Kritische Mineralien: Lieferkettensicherheit formt Allianzen

Militärausgaben über 2,6 Bio. USD: USA startet FORGE, EU 60 Projekte, China dominiert Lithium/Kobalt. Wie Lieferkettensicherheit 2026 Allianzen formt.

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Der globale Wettlauf um kritische Mineralien ist 2026 in eine neue Phase getreten. Militärausgaben über 2,6 Billionen USD und geowirtschaftliche Konfrontation machen die Lieferkettensicherung zur strategischen Notwendigkeit. Die USA starteten FORGE (Forum on Resource Geostrategic Engagement) mit über 30 Mrd. USD für Projekte und 11 bilateralen Abkommen. Die EU treibt 60 strategische Projekte unter dem Critical Raw Materials Act (CRMA) voran, während China bis 2035 über 60 % des verarbeiteten Lithiums und Kobalts liefern soll.

Kontext: Die strategische Notwendigkeit

Kritische Mineralien sind die Bausteine moderner Technologie. Der Global Risks Report 2026 stuft geowirtschaftliche Konfrontation als Top-Risiko ein. Die geowirtschaftliche Konfrontation wird durch Chinas Kontrolle über etwa 90 % der Seltene-Erden-Verarbeitung, 60 % der Lithiumverarbeitung und über 70 % der Kobaltverarbeitung verschärft. Der IWF warnt vor Haushaltsbelastungen durch steigende Rüstungsausgaben – ein Trade-off zwischen Kanonen und Butter, wie die IWF-Warnung zu Verteidigungsausgaben zeigt.

FORGE: Amerikas neue Mineralienallianz

Am 4. Februar 2026 veranstaltete das US-Außenministerium das erste Critical Minerals Ministerial mit 54 Ländern. FORGE tritt als Nachfolger der Minerals Security Partnership unter Vorsitz Südkoreas an. Die USA mobilisierten über 30 Mrd. USD für Lieferkettenprojekte. Wichtige Ergebnisse: 11 bilaterale Abkommen, Project Vault (12 Mrd. USD für eine strategische Reserve) und Pläne für eine Präferenzhandelszone mit koordinierten Preisuntergrenzen. Der Atlantic Council sieht darin eine plurilaterale Koalition, die zwei Drittel der Weltwirtschaft abdecken soll.

Europas Antwort: Der CRMA

Die EU hat unter dem CRMA (seit 2024) bereits 60 strategische Projekte benannt; über 160 weitere Anträge liegen vor. Der ReSourceEU-Aktionsplan stellt 3 Mrd. Euro für 2026 bereit. Zwei Prioritätsprojekte: Vulcan Energy (Lithium in Deutschland, 250 Mio. Euro von der EIB) und Greenland Resources. Die EU plant Exportbeschränkungen für Schrottmagnete und Batterieabfälle sowie ein Europäisches Rohstoffzentrum. Der EU Critical Raw Materials Act ist ein umfassender Ansatz zur Reduzierung der Abhängigkeit.

Chinas Dominanz und neue Akteure

China kontrolliert über 80 % des Marktes für synthetisches Graphit und Seltene Erden und investierte seit 2023 über 120 Mrd. USD in Überseebergbau. Neue Akteure entstehen: Saudi-Arabien (Reserven 2,5 Billionen USD) und die USA schlossen ein Kooperationsabkommen; auch die VAE positionieren sich. Diese Investitionen der Golfstaaten in kritische Mineralien verändern die globale Landschaft.

Auswirkungen auf Verteidigung und Industriepolitik

Globale Verteidigungsausgaben erreichten 2025 2,63 Billionen USD. Kritische Mineralien sind essenziell für moderne Militärtechnologien. China hat Mineralexporte als Waffe eingesetzt und Lieferungen eingeschränkt. Die Verbindung von Verteidigungsbereitschaft und kritischen Mineralien macht Lieferkettensicherheit zur nationalen Sicherheitspriorität.

Expertenperspektiven

„FORGE stellt einen grundlegenden Wandel dar“, so ein US-Beamter. Frankreichs Finanzminister sieht eine doppelte Dividende, während der Weltbankpräsident auf schrumpfende Entwicklungshilfe hinweist.

Häufig gestellte Fragen

Was ist FORGE?

FORGE ist eine US-geführte plurilaterale Initiative zur Sicherung kritischer Mineralien, Nachfolger der MSP, unter Vorsitz Südkoreas bis Juni 2026.

Warum sind kritische Mineralien wichtig für die nationale Sicherheit?

Sie sind essenziell für Militärtechnik; Lieferkonzentration in gegnerischen Ländern schafft strategische Verwundbarkeiten.

Wie viel hat die USA investiert?

Über 30 Mrd. USD, darunter 12 Mrd. USD für Project Vault (strategische Reserve).

Was ist der CRMA?

Das EU-Gesetz zur Rohstoffsicherung mit beschleunigten Genehmigungen und 60 strategischen Projekten.

Wird China dominant bleiben?

Prognosen: China liefert bis 2035 über 60 % des verarbeiteten Lithiums und Kobalts und kontrolliert über 80 % der Seltene-Erden-Verarbeitung.

Fazit

Der Wettlauf um kritische Mineralien 2026 ist eine geopolitische Herausforderung. FORGE, EU-Projekte und neue Akteure schaffen Multipolarität. Chinas Dominanz und steigende Verteidigungsausgaben machen Lieferkettensicherheit zur Priorität. Die Entscheidungen der kommenden Monate werden Industriepolitik, Verteidigung und Energiewende prägen.

Quellen

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