US-Justizministerium beendet Epstein-Ermittlungen trotz Dokumentenfreigabe

Das US-Justizministerium beendet die Epstein-Ermittlungen trotz der Freigabe von 3 Millionen Dokumenten und verweist auf unzureichende Beweise. Die Dokumente zeigen umfangreiche Erwähnungen von Trump und schädliche Fotos von Prinz Andrew.

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Justizministerium schließt Epstein-Ermittlungen ab

Das US-Justizministerium hat angekündigt, dass es nach der massiven Veröffentlichung von Jeffrey-Epstein-Dokumenten keine weiteren Strafverfolgungsmaßnahmen mehr einleiten wird. Damit wird eine der meistdiskutierten Menschenhandelsermittlungen in der amerikanischen Geschichte abgeschlossen. Justizstaatssekretär Todd Blanche erklärte, dass zwar Millionen von Dokumenten öffentlich gemacht wurden, die Ermittlungen des Ministeriums jedoch abgeschlossen seien und es unzureichende Beweise für neue Fälle gebe.

Massive Dokumentenveröffentlichung

Am Freitagabend hat das Justizministerium etwa 3 Millionen Seiten an Dokumenten freigegeben, darunter Tausende von Fotos und Videos, wie es der Epstein Files Transparency Act vorschreibt. Dies stellt die größte einmalige Freigabe von Material im Zusammenhang mit dem Epstein-Fall dar und bringt die Gesamtzahl auf etwa die Hälfte der 6 Millionen von Ermittlern gesammelten Dokumente.

Staatssekretär Blanche räumte ein, dass zwar viele schwerwiegende und beunruhigende Vorfälle ans Licht gekommen seien, 'die Beweise jedoch schlicht nicht ausreichen, um derzeit mit zusätzlichen Strafverfolgungen fortzufahren'. Er betonte, dass Staatsanwälte keine Beweise schaffen könnten, wo keine existierten, trotz öffentlichen Drucks auf Rechenschaftspflicht.

Politischer Druck und Kritik

Die Entscheidung hat scharfe Kritik von demokratischen Gesetzgebern und Opfervertretern hervorgerufen. Abgeordneter Ro Khanna nannte den Epstein-Fall 'einen der größten Skandale in der Geschichte unseres Landes' und beschuldigte das Justizministerium, mächtige Persönlichkeiten zu schützen. 'Wir sehen reiche Einzelpersonen, Tech-Führungskräfte und Politiker, die über E-Mails und Verbindungen impliziert werden, aber das Justizministerium behauptet, es gäbe nicht genug Beweise,' erklärte Khanna.

Laut dem USA-Korrespondenten Jan Postma, 'Der politische Druck auf das Justizministerium ist erheblich, aber die Republikaner scheinen zunehmend zurückhaltend, die Angelegenheit anzusprechen, besonders mit den anstehenden Zwischenwahlen. Die Epstein-Dokumente könnten den Republikanern insgesamt schaden.'

Umfangreiche Erwähnungen von Trump

Die neu freigegebenen Dokumente enthalten laut einer CNN-Analyse mehr als 1.000 Verweise auf Donald Trump. Dazu gehören FBI-Notizen über nicht verifizierte Vorwürfe und die Aussage eines Epstein-Opfers, das behauptete, Ghislaine Maxwell habe sie 'ihm auf einer Party vorgestellt'. Die Dokumente bestätigen auch, dass Trump in den 1990er Jahren mehrmals mit Epsteins Privatjet geflogen ist, was seinen früheren Dementis widerspricht.

Das Justizministerium hat jedoch darauf bestanden, dass diese Vorwürfe falsch und unbegründet seien. 'Dies sind von der FBI gesammelte Hinweise, keine fundierten Beweise,' erklärte ein Sprecher des Ministeriums. 'Wir können keine Fälle allein auf der Grundlage von nicht verifizierten Hinweisen anstrengen.'

Schädliche Fotos von Prinz Andrew

Eine Person, die durch die Dokumentenveröffentlichung eindeutig beschädigt hervorgeht, ist der britische Prinz Andrew. Fotos, die ihn über einer auf dem Boden liegenden Frau zeigen, haben breite Aufmerksamkeit erregt und neue Forderungen nach seiner Zusammenarbeit mit amerikanischen Ermittlern ausgelöst. Der britische Premierminister Keir Starmer hat angedeutet, dass der Prinz vollständig mit den amerikanischen Behörden zusammenarbeiten sollte.

Freitagabend-News-Dump-Strategie

Beobachter weisen darauf hin, dass der Zeitpunkt der Freigabe – Freitagabend – das darstellt, was politische Analysten einen 'klassischen News-Dump' nennen. 'Viele Amerikaner sind am Freitagabend mit anderen Dingen beschäftigt,' erklärte Postma. 'Dies geschieht häufiger bei Nachrichten, von denen die Behörden lieber nicht hätten, dass sie ausführliche Aufmerksamkeit erhalten.'

Der Epstein-Fall wirft weiterhin einen langen Schatten auf die amerikanische Politik und Justiz. Obwohl die formellen Ermittlungen möglicherweise abgeschlossen sind, bleiben Fragen zur Rechenschaftspflicht, Transparenz und dem Schutz mächtiger Persönlichkeiten unbeantwortet.

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