Inflation im Euroraum steigt auf 3,2% im Mai – EZB-Zinserhöhung naht
Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach einem Anstieg der Inflation im Euroraum auf 3,2% im Mai, dem höchsten Stand seit September 2023, voraussichtlich auf ihrer Sitzung am 11. Juni die Zinsen erhöhen. Laut ING-Volkswirten macht der Inflationsschub, der durch stark gestiegene Energiepreise infolge des Iran-Konflikts verursacht wurde, eine 'präventive' Zinserhöhung nahezu sicher. ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski sagte, die Daten 'hätten den Weg freigemacht' für eine Zinserhöhung, warnte jedoch, dass das aktuelle makroökonomische Umfeld 'sehr anders als 2022' sei.
In den Niederlanden stieg die nach EU-Standard gemessene Inflation im Mai auf 3,4%, den höchsten Stand seit März 2025. Die niederländische Dienstleistungsinflation sprang von 3,2% im April auf 5,2% im Mai – der größte Preisanstieg in dieser Kategorie seit April 2025. ING-Volkswirt Marcel Klok sieht darin erste Anzeichen von 'Zweitrundeneffekten', bei denen höhere Lohnforderungen zu höheren Preisen führen.
Warum die EZB erneut erhöhen wird
Das vorrangige Mandat der EZB ist Preisstabilität mit einem Inflationsziel von 2%. Bei 3,2% liegt die Inflation weit darüber, und die Bank hat signalisiert, dass sie handeln wird. Anders als die Energiekrise 2022 durch den Ukraine-Krieg stammt der aktuelle Anstieg vom Iran-Konflikt, der im März 2025 begann. Brzeski merkte an, dass die Mai-Zahl 'weitgehend mit dem Basisszenario der EZB vom März übereinstimmt', warnte aber vor weiteren Anstiegen.
Eine 'präventive' statt aggressive Erhöhung
ING erwartet eine moderate, symbolische Zinserhöhung, nicht den aggressiven Schritt von 2022-2023. Brzeski beschrieb es als eine 'präventive' Erhöhung, die 'nicht viel zur Beeinflussung der Inflationserwartungen beitragen wird', aber die Entschlossenheit der EZB zeigt. Der EZB-Geldpolitik-Ausblick bleibt datenabhängig.
Zweitrundeneffekte: Das eigentliche Risiko
Marcel Klok betonte, dass die Niederlande frühe Anzeichen von Zweitrundeneffekten zeigen. Die Dienstleistungsinflation schnellte auf 5,2% und beendete einen sechsmonatigen Abwärtstrend. 'Dies markiert das Ende des Trends fallender Dienstleistungsinflation durch sinkende Lohnzuwächse', so Klok. Zweitrundeneffekte entstehen, wenn höhere Löhne zu höheren Preisen führen – ein Risiko, das die Zentralbank genau beobachtet. Der Inflationszielrahmen der EZB hebt dies hervor.
Energiepreise und der Iran-Konflikt
Der Haupttreiber ist der Anstieg der Energiepreise durch den Iran-Krieg. Öl- und Gaspreise sind stark gestiegen. Die Situation unterscheidet sich von 2022 durch widerstandsfähigere Lieferketten und alternative Energiequellen, doch das geopolitische Risiko bleibt hoch.
Auswirkungen auf Verbraucher und Unternehmen
Eine Zinserhöhung erhöht die Kreditkosten für Haushalte und Unternehmen – Hypotheken, Unternehmenskredite und Kreditkarten werden teurer. Für Verbraucher bedeutet dies zusätzliche Belastung. Unternehmen könnten Investitionen zurückfahren. Die Auswirkungen von EZB-Zinserhöhungen auf das europäische Wachstum sind ein zentrales Anliegen, da die Wirtschaft bereits an Fahrt verliert.
FAQ: EZB-Zinserhöhung und Inflation
Wie hoch ist die aktuelle Inflation im Euroraum?
3,2% im Mai 2025 – der höchste Stand seit September 2023.
Wann wird die EZB ihre nächste Entscheidung bekannt geben?
Am 11. Juni 2025 wird eine Zinserhöhung erwartet.
Wie stark werden die Zinsen steigen?
ING erwartet eine moderate, präventive Erhöhung um 25 Basispunkte.
Was sind Zweitrundeneffekte?
Höhere Inflation führt zu höheren Löhnen, was die Preise weiter steigen lässt – eine Lohn-Preis-Spirale.
Wie wirkt der Iran-Konflikt?
Er treibt die Energiepreise, was direkt und indirekt die Inflation erhöht.
Quellen
Artikel basierend auf Berichterstattung von BNR Nieuwsradio und ANP. Zusätzlicher Kontext von der Europäischen Zentralbank und ING Economic Research.
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