Hantavirus-Ausbruch auf Hondius: 6 bestätigte Fälle

Sechs bestätigte Hantavirus-Fälle auf MV Hondius nach deutschem Todesfall. Andes-Virus überträgt sich von Mensch zu Mensch. WHO: Risiko gering. 150 Personen an Bord.

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Hantavirus-Ausbruch auf MV Hondius: Sechs bestätigte Fälle, Deutsche stirbt

Ein Hantavirus-Ausbruch an Bord des niederländischen Kreuzfahrtschiffs MV Hondius hat ein drittes Todesopfer gefordert. Die WHO bestätigte am Freitag sechs Infektionen mit der Andes-Variante, darunter eine 65-jährige Deutsche. Etwa 150 Personen sind noch an Bord und befinden sich in Quarantäne. Das Schiff ist auf dem Weg zu den Kanarischen Inseln.

Hintergrund: Eine tödliche Reise

Das Schiff verließ Ushuaia am 1. April 2026 mit etwa 175 Passagieren aus 23 Nationen. Die ersten beiden Todesfälle waren ein niederländisches Paar. Die Deutsche starb Mitte April. Die Andes-Hantavirus-Übertragung ist besonders besorgniserregend, da das Andes-Virus das einzige Hantavirus ist, das von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.

Aktuelle Situation: Sechs bestätigte, zwei wahrscheinliche

Bestätigte Fälle und Krankenhausaufenthalte

Laut WHO gibt es sechs laborbestätigte Fälle und zwei wahrscheinliche. Vier Patienten sind hospitalisiert, darunter ein Brite in kritischem Zustand in Südafrika. Eine niederländische Stewardess wurde negativ getestet.

Schiffsstatus und Quarantäne

Etwa 150 symptomfreie Personen bleiben an Bord. Das Schiff soll am Sonntag in Santa Cruz de Tenerife anlegen. Niederländer werden repatriiert und müssen eine sechswöchige häusliche Quarantäne einhalten. Die globale Kontaktverfolgung ist eine der komplexesten der maritimen Geschichte.

Die Andes-Variante: Ein seltener, aber tödlicher Erreger

Symptome und Sterblichkeit

Das Hantavirus-Pulmonalsyndrom (HPS) durchläuft drei Phasen: Frühe Symptome (Fieber, Muskelschmerzen) nach 1-8 Wochen, dann kardiopulmonale Phase mit Atemnot und Schock. Die Sterblichkeit liegt bei 30-50%. Es gibt keine spezifische Behandlung oder Impfung.

Übertragung

Das Andes-Virus wird durch engen, längeren Kontakt mit Infizierten oder deren Körperflüssigkeiten übertragen. Die Primärinfektion erfolgt durch Einatmen von Nagetierausscheidungen. Der Ausbruch begann vermutlich mit einem Passagier, der sich bei einer Vogelbeobachtung in Ushuaia infizierte.

Globale Reaktion und Maßnahmen

Internationale Koordinierung

WHO, ECDC und CDC sind aktiv. Die CDC entsandte ein Team zu den Kanaren. Die USA evakuieren Passagiere nach Nebraska. Mehrere US-Bundesstaaten überwachen Rückkehrer. Die WHO-Risikobewertung für Hantavirus stuft das globale Risiko als niedrig ein. Dr. Maria Van Kerkhove betonte, es handele sich um einen begrenzten Ausbruch.

Quarantäne und Prävention

Niederländische Behörden verordneten sechs Wochen Quarantäne. Präventionsmaßnahmen umfassen Vermeidung von Nagetierkontakt, häufiges Händewaschen und Abstand zu Kranken.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Hantavirus?

Eine durch Nagetiere übertragene Virusfamilie, die HPS mit 30-60% Sterblichkeit verursacht. Die Andes-Variante überträgt sich von Mensch zu Mensch.

Wie überträgt sich das Andes-Virus?

Durch engen, längeren Kontakt mit Infizierten oder Körperflüssigkeiten. Keine Übertragung durch Gelegenheitskontakt.

Was sind die Symptome?

Fieber, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, dann Husten und Atemnot. Bei Verdacht sofort ärztliche Hilfe aufsuchen.

Gibt es eine Behandlung oder Impfung?

Nein, nur unterstützende Behandlung. Frühe medizinische Intervention ist entscheidend.

Sollte die Öffentlichkeit besorgt sein?

Nein, das Risiko ist sehr gering. Der Ausbruch ist auf das Schiff und enge Kontakte beschränkt.

Quellen

Dieser Artikel basiert auf Informationen der WHO, CDC, ECDC, RIVM, NOS, AP, ABC News und Newsweek.

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