Netanjahu vor Hamas-Angriff am 7. Oktober gewarnt

Netanjahu wurde laut Haaretz-Buch zehn Tage vor dem Hamas-Angriff am 7. Oktober gewarnt. VAE-Präsident warnte; Netanjahu dementiert. 1.200 Tote, 251 Geiseln.

Netanjahu vor Hamas-Angriff am 7. Oktober gewarnt
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Ausgabe: DE

Laut einem neuen Buch von Haaretz-Journalisten wurde Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mehr als eine Woche vor dem Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023 persönlich gewarnt. Das Buch Hostages: 843 Days of Abandonment behauptet, der VAE-Präsident Mohamed bin Zayed Al Nahyan habe Netanjahu in einem 45-minütigen Telefonat aus Abu Dhabi informiert. Netanjahu habe nicht reagiert. Der Hamas-Angriff am 7. Oktober tötete rund 1.200 Menschen, nahm 251 Geiseln und löste den tödlichsten Krieg in der Geschichte Israels aus.

Was das neue Buch behauptet

Die Haaretz-Reporter Shlomi Eldar und Ruth Yuva stützen sich auf Dutzende Interviews, auch mit hohen Beamten und einem palästinensischen Berater bin Zayeds. Im September 2023 soll Sinwar einem Fatah-Funktionär (Deckname „Kohlauge“) gesagt haben: „Sagen Sie den Israelis: Wenn keine Fortschritte erzielt werden, erwartet sie ein Zilal, ein Erdbeben – eine große Überraschung.“ Der Fatah-Mann zögerte, Israels Sicherheitskräfte zu warnen, und wandte sich stattdessen an bin Zayed. Nach Rückfrage bestätigte Sinwar die Vorbereitung einer „erschreckenden Operation“, woraufhin der VAE-Präsident Netanjahu anrief.

Netanjahus Reaktion und Dementi

Laut dem Buch sagte bin Zayed dem Premier, ein großer Angriff würde Blutvergießen und regionale Destabilisierung auslösen. Zu seiner Überraschung reagierte Netanjahu gelassen: Israel sei auf jedes Szenario vorbereitet. Präsident Jitzchak Herzog bestätigte den Autoren, bin Zayed habe gespürt, dass die Region explodieren würde: „Er sprach oft mit mir; der Emir schien zu spüren, dass es bald losgehen würde.“ Netanjahus Büro nannte den Bericht eine „absolute Lüge“; ein Anruf habe nie stattgefunden. Netanjahu schiebt Militär und Geheimdiensten die Schuld zu und lehnt eine unabhängige Untersuchung ab.

Politische Folgen vor Israels Wahl

Sieben Wochen vor Israels Parlamentswahl 2026 wirken die Vorwürfe politisch explosiv. Oppositionsführer wie Eisenkot, Bennett und Golan nennen Netanjahu ungeeignet und fordern Aufklärung. Die Öffentlichkeit verlangt seit Langem eine unabhängige Untersuchung – Netanjahu blockiert. Weil er nie Verantwortung übernahm, könnte die Warnung selbst seine Likud-Basis erschüttern; eine Bestätigung wäre eine schwere Rechenschaftskrise.

Ein Muster verpasster Warnungen

Schon früher wurde berichtet, Israel habe detaillierte Hamas-Angriffspläne über ein Jahr vor dem 7. Oktober gekannt. Die Armee räumte ein, jahrelang die Absichten der Hamas falsch eingeschätzt zu haben; selbst Signale am Vortag wurden ignoriert. Auch Ägyptens Geheimdienst soll gewarnt haben. Neu ist, dass die Warnung Netanjahu direkt von einem Staatschef erreichte.

Häufig gestellte Fragen

Wurde Netanjahu vor dem Angriff am 7. Oktober gewarnt?

Laut dem Buch warnte bin Zayed Netanjahu etwa zehn Tage vor dem Angriff. Netanjahu bestreitet das Telefonat.

Was soll der VAE-Präsident Netanjahu gesagt haben?

Sinwar bereite eine „erschreckende Operation“ vor, ein „Erdbeben“, warnte bin Zayed.

Wie viele Menschen wurden am 7. Oktober 2023 getötet?

Etwa 1.200 Menschen starben, 251 wurden verschleppt.

Hat Netanjahu die Verantwortung für das Versagen am 7. Oktober übernommen?

Nein – er gibt Militär und Geheimdiensten die Schuld und verweigert eine unabhängige Untersuchung.

Warum ist dieser Bericht jetzt bedeutsam?

Er kommt sieben Wochen vor der Wahl und könnte Netanjahus Führung gefährden.

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