Italien: 600-Euro-Kennzeichen sorgen für Spott

Italien plant ab 2028 neue personalisierte Kennzeichen: 600 Euro für Autos, 360 Euro für Motorräder. Warum Melonis Plan verspottet wird und was er bedeutet.

Italien: 600-Euro-Kennzeichen sorgen für Spott
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Ausgabe: DE

Italien will Fahrern personalisierte Kfz-Kennzeichen ermöglichen. Premierministerin Giorgia Meloni rief die Italiener zu Kreativität auf, doch die Gebühr von 600 Euro für Autos sorgte online für Spott. Die am 29. Oktober 2026 als Teil des Haushaltsgesetzes 2027 angekündigte Maßnahme soll zusätzliche Einnahmen bringen. Kritiker sehen darin eine Ablenkung von Italiens Schuldenquote von 139 Prozent des BIP und den steigenden Lebenshaltungskosten.

Was sind Italiens personalisierte Kennzeichen?

Personalisierte Kennzeichen sind Kfz-Zulassungsschilder, die Fahrer innerhalb gesetzlicher Grenzen mit einer Wunschkombination aus Buchstaben und Zahlen gestalten können. Italien vergibt derzeit ein festes Format aus zwei Buchstaben, drei Zahlen und zwei Buchstaben (z. B. AB 123 CD). Künftig sollen Fahrer ihre eigene siebenstellige Folge wählen, mit Einschränkungen: Die Buchstaben I, O, Q und U bleiben verboten, aktive Kombinationen dürfen nicht wiederverwendet werden. Vorbild sind personalisierte Kennzeichen in Großbritannien und den USA.

Was kosten personalisierte Kennzeichen in Italien?

Ein personalisiertes Autokennzeichen kostet rund 600 Euro, eines für Motorräder 360 Euro. Im Autopreis enthalten sind 500 Euro für die Herstellung von Front- und Heckkennzeichen sowie 100 Euro Aufschlag des Ministeriums für Infrastruktur und Verkehr. Standard-Zulassungsgebühren kommen hinzu.

  • Auto: 600 Euro
  • Motorrad: 360 Euro
  • Herstellung (Auto): 500 Euro
  • Ministeriumsaufschlag: 100 Euro

Warum wird Melonis Kennzeichenplan verspottet?

Die Ankündigung löste Memes aus, die Meloni mit Marie Antoinette vergleichen: „Eure Majestät, das Volk hungert!“ – „Dann sollen sie personalisierte Kennzeichen essen.“ Die Satire spielt auf den berühmten Satz „Dann sollen sie Kuchen essen“ an und zeigt die Frustration über die Lebenshaltungskrise. Meloni nannte die Initiative einen „farbigen Akzent“ und scherzte, die „Kreativität der Italiener könne hier glänzen“. Kritiker fordern jedoch zuerst Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten in Italien und die Staatsverschuldung von etwa 139 Prozent des BIP, eine der höchsten in der EU.

Wer unterstützt und wer lehnt personalisierte Kennzeichen ab?

Taxifahrer begrüßen die Änderung, weil auffällige Kennzeichen legitime Anbieter erkennbar machten. Andere befürchten anstößige oder vulgäre Texte; unklar bleibt, wie stark Fahrer vom Standardformat abweichen dürfen. Mitte-links-Parteien werten den Plan als Ablenkung von den Haushaltsproblemen. Das Finanzministerium will die erwarteten Einnahmen nicht schätzen.

Auswirkungen und nächste Schritte für Italiens Fahrer

Der Vorschlag ist Teil einer Revision der Straßenverkehrsordnung und soll voraussichtlich im Januar 2028 in Kraft treten, abhängig von Vorschriften und Systemupdates. Kennzeichen bleiben beim Fahrzeug, nicht beim Halter, und müssen Standardmaße, schwarze Schrift, weißen Hintergrund und blaue Seitenbänder behalten. Der Plan fällt in eine Phase, in der Rom wegen seiner hohen Staatsverschuldung unter Druck durch EU-Fiskalregeln steht, was das Ziel zusätzlicher Einnahmen politisch heikel macht.

FAQ: Personalisierte Kennzeichen in Italien

Was kostet ein personalisiertes Kennzeichen in Italien?

Ein Autokennzeichen kostet rund 600 Euro, ein Motorradkennzeichen 360 Euro, ohne Standard-Zulassungsgebühren.

Wann können Italiener personalisierte Kennzeichen bekommen?

Der Start ist für Januar 2028 geplant, abhängig von Vorschriften und Systemupdates.

Kann ich beliebige Buchstaben und Zahlen wählen?

Nein. Es gilt das siebenstellige Format; I, O, Q und U sind verboten. Bestehende Kombinationen dürfen nicht wiederverwendet werden.

Bleiben personalisierte Kennzeichen beim Halter oder beim Fahrzeug?

In Italien bleiben Kennzeichen beim Fahrzeug, nicht beim Halter – auch personalisierte.

Warum wird Melonis Plan verspottet?

Kritiker vergleichen ihn mit Marie Antoinettes „Dann sollen sie Kuchen essen“ und bemängeln, er ignoriere die Lebenshaltungskrise und die Schuldenquote von 139 Prozent des BIP.

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