Bundesrichter setzt historische Hollywood-Fusion vorübergehend aus
Ein US-Bundesrichter hat am Montag eine einstweilige Verfügung für 14 Tage erlassen, die die geplante 111-Milliarden-Dollar-Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance blockiert. Damit wird die größte vollständig bar finanzierte Unternehmenstransaktion der Geschichte gestoppt. Die Entscheidung von Richterin Araceli Martinez-Olguin in Oakland, Kalifornien, erfolgte auf eine Kartellklage von 12 US-Bundesstaaten unter Führung von Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta. Die Richterin sah 'überzeugende Beweise', dass das fusionierte Unternehmen übermäßige Marktmacht bei Filmverleih und Kabelprogrammierung erhalten würde, was gegen Section 7 des Clayton Act verstoßen könnte. Eine Anhörung zur einstweiligen Verfügung ist für den 3. August 2026 angesetzt.
Hintergrund des Megadeals
Paramount Skydance gab die Übernahme am 27. Februar 2026 bekannt – 31 Dollar pro Aktie in bar, insgesamt 110,9 Milliarden Dollar. Der Deal folgte auf eine Bieterkrieg mit Netflix, das Warner Bros. Discovery im Dezember 2025 für 82,7 Milliarden Dollar übernehmen wollte. Die Aktionäre stimmten am 23. April zu, das Justizministerium (DOJ) gab am 12. Juni grünes Licht. Der Zusammenschluss würde ein globales Medienimperium mit Franchises wie Harry Potter, DC Universe, Game of Thrones, Mission: Impossible und Star Trek schaffen, mit über 15.000 Filmtiteln. Ziel ist es, mit Paramount+, HBO Max und Pluto TV gegen Netflix, Amazon und Disney zu bestehen. Mehr zum Trend der Medienkonsolidierung siehe .
Staatenklage und Kartellbedenken
Die Staaten – Kalifornien, Arizona, Colorado, Connecticut, Massachusetts, Minnesota, Nevada, New Jersey, New Mexico, New York, Oregon und Washington – reichten am 13. Juli Klage ein. Sie argumentieren, die Fusion würde den Wettbewerb in Hollywood auslöschen, da das kombinierte Unternehmen fast ein Drittel des US-Filmverleihs und der Kabelprogrammierung kontrollieren würde. Generalstaatsanwalt Bonta feierte die einstweilige Verfügung als ersten wichtigen Sieg. Die Richterin betonte, dass Paramount keinen Schaden durch die Verzögerung geltend machte und dass die Staaten ernsthafte kartellrechtliche Fragen aufwarfen.
Paramounts Verteidigung und finanzielle Risiken
Paramount will die Transaktion vehement verteidigen und argumentiert, der Deal sei legal und wettbewerbsfördernd. Doch die Richterin wies das Argument zurück, Effizienzgewinne in einem Markt könnten Schäden in einem anderen ausgleichen. Zeitdruck: Schließt der Deal nicht bis zum 30. September 2026, muss Paramount eine Vertragsstrafe von 0,25 Dollar pro Aktie pro Tag zahlen – rund 7 Millionen Dollar täglich. Eine lange Verzögerung könnte Hunderte Millionen kosten. Vergleichbare Fälle siehe .
Branchen- und politische Reaktionen
Mehr als 1.000 Schauspieler, Regisseure und Autoren kritisierten die Fusion. Kein republikanischer Generalstaatsanwalt schloss sich der Klage an, was die politische Spaltung in der Kartellpolitik zeigt. Paramount-CEO David Ellison betont, die Fusion sei nötig, um gegen Netflix und Disney zu bestehen. Zudem sind 38,5 % des kombinierten Unternehmens im Besitz von Staatsfonds aus Saudi-Arabien, den VAE und Katar (ohne Stimmrechte), was Fragen zu ausländischem Einfluss aufwirft.
Wie geht es weiter?
Die Anhörung am 3. August entscheidet, ob die Fusion für die Dauer des Kartellverfahrens blockiert bleibt. Wird die einstweilige Verfügung verlängert, könnte der Deal monatelang verzögert werden. Der Fall gilt als Gradmesser für die Kartellrechtsdurchsetzung in der Medienbranche. Siehe auch .
Häufig gestellte Fragen
Warum blockierte der Richter die Fusion?
Weil 12 Bundesstaaten überzeugende Beweise vorlegten, dass das fusionierte Unternehmen übermäßige Marktmacht erhalten würde, was gegen das Kartellrecht verstößt.
Wie lange ist die Fusion ausgesetzt?
Die einstweilige Verfügung gilt 14 Tage. Die Anhörung am 3. August entscheidet über eine längerfristige Blockade.
Was passiert, wenn der Deal bis zum 30. September nicht abgeschlossen ist?
Paramount muss eine Vertragsstrafe von rund 7 Millionen Dollar pro Tag an die Warner-Bros.-Aktionäre zahlen.
Welche Staaten klagen?
Zwölf Staaten unter Führung Kaliforniens: Arizona, Colorado, Connecticut, Massachusetts, Minnesota, Nevada, New Jersey, New Mexico, New York, Oregon und Washington.
Hat das Justizministerium die Fusion genehmigt?
Ja, am 12. Juni 2026. Die Bundesstaaten können jedoch eigenständig kartellrechtlich klagen.
Quellen
Die Informationen stammen aus Gerichtsdokumenten, Pressemitteilungen des kalifornischen Generalstaatsanwalts sowie Berichten von Variety, Deadline, NPR, Associated Press und der Los Angeles Times.
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