Die US-Notenbank Federal Reserve hat am 16. September 2026 erstmals seit über drei Jahren die Zinsen erhöht und den Leitzins um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 % bis 4 % angehoben. Die einstimmige Entscheidung trotzte Präsident Donald Trump, der die Notenbank öffentlich unter Druck gesetzt hatte, die Kreditkosten auf „dem niedrigsten Niveau der Welt“ zu halten. Die Zinserhöhung, die erste seit Juli 2023, soll die hartnäckige Inflation eindämmen, die seit Monaten bei rund 4 % stagniert.
Warum die Fed nach drei Jahren Pause die Zinsen erhöhte
Seit Ende 2024 hatte die Fed den Leitzins nach mehreren Senkungen vom Höchststand von 5,25 %–5,5 % bei 3,50 %–3,75 % gehalten. Da die Inflation mit jährlich rund 3,4 % bis 4 % deutlich über dem Zielwert von 2 % liegt, kamen die Offiziellen zu dem Schluss, dass eine moderate Straffung nötig sei, um die Glaubwürdigkeit zu wahren. Die eigenen Projektionen der Fed zeigen für 2026 eine Inflation von 3,7 %; eine Rückkehr zu 2 % wird erst 2029 erwartet. Analysten nennen höhere Energiepreise wegen des Krieges im Nahen Osten und die Folgen der Zölle des globalen Handelskriegs als zentrale Ursachen.
Kevin Warshs erste Zinsentscheidung als Fed-Chef
Kevin Warsh, seit Mai Fed-Vorsitzender nach dem Ende von Jerome Powells Amtszeit, hatte zunächst niedrigere Zinsen befürwortet – eine Haltung, die Trump zu seiner Nominierung bewogen hatte. „Wenn Kevin im Amt ist, werden die Zinsen sinken“, hatte Trump gesagt. Doch am Mittwoch unterstützte Warsh eine Erhöhung. „Die Inflation ist zu hoch und das seit zu langer Zeit“, sagte Warsh vor Journalisten. Er lehnte einen Kommentar zum Druck aus dem Weißen Haus ab und erklärte, die Fed bleibe „auf ihrer Spur“.
Philip Marey, US-Analyst bei der Rabobank, bemerkte, Warsh habe zuvor viel über Inflation gesprochen, in seiner ersten Sitzung aber nichts getan. „Die heutige Erhöhung war nötig, um die Glaubwürdigkeit zu wahren“, sagte Marey. Der Kurswechsel verschärft die Debatte über die Unabhängigkeit der Federal Reserve unter der Trump-Regierung.
Marktreaktion und die nächsten Schritte der Fed
Die Finanzmärkte hatten die Erhöhung weitgehend eingepreist, doch die Aktien fielen nach Warshs Pressekonferenz. Der Dow Jones Industrial Average verlor 633 Punkte oder 1,2 %, während die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen erstmals seit 2007 die 5-Prozent-Marke überschritt. Bitcoin fiel unter 76.000 Dollar. Der aktualisierte Dot Plot zeigt, dass 12 von 18 Offiziellen in diesem Jahr mindestens eine weitere Erhöhung um einen Viertelpunkt erwarten, vier rechnen mit zwei weiteren.
Marey erwartet bald eine weitere Anhebung. „Das ist nötig, um die Inflation unter Kontrolle zu bringen, aber nicht sehr viel“, sagte er. „Mit ein oder zwei Zinserhöhungen lässt sich ein wichtiges Signal senden.“ Er warnte jedoch, die Notenbank könne den energiegetriebenen Preisschub aus der Golfregion nicht direkt lösen.
Auswirkungen: Was höhere Zinsen für Verbraucher und die Welt bedeuten
Die Entscheidung verteuert Hypotheken, Autokredite und Kreditkarten. Höhere US-Zinsen üben zudem Aufwärtsdruck auf globale Renditen aus. In den Niederlanden ist die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen über 3 % gestiegen, ein Zeichen wachsender Unruhe über globale Kreditkosten und die steigende US-Staatsverschuldung. Ökonomen warnen, dass eine weitere Straffung das US-Wachstum bremsen und Schwellenländer belasten könnte, die sich in Dollar verschulden.
Häufig gestellte Fragen
Wann hatte die Fed zuletzt vor dieser Erhöhung die Zinsen angehoben?
Die letzte Erhöhung vor dem 16. September 2026 war im Juli 2023. Danach hielt die Fed den Leitzins fünf Sitzungen lang stabil.
Warum erhöhte die Fed die Zinsen trotz Trumps Widerstand?
Die Fed sorgt sich um eine anhaltende Inflation von rund 4 %, getrieben von hohen Energiepreisen und globalen Handelsstörungen. Eine Erhöhung sei nötig, um die Glaubwürdigkeit der Notenbank zu wahren.
Um wie viel hat die Fed die Zinsen erhöht?
Um 25 Basispunkte, von 3,50 %–3,75 % auf 3,75 %–4,00 %.
Wird die Fed 2026 erneut erhöhen?
Laut Dot Plot erwarten 12 von 18 Vertretern mindestens eine weitere Erhöhung. Auch Rabobank-Analyst Marey rechnet kurzfristig damit.
Wie wirkt sich die Erhöhung auf Hypothekenzinsen aus?
Höhere Fed-Zinsen verteuern Kredite, darunter Hypotheken, Autokredite und Kreditkarten. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt bereits über 5 %.
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