montagabend, dass die Bewohner von Sourbrodt ab 21:00 Uhr nach Hause gehen könnten, unter Berufung auf 'ausreichend sichere' Umstände. Der Rückkehrzeitpunkt für Bütgenbach wurde noch nicht bekannt gegeben, und die Bewohner dort warten weiterhin auf offizielle Freigabe.
Waldbrand im Hohen Venn: Ausmaß und Notfallmaßnahmen
Das Feuer brach am Freitag aus und ist zum größten Waldbrand in der modernen Geschichte Belgiens geworden und übertraf den bisherigen Rekord von 2011. Rund 500 belgische Einsatzkräfte sind im Einsatz, unterstützt durch EU-Katastrophenschutzteams. Die Niederlande schickten am Wochenende zwei Chinook-Hubschrauber und am Montag einen weiteren, wie die niederländische Luftwaffe auf X mitteilte. Schwedische Löschflugzeuge und Hubschrauber aus Tschechien und den Niederlanden wurden über den EU-Katastrophenschutzmechanismus aktiviert. Die Feuerwehrleute konzentrieren sich auf Verteidigungslinien, da Torfmoore, Heideland und Holzstege den Bodenzugang extrem erschweren und die Mannschaften auf Luftunterstützung angewiesen sind.
Warum ist dieser Brand so schwer zu kontrollieren?
Das Hohe Venn ist Belgiens größtes Naturschutzgebiet mit über 10.000 Jahre alten Torfmooren. Diese Torfböden brennen langsam und können wochenlang unter der Erde schwelen, was die Nachlöscharbeiten besonders langwierig macht. Der Regen am Montag verlangsamte die Ausbreitung, aber der Boden bleibt trocken und der Brand ist noch nicht unter Kontrolle. Die belgischen Behörden rechnen frühestens am Mittwoch mit einer Eindämmung, während Innenminister Bernard Quintin warnte, dass das Löschen der verbleibenden Glutnester Wochen dauern könnte.
Wichtigste eingesetzte Löschressourcen
- 500 belgische Einsatzkräfte
- 2 niederländische Chinook-Hubschrauber am Wochenende, plus 1 weiterer am Montag
- Schwedische Löschflugzeuge über den EU-Katastrophenschutzmechanismus
- Hubschrauber aus Tschechien
- Über 250 Feuerwehrleute aus 15 belgischen Zonen sowie deutsche und luxemburgische Teams
Auswirkungen und weiteres Vorgehen
Es wurden keine beschädigten Häuser gemeldet, aber der ökologische Schaden ist schwerwiegend. EU-Kommissarin Hadja Lahbib bezeichnete den Brand als Zeichen des 'Klimawandels' und verwies auf die frühe Waldbrandsaison in nördlichen Breiten während einer Hitzewelle mit Temperaturen bis 37°C. Das Feuer ist Teil einer größeren europäischen Waldbrandkrise 2026, die Frankreich, Deutschland und das Vereinigte Königreich betrifft. Während die Bewohner zurückkehren, mahnen die Behörden zur Vorsicht in der Nähe der Brandzone. Die Gemeinde Waimes hat noch nicht alle Beschränkungen aufgehoben, und die Evakuierten aus Bütgenbach müssen auf offizielle Freigabe warten. Die niederländischen Chinook-Hubschrauber bleiben in Bereitschaft, während die grenzüberschreitende Brandbekämpfungskooperation fortgesetzt wird.
FAQ
Wann dürfen die Bewohner von Sourbrodt nach Hause zurückkehren?
Die Bewohner von Sourbrodt durften ab Montagabend 21:00 Uhr zurückkehren, nachdem die Gemeinde die Bedingungen als ausreichend sicher eingestuft hatte.
Wie viele Hektar hat der Waldbrand im Hohen Venn verbrannt?
Mehr als 3.000 Hektar sind verbrannt, was ihn zum größten Waldbrand in der modernen Geschichte Belgiens macht.
Ist der Waldbrand im Hohen Venn unter Kontrolle?
Nein. Der Regen verlangsamte die Ausbreitung am Montag, aber der Brand ist noch nicht unter Kontrolle. Die Behörden hoffen, ihn bis Mittwoch einzudämmen.
Warum erschweren Torfmoore die Brandbekämpfung?
Torfböden brennen langsam und können wochenlang unter der Erde schwelen, während das Gelände den Zugang von Bodenfahrzeugen einschränkt und den Einsatz von Hubschraubern und Löschflugzeugen erzwingt.
Wie viele Menschen wurden evakuiert?
Etwa 500 Menschen aus Sourbrodt und 100 aus Bütgenbach wurden evakuiert. Für die Bewohner von Bütgenbach wurde noch kein Rückkehrtermin genannt.
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