Niederländisches Kreuzfahrtschiff Hondius dockt in Teneriffa an nach tödlichem Hantavirus-Ausbruch
Das niederländische Kreuzfahrtschiff MV Hondius erreichte am 10. Mai 2026 den Hafen von Granadilla de Abona auf Teneriffa nach einem seltenen Ausbruch des Andes-Hantavirus mit drei Toten und mindestens acht Erkrankten. Das Schiff mit 147 Personen aus 23 Ländern stand seit Ende April unter Quarantäne. Die Ankunft leitet eine multinationale Evakuierungsoperation ein.
Hintergrund: Wie der Ausbruch sich entwickelte
Die MV Hondius verließ Ushuaia am 1. April 2026. Am 11. April starb ein 70-jähriger Niederländer an Hantavirus-Lungensyndrom (HPS). Seine Witwe und ein Deutscher starben ebenfalls, insgesamt drei Tote. WHO und ECDC wurden am 2. Mai informiert. Das Virus ist das einzige Hantavirus mit Mensch-zu-Mensch-Übertragung. Die Risiken der Übertragung von Andes-Hantavirus sind hoch. Symptome treten 4–42 Tage nach Exposition auf. Es gibt keine spezifische Behandlung.
Ankunft und Evakuierungsoperationen auf Teneriffa
Lokale Behörden wollten das Anlegen verhindern, aber die spanische Regierung ordnete die Annahme an. Medizinteams testeten alle Passagiere. Keiner zeigt Symptome, alle gelten als Hochrisiko-Kontakte. Die Evakuierung erfolgt nach Nationalität in kleinen Gruppen. 17 US-Passagiere werden zur Offutt Air Force Base geflogen, dann ins Nationale Quarantänezentrum der University of Nebraska. Spanier kommen in ein Militärkrankenhaus, Niederländer nach Eindhoven mit sechswöchiger Quarantäne. Die Quarantäneprotokolle des Kreuzfahrtschiffs Hondius waren streng: Passagiere in Kabinen, Besatzung in Schutzausrüstung. Das Schiff wird später in Rotterdam desinfiziert.
Globale öffentliche Gesundheitsreaktion
Das CDC stufte den Ausbruch als 'Level 3'-Notfall ein und entsandte Epidemiologen. Das ECDC veröffentlichte täglich aktualisierte Leitlinien. Mehrere US-Bundesstaaten überwachen Rückkehrer. Die WHO betont geringes Risiko für die Allgemeinheit.
Dr. Maria Van Kerkhove: 'Das Risiko einer weit verbreiteten Übertragung bleibt gering, aber wir müssen wachsam sein.'
Was ist das Andes-Hantavirus?
Andes-Virus verursacht HPS mit einer Sterblichkeit von 30–60 %. Es wird von Nagetieren auf Menschen übertragen, kann aber auch von Mensch zu Mensch übergehen. Erstmals 1995 in Argentinien identifiziert, ist dies der erste Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff. Präventions- und Sicherheitsmaßnahmen gegen Hantavirus umfassen Meidung von Nagetieren und Hygiene. Kein Impfstoff vorhanden.
Auswirkungen auf die Kreuzfahrtindustrie
Der Ausbruch wirft Fragen zur Seuchenüberwachung auf Kreuzfahrtschiffen auf. Die Branche steht nach COVID-19 unter neuer Prüfung. Kontaktverfolgung läuft global über fünf Kontinente.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Hantavirus?
Eine durch Nagetiere übertragene Virengattung, die HPS oder HFRS verursacht.
Wie wird Andes-Hantavirus übertragen?
Durch engen Kontakt von Mensch zu Mensch oder über Nagetierausscheidungen.
Symptome?
Fieber, Muskelschmerzen, Atemnot; später Lungenversagen.
Behandlung?
Nur unterstützend, keine spezifische Therapie oder Impfung.
Risiko für Allgemeinheit?
Sehr gering, da enger Kontakt nötig ist.
Quellen
NOS, CNN, The New York Times, Associated Press, CDC, ECDC, WHO, USA Today, Wikipedia.
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