Kritische Mineralien: 54 Nationen brechen Chinas Griff

54 Nationen starten FORGE, um Chinas Seltene-Erden-Monopol zu brechen. Über $30 Mrd. mobilisiert. Wie dieser Machtwechsel Energie- und Tech-Lieferketten prägt.

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Ausgabe: DE

Im Februar 2026 war Washington, D.C. Gastgeber des ersten Ministertreffens zu kritischen Mineralien mit 54 Nationen und der Europäischen Kommission. Außenminister Marco Rubio startete das Forum on Resource Geostrategic Engagement (FORGE), Nachfolger der Mineralsicherheitspartnerschaft, als direkte Herausforderung an Chinas Dominanz bei der Verarbeitung kritischer Mineralien. Mit über 30 Milliarden Dollar mobilisierter Finanzierung und elf neuen bilateralen Rahmenabkommen will die Initiative globale Lieferketten neu strukturieren.

Was ist FORGE?

FORGE ist eine plurilaterale Koalition gegen nicht-marktwirtschaftliche Praktiken im Handel mit kritischen Mineralien. Aufbauend auf der Mineralsicherheitspartnerschaft schafft sie eine bevorzugte Handels- und Investitionszone mit koordinierten Mindestpreisen, wie aus den Leitprinzipien des US-Außenministeriums hervorgeht. Zwei Arbeitsgruppen – Projektinvestition und Politikkoordinierung – steuern die Umsetzung. Zudem wurde Project Vault angekündigt, eine strategische Reserve von fast 12 Milliarden Dollar, gestützt durch die Export-Import-Bank.

Chinas Dominanz bei Seltenen Erden und Exportkontrollen 2026

China kontrolliert rund 90% der weltweiten Verarbeitungskapazität von Seltenen Erden, 80% bei Wolfram und 60% bei Antimon. Im Sommer 2026 verschärfte Peking die Exportkontrollen zweimal innerhalb von fünf Wochen, was die Preise um bis zu das Sechsfache trieb. Über 80% der europäischen Unternehmen sind von chinesischen Vorleistungen abhängig; der Aufbau unabhängiger Lieferketten könnte 20–30 Jahre dauern. Chinas Exportkontrollen haben Kontrolle statt Knappheit als Waffe eingesetzt.

FORGEs globale Präsenz

Lateinamerikas Lithium-Dreieck

Argentinien, Chile und Bolivien besitzen rund 56% der identifizierten globalen Lithiumressourcen. FORGE-Rahmenabkommen mit Argentinien und anderen Partnern sichern wertschöpfende Verarbeitung, nicht nur Rohstoffexport, angesichts von Ressourcennationalismus und chinesischer Direktinvestitionen.

Afrikas Korridor für kritische Mineralien

Afrika hält rund 30% der nachgewiesenen Reserven an kritischen Mineralien. Die USA finanzierten den Lobito-Korridor und unterstützten Orions 9-Milliarden-Dollar-Kauf eines 40%-Anteils an Glencore-Kupfer- und Kobaltprojekten in der DR Kongo. Sieben afrikanische Nationen nahmen teil, darunter die DR Kongo, Sambia und Guinea.

Australiens erste unabhängige Seltene-Erden-Verarbeitungsanlage

Australien, der viertgrößte Produzent von Seltenen Erden, exportiert bislang 100% seiner Konzentrate ins Ausland. Im ersten Quartal 2026 eröffnete die Australian Nuclear Science and Technology Organisation die erste Open-Access-Anlage zur Verarbeitung von Seltenen Erden in Sydney, was die Abhängigkeit von der Seltene-Erden-Verarbeitung in China verringert.

Kann FORGE Chinas Griff brechen?

Experten sind geteilter Meinung. FORGEs bilaterale Hebel und Mindestpreise sind ambitioniert, aber Chinas 30-jähriger Vorsprung bei Verarbeitungstechnologie und Subventionen bedeutet, dass westliche Alternativen 150–250% teurer sind. Der Atlantic Council verweist auf offene Fragen zu Mitgliedschaft und ob bilaterale Deals zu echter plurilateraler Koordination werden können. Ein schrumpfendes Zeitfenster von 12–18 Monaten erzwingt entschlossenes Handeln.

Expertenmeinungen

Chinas Exportkontrollen 2026 zeichnen die globale Lieferkettenkarte grundlegend neu. Der Westen steht vor managed dependence, teurer Unabhängigkeit oder einem Hybridmodell, so eine Analyse von Rare Earth Exchanges.

FAQ

Was ist FORGE bei kritischen Mineralien?

FORGE ist das Forum on Resource Geostrategic Engagement, das im Februar 2026 von den USA mit 54 Nationen gestartet wurde, um Lieferketten für kritische Mineralien von China weg zu diversifizieren.

Warum dominiert China die Verarbeitung von Seltenen Erden?

China kontrolliert rund 90% der Verarbeitungskapazität dank jahrzehntelanger Subventionen und staatlicher Investitionen, was Preismacht bei Materialien für E-Autos, Windturbinen und Verteidigungssysteme verleiht.

Wie viel Finanzierung mobilisierten die USA?

Über 30 Milliarden Dollar, darunter 10 Milliarden von der Export-Import-Bank für Project Vault, plus privaten Deals.

Kann FORGE gegen China erfolgreich sein?

Der Erfolg ist ungewiss; westliche Alternativen kosten 150–250% mehr, und der Aufbau von Lieferketten könnte 20–30 Jahre dauern, aber koordinierte Mindestpreise und Investitionen könnten die Diversifizierung beschleunigen.

Fazit

Der Machtwechsel bei kritischen Mineralien ist im Gange, aber Chinas etablierte Verarbeitungsdominanz bleibt eine gewaltige Hürde. Ob FORGE die Ausrichtung von 54 Nationen in eine widerstandsfähige, diversifizierte Lieferkette übersetzen kann, wird das Tempo der Energiewende und die Sicherheit der Tech-Lieferketten für Jahrzehnte bestimmen.

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