Hantavirus-Ausbruch auf MS Hondius: 11 Fälle, 3 Tote

Ein kanadischer Passagier der MS Hondius testet positiv auf Hantavirus, die Zahl der Fälle steigt auf 11 bei 3 Toten. Erfahren Sie mehr über Symptome, Übertragung und globale Reaktion auf das Andes-Virus.

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Kanadischer Passagier positiv auf Hantavirus getestet

Ein kanadischer Kreuzfahrtpassagier wurde nach der Reise auf dem niederländischen Kreuzfahrtschiff MS Hondius positiv auf das Hantavirus getestet. Damit steigt die Zahl der bestätigten Fälle auf 11, darunter drei Todesfälle. Der Patient befindet sich in stabilem Zustand und ist isoliert in einem Krankenhaus in British Columbia. Die Symptome traten zwei Tage vor der Einweisung auf. Das Ergebnis steht noch aus, wird aber als positiv behandelt. „Das ist nicht das, was wir uns erhofft haben, aber es ist das, worauf wir vorbereitet waren“, sagte der leitende Gesundheitsbeamte von British Columbia.

Hintergrund des Ausbruchs auf der MS Hondius

Der Ausbruch begann im April 2026 auf der MS Hondius, betrieben von Oceanwide Expeditions. Das Schiff verließ Ushuaia, Argentinien, am 1. April mit 114 Passagieren und 61 Besatzungsmitgliedern. Der erste Todesfall ereignete sich am 11. April. Das Virus verbreitete sich durch engen Kontakt. Das Schiff machte Halt in Tristan da Cunha, St. Helena (wo 30 Passagiere ausstiegen), Kap Verde und Teneriffa, wo alle verbliebenen Passagiere evakuiert wurden. Die Kreuzfahrtschiff-Virusausbrüche 2025 liefern Kontext für das Management solcher Vorfälle.

Was ist Hantavirus und die Andes-Virus-Variante?

Hantaviren werden hauptsächlich von Nagetieren übertragen. Die Infektion erfolgt durch Einatmen von Aerosolen aus Urin, Kot oder Speichel. Sie verursachen hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom (HFRS) und Hantavirus-Lungensyndrom (HPS). Das Andes-Virus, ein Neuwelt-Hantavirus aus Südamerika, ist das einzige, das von Mensch zu Mensch übertragbar ist – durch engen Kontakt, Körperflüssigkeiten oder gemeinsame Utensilien. Die Inkubationszeit beträgt 4 bis 42 Tage. Frühe Symptome sind Fieber, Müdigkeit, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen und Schwindel, die schnell zu schwerem Atemversagen führen können. Es gibt keine spezifische Behandlung oder Impfung; frühzeitige medizinische Versorgung ist entscheidend.

Bestätigte Fälle und Todesfälle

Bis Mitte Mai 2026 hat die WHO 11 Fälle bestätigt, darunter drei Todesfälle. Die ersten Opfer waren ein niederländisches Paar, das sich vermutlich vor der Kreuzfahrt in Argentinien infizierte. Ein deutscher Passagier starb ebenfalls. Weitere Fälle betrafen Passagiere aus den USA, Frankreich, Spanien und Kanada. Die globalen Gesundheitsnotfallsysteme wurden aktiviert. Das CDC stufte den Ausbruch als Notfall der Stufe 3 ein und entsandte Epidemiologen. Amerikanische Passagiere wurden nach Nebraska evakuiert.

Evakuierungs- und Quarantänemaßnahmen

Die niederländische Regierung koordinierte die Rückführung von 26 Passagieren in die Niederlande, die alle negativ getestet wurden, so das RIVM. Passagiere in anderen Ländern wurden unter Quarantäne gestellt. Der niederländische Gesundheitsminister bezeichnete die sechswöchige Heimquarantäne als „vorübergehende Maßnahme“. Die MS Hondius setzte ihre Reise mit nur Besatzung fort. Die WHO schätzte das Risiko einer weiteren Ausbreitung als gering ein.

Auswirkungen auf die Kreuzfahrtindustrie

Der Ausbruch wirft Fragen zu Gesundheitsprotokollen auf Kreuzfahrtschiffen auf, insbesondere für abgelegene Regionen. Die Zukunft der Gesundheitsvorschriften in der Kreuzfahrtindustrie wird wahrscheinlich von diesem Vorfall geprägt. Kreuzfahrtschiffe waren schon früher Hotspots, aber der Hantavirus-Ausbruch ist aufgrund der hohen Sterblichkeitsrate von HPS (30–60 %) beispiellos. Die Behörden betonen, dass das Risiko für die Allgemeinheit extrem gering bleibt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Hantavirus?

Hantaviren sind eine Virusgattung, die von Nagetieren übertragen wird und HFRS oder HPS verursachen kann. Das Andes-Virus ist ein Neuwelt-Hantavirus, das HPS verursacht und von Mensch zu Mensch übertragbar ist.

Wie wird das Andes-Virus übertragen?

Hauptsächlich durch Einatmen von aerosolisierten Nagetierausscheidungen. Es kann auch von Mensch zu Mensch durch engen Kontakt, Körperflüssigkeiten oder gemeinsame Utensilien übertragen werden.

Was sind die Symptome?

Frühe Symptome: Fieber, Müdigkeit, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel, Schüttelfrost. Innerhalb weniger Tage kann es zu Husten, Atemnot und Atemversagen kommen. Sofortige medizinische Hilfe ist entscheidend.

Gibt es eine Behandlung oder Impfung?

Es gibt keine spezifische Behandlung oder Impfung. Die Therapie konzentriert sich auf unterstützende Maßnahmen wie Sauerstofftherapie und Beatmung. Frühe Krankenhauseinweisung verbessert die Überlebenschancen deutlich.

Wie viele Menschen sind betroffen?

Bis zum 17. Mai 2026 wurden 11 Fälle bestätigt, darunter drei Todesfälle. Betroffen sind Passagiere aus den Niederlanden, Deutschland, Frankreich, Spanien, den USA und Kanada.

Quellen

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