Restaurierter Fresko-Engel in römischer Basilika ähnelt Meloni

Ein restaurierter Engel in Roms Basilika San Lorenzo in Lucina ähnelt Ministerpräsidentin Meloni, was politische Kontroversen und eine Untersuchung des Kulturministeriums zu möglichen Verstößen gegen das Kulturerbe auslöst.

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Restaurierter Fresko-Engel in römischer Basilika ähnelt Meloni

Ein Restaurierungsprojekt in der jahrhundertealten Basilika San Lorenzo in Lucina in Rom hat eine politische und künstlerische Kontroverse ausgelöst, nachdem ein Fresko-Engel eine auffällige Ähnlichkeit mit der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni aufweist. Die Kontroverse, erstmals berichtet von La Repubblica, hat das italienische Kulturministerium veranlasst, eine offizielle Untersuchung der Restaurierungsarbeiten einzuleiten.

Vom generischen Cherub zum politischen Doppelgänger

Das betreffende Fresko zeigt einen geflügelten Cherub neben einer Marmorbüste des letzten italienischen Königs, Umberto II. Berichten zufolge war das Gesicht des Engels zuvor "generisch", doch nach der Restaurierung weist es nun deutliche Merkmale auf, die Meloni, Italiens erster Ministerpräsidentin, ähneln. Die Restaurierung wurde von Bruno Valentinetti durchgeführt, dem ursprünglichen Künstler, der das Fresko im Jahr 2000 schuf, nachdem das Kunstwerk Wasserschäden erlitten hatte.

Valentinetti, der Verbindungen zu rechten politischen Kreisen hat und früher für den ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi arbeitete, bestreitet jegliche absichtliche Veränderung. "Ich habe wiederhergestellt, was vor 25 Jahren da war," sagte er den Medien. Der Rektor der Basilika räumte jedoch "eine gewisse Ähnlichkeit" mit der Ministerpräsidentin ein.

Politische Gegenwind und kulturelle Bedenken

Die Oppositionspartei Fünf-Sterne-Bewegung reagierte empört und erklärte in einer Stellungnahme, dass "Kunst und Kultur kein Instrument für Propaganda werden dürfen." Die Partei fordert Rechenschaft von Kulturminister Alessandro Giuli, der Roms leitenden Beamten für Kunsterbe angewiesen hat, umgehend eine Inspektion durchzuführen.

Juristen weisen darauf hin, dass die Restaurierung möglicherweise gegen das strenge italienische Kulturerbe- und Landschaftsgesetz verstößt, das willkürliche Veränderungen an Kunstwerken verbietet, die nicht auf wissenschaftlichen Kriterien basieren. Das Gesetz soll Italiens umfangreiches kulturelles Erbe vor unbefugten Änderungen schützen.

Melonis humorvolle Reaktion

Ministerpräsidentin Meloni selbst reagierte mit charakteristischem Humor auf die Kontroverse. In einem Facebook-Beitrag mit dem Fresko schrieb sie: "Nein, ich sehe offensichtlich nicht wie ein Engel aus", begleitet von einem lachenden Emoji.

Breitere Implikationen für den Kulturerhalt

Der Vorfall unterstreicht die anhaltenden Spannungen in Italien zwischen strengen Denkmalschutzstandards und politischen Einflüssen auf kulturelle Restaurierungsprojekte. Die Basilika San Lorenzo in Lucina, die aus dem 5. Jahrhundert stammt, beherbergt zahlreiche Kunstschätze, darunter Werke von Gian Lorenzo Bernini, und ist die Grabstätte des französischen Malers Nicolas Poussin.

Pfarrer Daniele Micheletti erklärte, dass die Restaurierung aufgrund von Wasserschäden notwendig war, und wies darauf hin, dass das ursprüngliche Fresko aus dem Jahr 2000 nicht unter Denkmalschutz stand. Kritiker behaupten jedoch, dass selbst nicht geschützte Kunstwerke in historisch bedeutenden Umgebungen ihre künstlerische Integrität wahren müssen.

Während die Untersuchung andauert, wirft die Kontroverse wichtige Fragen zur Aufsicht über Restaurierungsprojekte und die mögliche Politisierung von Italiens kulturellen Institutionen auf. Das Ergebnis könnte Präzedenzfälle dafür schaffen, wie Italien künstlerische Freiheit und Kulturerhalt in einem zunehmend polarisierten politischen Klima in Einklang bringt.

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