Nicolás Maduro hat am Donnerstag vor einem Bundesgericht in Manhattan die neu hinzugefügten Foltervorwürfe in einer überarbeiteten US-Anklage wegen Drogenhandels bestritten. Es ist das erste Mal, dass der gestürzte venezolanische Staatschef persönlich zu den erweiterten Vorwürfen Stellung nimmt. Der 63-Jährige erschien mit Fußfesseln in beiger Gefängnisuniform und erklärte Richter Alvin K. Hellerstein über einen Dolmetscher, die Anschuldigungen seien „falsche Beschuldigungen und falsche Aussagen“; er lehne „dieses Dokument vollständig ab“. Seine Frau Cilia Flores, 70, plädierte ebenfalls auf nicht schuldig: „Ich bin völlig unschuldig.“ Der Fall steht im Kontext der US-venezolanischen Beziehungen nach der Festnahme des Paares im Januar während Operation Absolute Resolve.
Die neuen Foltervorwürfe
Die ergänzte Anklage vom 8. Oktober erweitert das ursprüngliche Verfahren von 2020. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Paar vor, an einem gewaltsamen Repressionssystem seit mindestens 1999 beteiligt gewesen zu sein. Genannt werden Stromschläge, Ersticken, Vergewaltigung, erzwungene Nacktheit, Isolation, Hunger, Strafzellen und psychische Drohungen. Mindestens drei Amerikaner sollen betroffen sein. Maduro soll Beamte 2014 aufgefordert haben, „fester zuzudrücken“, und gedroht haben, das Kind eines Häftlings zu töten; Flores, frühere Generalstaatsanwältin, soll konkrete Folterhandlungen angeordnet haben. Niemandem wird persönliche Folterung vorgeworfen.
Mutmaßliche Foltermethoden
- Stromschläge und Ersticken
- Vergewaltigung und erzwungene Nacktheit
- Isolation und Hunger
- Strafzellen und psychische Drohungen
Die Anhörung in New York
Die Anhörung im Thurgood Marshall U.S. Courthouse war der erste Gerichtstermin seit der Ergänzung des Foltervorwurfs. Beide Angeklagten wirkten seit ihrer Festnahme im Januar abgemagert. Verteidiger argumentierten, das Paar genieße als früherer Staatschef und First Lady Souveränitätsimmunität, und die Militäraktion, die es am 3. Januar aus seinem Haus in Caracas holte, sei rechtswidrig gewesen. Der Prozess wurde auf den 14. Juni 2027 angesetzt. Bei Schuldspruch in allen Punkten droht jedem eine Mindeststrafe von 50 Jahren Haft.
Rechtliche und diplomatische Folgen
Maduro und Flores bleiben im Metropolitan Detention Center in Brooklyn inhaftiert; ihre Verteidigung stützt sich auf Souveränitätsimmunität vor US-Gerichten und eine illegale Entführung. Internationale Rechtsexperten sehen durch die Januar-Operation Fragen zur UN-Charta aufgeworfen. Venezuelas geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez nennt den Einsatz eine Entführung, während die USA ihre Botschaft in Caracas wiedereröffnet und US-Sanktionen gegen Venezuela gelockert haben. Die Foltervorwürfe ergänzen das bestehende Drogenhandelsverfahren um Menschenrechtsvorwürfe und könnten künftige Diplomatie erschweren; auf Hinweise zur Verurteilung Maduros ist eine Belohnung von 15 Millionen Dollar ausgesetzt.
Was US-Vertreter sagen
Justizminister Todd Blanche erklärte, die Anklage zeige, wie das Paar „über 25 Jahre das öffentliche Vertrauen missbraucht“ habe. FBI-Direktor Kash Patel beschrieb ein Regime, das Kokain schmuggelte und Häftlinge folterte. Der Bundesstaatsanwalt für den Southern District of New York, Jamie McDonald, sprach von Beweisen für ein gewaltsames Repressionssystem, dem auch US-Bürger zum Opfer fielen. Erwartet werden Aussagen früherer Häftlinge und Militäroffiziere.
Häufig gestellte Fragen
Wessen wird Maduro beschuldigt?
Narco-Terrorismus, Verschwörung zum Kokainimport, Waffendelikte und neu die Verschwörung zur Folter.
Plädierte Maduro auf schuldig oder nicht schuldig?
Auf nicht schuldig; Richter Hellerstein trug das Plädoyer nach Maduros Ablehnung des Dokuments ein.
Wann beginnt der Prozess?
Am 14. Juni 2027 vor dem Bundesgericht in Manhattan.
Wie wurden Maduro und Flores gefasst?
Bei einem US-Militäreinsatz in ihrem Haus in Caracas am 3. Januar 2026 im Rahmen der Operation Absolute Resolve.
Welche Strafe droht?
Bei Schuldspruch in allen Punkten mindestens 50 Jahre Haft.
Wie es weitergeht
Der Prozess im Juni 2027 wird prüfen, wie weit US-Strafrecht gegenüber früheren ausländischen Staatschefs reicht und ob die Operation rechtmäßig war. Die erweiterten Foltervorwürfe sorgen dafür, dass die politische Krise in Venezuela ein Schwerpunkt der US-Außenpolitik bleibt.
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