China exekutiert 11 Mitglieder berüchtigter Betrügerfamilie aus Myanmar

China hat 11 Mitglieder der Ming-Verbrecherfamilie hingerichtet, die milliardenschwere Betrugszentren in Myanmar betrieben. Die Exekutionen markieren Pekings verschärften Ansatz im Umgang mit der Krise des Menschenhandels und Online-Betrugs in Südostasien.

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Massenhinrichtung von Clan-Mitgliedern markiert Eskalation im regionalen Vorgehen

China hat elf Mitglieder der berüchtigten Ming-Familienkriminalorganisation hingerichtet. Dies stellt eine dramatische Eskalation in Pekings Kampagne gegen die umfangreiche Scam-Center-Industrie in Südostasien dar. Die Exekutionen, die am 29. Januar 2026 durchgeführt wurden, folgen auf Todesurteile, die im September von einem Gericht in Wenzhou, Provinz Zhejiang, verhängt und vom Obersten Volksgerichtshof Chinas bestätigt wurden.

Ein Milliarden-Dollar-Kriminelles Imperium

Die Ming-Familie war Teil der berüchtigten Verbrechersyndikate der 'Vier Familien Nord-Myanmars', die Grenzregionen in Zentren für illegales Glücksspiel, Prostitution, Drogenproduktion und ausgeklügelte Online-Betrugsoperationen verwandelten. Laut CNN-Berichten operierte die Familie vom Crouching Tiger Villa-Komplex in Kokang aus und beschäftigte auf ihrem Höhepunkt bis zu 10.000 Menschen, um umfangreiche Betrugspraktiken durchzuführen, die sich auf Opfer weltweit richteten.

'Die Operationen der Ming-Familie erwirtschafteten zwischen 2015 und 2023 mehr als 10 Milliarden Yuan (1,4 Milliarden US-Dollar),' so in von BBC News zitierten Gerichtsdokumenten. Ihre Aktivitäten führten zum Tod von 14 chinesischen Bürgern und zu Verletzungen vieler anderer.

Von Grenzkriegsherren zu internationalen Kriminellen

Die Mings gehörten zu verschiedenen Clans, die halbautonome feudale Gebiete im nördlichen Shan-Staat Myanmars errichteten, insbesondere rund um die Grenzstadt Laukkai. Mit engen Verbindungen zur Militärjunta Myanmars operierten diese Familien jahrelang mit nahezu vollständiger Straflosigkeit und verwandelten die Region in das, was Menschenrechtsorganisationen als 'rechtsfreien Raum' für transnationale Kriminalität beschreiben.

Der Niedergang der Familie begann 2023, als von China unterstützte Milizen Laukkai eroberten und Familienmitglieder der Mings festnahmen. Familienpatriarch Ming Xuechang beging in Haft Selbstmord, während sein Sohn Ming Guoping und seine Enkelin Ming Zhenzhen zu denen gehörten, die in dieser Woche hingerichtet wurden.

Regionale Menschenrechtskrise

Die Scam-Center stellen dar, was UN-Menschenrechtsexperten als eine 'humanitäre und Menschenrechtskrise' bezeichnet haben. Hunderttausende gehandelte Personen verschiedener Nationalitäten werden gezwungen, Betrugsoperationen in Einrichtungen in Kambodscha, Myanmar, Laos, den Philippinen und Malaysia durchzuführen.

'Opfer werden entführt, zwischen kriminellen Netzwerken verkauft und gegen ihren Willen festgehalten – nur freigelassen, wenn Familien Lösegeld zahlen,' so UN-Experten. 'Diejenigen, die zu fliehen versuchen, sehen sich Folter, Elektroschocks, Misshandlungen, sexueller Gewalt oder Tod mit Straflosigkeit gegenüber.'

Chinas sich wandelnde Haltung

Jahrelang tolerierte China diese Operationen, da sie hauptsächlich Ausländer ins Visier nahmen, doch der Druck stieg, als mehr chinesische Bürger zu Opfern wurden. Der Wendepunkt kam, als die internationale Medienaufmerksamkeit zunahm und die Vereinigten Staaten den Druck auf Peking erhöhten, Maßnahmen zu ergreifen.

'Erst als der internationale Medienfokus intensiver wurde und China Rufschäden erlitt, begann die Regierung ernsthaft mit der Jagd auf die Kriminellen,' bemerkte China-Korrespondentin Gabi Verberg im ursprünglichen NOS-Bericht.

Die anhaltende Herausforderung

Trotz der hochrangigen Hinrichtungen warnen Experten, dass das Problem weiterbesteht. The New York Times berichtete, dass viele Scam-Center bei Druck einfach umziehen, wobei Myanmars Junta aufgrund der finanziellen Vorteile der Operationen nur begrenztes Engagement für eine echte Ausrottung zeigt.

Die UN schätzt, dass bis zu 120.000 Menschen in solchen Zentren in Südostasien arbeiten könnten, wobei die Industrie laut US-Schätzungen fast 44 Milliarden US-Dollar pro Jahr erwirtschaftet. Während China mit diesen Hinrichtungen seinen regionalen Einfluss geltend macht, bleiben die zugrunde liegenden wirtschaftlichen und politischen Bedingungen, die diese kriminellen Unternehmungen ermöglichen, weitgehend unverändert. Die Region bleibt ein Hotspot für organisierte Kriminalität, Menschenhandel und Cyberbetrug, was eine koordinierte internationale Antwort erfordert, die über symbolische Strafaktionen hinausgeht und die wirtschaftlichen Anreize und politischen Schutzmechanismen angeht, die diese Industrie am Leben erhalten.

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