Melonis engelsgleiche Ähnlichkeit führt zu vatikanischer Intervention
In einer bizarren Kunstkontroverse, die Italien im Griff hält, wurde ein restauriertes Fresko in der historischen Basilika San Lorenzo in Rom nach Intervention des Vatikans gereinigt. Der 83-jährige Künstler Bruno Valentinetti hatte während Restaurierungsarbeiten einen Engel mit einer auffälligen Ähnlichkeit zur italienischen Premierministerin Giorgia Meloni gemalt, was Anwohner dazu veranlasste, die Kapelle als 'Meloni-Kapelle' zu bezeichnen.
Das Fresko, ursprünglich um das Jahr 2000 von Valentinetti in der Kapelle der Heiligen Seelen im Fegefeuer gemalt, wurde nach Wasserschäden restauriert. Als die Arbeiten im Dezember 2025 abgeschlossen waren, bemerkten Besucher jedoch, dass der Cherub nun Gesichtszüge aufwies, die stark denen der italienischen rechtsgerichteten Führerin ähnelten. 'Selbst ein Kind kann sehen, dass es eine Kopie war,' sagte Italienkenner Donatello Piras im ursprünglichen BNR-Bericht.
Von der Leugnung zum Geständnis
Valentinetti bestritt zunächst jede absichtliche Ähnlichkeit und behauptete, er habe lediglich sein Originalgemälde restauriert. 'Sie ähnelt ihr vielleicht ein bisschen aus der Ferne,' beschrieb Piras die Verteidigung des Künstlers. Wie jedoch von The Guardian berichtet, gestand Valentinetti später, dass er den Engel bewusst Meloni nachempfunden hatte.
Die Kontroverse eskalierte, als das Bistum Rom seine Enttäuschung zum Ausdruck brachte, wobei Kardinal Baldassare Reina erklärte, dass 'heilige Kunst nicht missbraucht werden kann.' Laut BBC-Berichten soll der Vatikan angeordnet haben, das Gemälde zu bedecken, was zur Entfernung des Gesichts in der Nacht nach der Schließung der Kirche für Besucher führte.
Politische und kulturelle Folgen
Der Vorfall führte zu Untersuchungen sowohl durch das italienische Kulturministerium als auch durch das Bistum Rom. Kulturminister Alessandro Giuli ordnete eine Untersuchung an, um festzustellen, ob der Restaurator absichtlich Melonis Gesicht hinzugefügt hatte, wie CNN berichtete. Oppositionsparteien nannten die Situation inakzeptabel und warnten vor Kunst, die zu politischer Propaganda wird.
Meloni selbst reagierte mit charakteristischem Humor auf Instagram: 'Nein, ich sehe absolut nicht aus wie ein Engel.' Die Premierministerin, die 2022 die erste weibliche Führerin Italiens wurde, ist seit ihrem Amtsantritt eine polarisierende Figur in der italienischen Politik.
'Typisch italienisches' bürokratisches Drama
Laut Italienkenner Donatello Piras repräsentiert die gesamte Episode etwas Typisch-Italienisches. 'Es beginnt mit etwas Kleinem, dann kommen immer mehr Leute darauf und es stellt sich heraus, dass mehrere Regeln verletzt wurden und verschiedene Behörden ihre Kontrollen nicht durchgeführt haben,' erklärte er. 'Es ist sehr italienisch, sich dann darüber zu ärgern und noch eine zusätzliche Regel oder Behörde hinzuzufügen.'
Die Basilika, eine der ältesten Kirchen Roms aus dem 4. Jahrhundert, erlebte einen ungewöhnlichen Besucheransturm, die das umstrittene Fresko sehen wollten, anstatt zu beten, was die regulären Gottesdienste störte.
Restaurierung und Lösung
Der Plan ist nun, das Fresko in seinen ursprünglichen Zustand vor Valentinettis kontroversem Eingriff zu restaurieren. Da das Fresko relativ jung ist (um 2000 entstanden), suchen Archivare nach Fotos, um die richtige Version festzustellen. 'Danach muss sich der Staub legen,' bemerkte Piras.
Es bleibt unklar, ob Valentinetti das neue Gesicht malen darf oder ob die Aufgabe jemand anderem übertragen wird. 'Es wäre logisch und auch fair, wenn er das selbst machen darf, damit er nicht endgültig auf der Anklagebank landet,' schlug Piras vor.
Der Vorfall hat breitere Fragen über die Schnittstelle von Politik, Kunst und Religion in Italien aufgeworfen, einem Land mit tiefen katholischen Traditionen und einer Geschichte politischer Figuren, die den kulturellen Ausdruck beeinflussen. Während die Untersuchungen andauern, dient der weiße Fleck auf dem Fresko als leere Leinwand für Italiens anhaltende Debatten über Macht, Repräsentation und die Grenzen künstlerischer Freiheit in heiligen Räumen.
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