Eurovision 2026: EBU verwarnt Israel wegen Stimmaufruf

EBU verwarnt Israels Sender KAN wegen Stimmaufrufs von Noam Bettan beim Eurovision 2026. Neue strenge Regeln auf dem Prüfstand, während fünf Länder aus Protest gegen Gaza boykottieren. Finale in Wien 12.–16. Mai.

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EBU gibt israelischem Sender KAN offizielle Verwarnung

Die Europäische Rundfunkunion (EBU) hat dem israelischen öffentlich-rechtlichen Sender KAN eine offizielle Verwarnung erteilt, nachdem dessen Eurovision-2026-Teilnehmer Noam Bettan Videos veröffentlicht hatte, in denen er die Zuschauer aufforderte, mehrfach für seinen Beitrag 'Michelle' zu stimmen. Eurovision-Direktor Martin Green bestätigte die Verwarnung im Interview mit dem norwegischen Sender TV 2 und erklärte, die Kampagne verstoße gegen die Wettbewerbsregeln und den Geist des fairen Wettbewerbs. Der Vorfall ist der erste große Test der strengeren Abstimmungsregeln, die für die 70. Ausgabe des Wettbewerbs eingeführt wurden, der vom 12. bis 16. Mai 2026 in Wien, Österreich, stattfindet.

Hintergrund: Strengere Regeln nach Kontroverse 2025

Die Verwarnung erfolgt inmitten verschärfter Prüfung der Abstimmungsintegrität beim Eurovision. Nach dem Wettbewerb 2025 – bei dem Israels Yuval Raphael die öffentliche Abstimmung gewann und insgesamt Zweiter wurde – führte die EBU weitreichende Regeländerungen ein. Dazu gehören die Reduzierung der maximalen Anzahl von Televotes pro Zahlungsmethode von 20 auf 10, die Rückkehr professioneller Jurys in die Halbfinals zum ersten Mal seit 2022 und verbesserte technische Schutzmaßnahmen zur Erkennung koordinierter Abstimmungen. Die EBU verabschiedete auch strengere Regeln gegen unverhältnismäßige Werbung, die Kampagnen Dritter, einschließlich Regierungen, ausdrücklich missbilligt. Die