Trump verklagt JPMorgan auf 5 Milliarden Dollar wegen politischer Kontoschließung

Donald Trump reicht eine 5-Milliarden-Dollar-Klage gegen JPMorgan Chase wegen angeblicher politischer Diskriminierung bei Kontoschließungen ein. Die Bank bestreitet die Vorwürfe und verweist auf regulatorische Risiken. Der Fall testet Floridas Bankgesetze und könnte Präzedenzfälle schaffen.

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Ehemaliger Präsident reicht Milliardenklage gegen Bankgiganten ein

Der ehemalige Präsident Donald Trump hat eine atemberaubende Klage in Höhe von 5 Milliarden Dollar gegen JPMorgan Chase und CEO Jamie Dimon eingereicht. Er behauptet, der Bankgigant habe seine Konten und die verbundener Unternehmen Anfang 2021 aus politischen Gründen geschlossen. Die Klage, die bei einem Gericht in Florida eingereicht wurde, stellt eine der größten finanziellen Rechtsstreitigkeiten dar, die Trump je gegen ein Großunternehmen angestrengt hat.

Vorwürfe politischer Diskriminierung

Trump behauptet, JPMorgan Chase habe eine "unilaterale Entscheidung" getroffen, seine Konten nach jahrzehntelanger Geschäftsbeziehung zu schließen, und er sei aufgrund dessen ins Visier genommen worden, was er "unbegründete, woke Überzeugungen" nennt. Den rechtlichen Dokumenten zufolge soll die Bank im Februar 2021 mehrere Trump-Konten ohne Erklärung und mit nur 60 Tagen Kündigungsfrist geschlossen haben.

'Die Bank hat im Wesentlichen die Konten der Kläger gesperrt, weil das Unternehmen der Meinung war, dass die politische Stimmung zu diesem Zeitpunkt dafür günstig war,' heißt es in der Klageschrift, die im Miami-Dade County, Florida, eingereicht wurde.

Die Klage behauptet, JPMorgan habe das Fair Access to Banking-Gesetz von Florida verletzt, das Finanzinstituten verbietet, Dienstleistungen aufgrund politischer oder religiöser Überzeugungen zu verweigern. Das Gesetz, das im Juli 2024 in Kraft trat, erweitert den Schutz vor dem, was Florida-Beamte als "Diskriminierung" durch Finanzinstitute bezeichnen.

Reaktion von JPMorgan und regulatorischer Kontext

JPMorgan Chase hat die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen und erklärt, die Klage sei "unbegründet" und Konten würden aufgrund rechtlicher oder regulatorischer Risiken geschlossen, nicht aus politischen Gründen. Ein Bankensprecher sagte gegenüber CNBC: 'Wir schließen Konten, weil sie rechtliche oder regulatorische Risiken für das Unternehmen mit sich bringen. Wir bedauern, dass wir dies tun müssen, aber Vorschriften und gesetzliche Bestimmungen zwingen uns oft dazu.'

Die Bank fügte hinzu, sie habe sowohl die aktuelle als auch frühere Regierungen gebeten, die Regeln und Vorschriften zu ändern, die sie in diese Position gebracht hätten, und unterstütze die Bemühungen der Regierung, zu verhindern, dass das Bankensystem als Waffe eingesetzt wird.

Historischer Kontext und Bankbeziehungen

Trump hatte jahrzehntelange Bankbeziehungen zu JPMorgan Chase vor den angeblichen Kontoschließungen. Die Klage behauptet, die Bank habe Trump, die Trump Organization, verbundene Unternehmen und sogar Mitglieder von Trumps Familie auf eine schwarze Liste gesetzt, die für bundesregulierte Banken zugänglich sei.

Diese rechtliche Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen zwischen Trump und großen Unternehmen, insbesondere nach dem Angriff auf das Kapitol am 6. Januar und seinem Ausscheiden aus dem Weißen Haus. Trump hatte bereits im August erklärt, dass Banken ihn in der Vergangenheit diskriminiert hätten, und behauptet, JPMorgan habe ihn aufgefordert, Konten zu schließen, die er jahrzehntelang geführt hatte.

Rechtliche Präzedenzfälle und Branchenauswirkungen

Der Fall könnte wichtige Präzedenzfälle dafür schaffen, wie Finanzinstitute mit Konten politisch prominenter Personen umgehen. Die Bankgesetze Floridas, die in den letzten Jahren ausgeweitet wurden, verbieten ausdrücklich die Verweigerung von Dienstleistungen aufgrund politischer Ansichten, religiöser Überzeugungen oder Zugehörigkeiten.

Laut Consumer Finance Monitor sieht die Gesetzgebung Floridas ein Beschwerdeverfahren über das Florida Office of Financial Regulation vor, wobei Institute innerhalb von 90 Tagen reagieren müssen. Finanzinstitute, die für schuldig befunden werden, können mit Geldstrafen belegt werden und könnten gegen den Florida Deceptive and Unfair Trade Practices Act verstoßen haben.

Breitere Auswirkungen auf den Bankensektor

Die Klage unterstreicht die wachsende Spannung zwischen Unternehmenspraktiken und politischer Neutralität im Finanzsektor. Als größte Bank in den Vereinigten Staaten und weltweit größte Bank nach Marktkapitalisierung ab 2025, laut Wikipedia, werden die Handlungen von JPMorgan Chase von Aufsichtsbehörden und Wettbewerbern genau beobachtet.

Der Fall kommt auch zu einem Zeitpunkt, an dem ähnliche Gesetzgebung in anderen Bundesstaaten wie Tennessee aufkommt, was eine breitere bundesstaatliche Bewegung gegen die Verwendung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG) in Unternehmensentscheidungen widerspiegelt.

Trumps persönlicher Anwalt Alejandro Brito, der an Trumps Klagen gegen Medienunternehmen wie ABC News und die BBC wegen Verleumdung beteiligt war, hat die Klage eingereicht. Das rechtliche Team behauptet, die Bank habe die "stillschweigende Vereinbarung von Treu und Glauben und fairer Behandlung" zwischen Banken und Kunden verletzt.

Während sich dieser hochkarätige Rechtsstreit entfaltet, wird er die Grenzen von Bankenregulierung, politischer Meinungsäußerung und unternehmerischer Verantwortung in einer zunehmend polarisierten Finanzlandschaft auf die Probe stellen.

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