Ein Jahr nach dem Trump-Putin-Gipfel von Anchorage ist der „Geist von Anchorage“ zerbrochen, und die Friedensverhandlungen zur Ukraine bleiben blockiert. Am 15. August 2025 rollte US-Präsident Donald Trump für Russlands Präsidenten Wladimir Putin auf der Joint Base Elmendorf-Richardson in Alaska den roten Teppich aus und brach damit mit der westlichen Isolation Moskaus. Das Treffen endete abrupt – ohne gemeinsame Erklärung, ohne Pressefragen – und US-Außenminister Marco Rubio sagt nun, dass nie eine Vereinbarung getroffen wurde. Putin erklärte „Nächstes Mal in Moskau“, aber ein Gegenbesuch fand nie statt.
Was geschah beim Gipfel von Anchorage?
Der Trump-Putin-Gipfel in Anchorage war das erste von den USA ausgerichtete russisch-amerikanische Präsidententreffen seit 2007 und Putins erster Besuch in den Vereinigten Staaten seit 2015. Trump empfing Putin mit einem militärischen Überflug und ließ ihn sogar in „The Beast“, der Präsidentenlimousine, mitfahren. Der ehemalige US-Botschafter John Sullivan nannte die Behandlung „eines Verbündeten würdig statt eines Gegners“. Der Gipfel wurde als möglicher Durchbruch für die Ukraine genau beobachtet, brachte aber weder Waffenruhe noch eine formelle Vereinbarung. Die Russland-Ukraine-Friedensgespräche, die folgen sollten, sind inzwischen gescheitert.
Warum stocken die Friedensverhandlungen zur Ukraine?
Russland-Experte Hubert Smeets sagt, die US-Position habe sich seit Anchorage nicht verändert: „Die Ukraine muss Zugeständnisse machen, und es wird eine Waffenruhe ohne US-Sicherheitsgarantien geben.“ Professor Frans Osinga für Kriegsstudien stimmt zu und weist darauf hin, dass Washington weiterhin verlangt, dass die Ukraine Gebiete abtritt und auf eine künftige NATO-Mitgliedschaft verzichtet. Zu den wichtigsten Streitpunkten gehören:
- Die Ukraine muss Gebiete abtreten, darunter den Donbas
- Die Ukraine muss auf eine künftige NATO-Mitgliedschaft verzichten
- Waffenruhe ohne US-Sicherheitsgarantien
- Russland verlangt Sanktionserleichterungen
Laut Smeets „ist der Geist von Anchorage tot, aber ich glaube, er hat nie existiert.“ Als Beleg verweist er auf das Fehlen eines gemeinsamen Kommuniqués und das abrupte Ende.
Russland wendet sich nach innen und eskaliert Angriffe
Eine wesentliche Verschiebung ist, dass Russland die USA nicht mehr als entscheidenden strategischen Partner betrachtet. „In Russland gibt es keine Strategie mehr, in der die USA eine entscheidende Rolle spielen“, sagt Smeets. Moskau konzentriert sich nun verstärkt auf wirtschaftliche und physische Zerstörung in der Ukraine, einschließlich Angriffen auf Getreideexport-Infrastruktur. Im August 2026 griff die Ukraine das russische Schwarzmeer-Getreidezentrum Noworossijsk an, während Russland Odessa blockierte – und trieb damit die globalen Weizenpreise in die Höhe. Smeets warnt: „Das werden wir diesen Herbst auch in den Niederlanden beim Bäcker spüren.“
Selenskyjs Position stärkt sich trotz Patriot-Raketenkrise
Die Front hat sich kaum bewegt, und Russland hält ungefähr dasselbe Territorium wie im Frühjahr 2022. Osinga sagt, die Ukraine habe die russische Logistik wirksam gestört und damit die Position von Präsident Wolodymyr Selenskyj gestärkt. Allerdings steht Selenskyj vor einem kritischen Mangel an Patriot-Abfangraketen – der einzigen zuverlässigen Verteidigung gegen russische ballistische Raketen. Nach einem verheerenden Angriff auf Kiew am 5. August 2026 mit mindestens 17 Toten fing die Ukraine fast 90 % von 115 Drohnen ab, aber keine der 24 ballistischen Raketen. Trump erteilte zunächst eine Lizenz zum Bau von Patriots, zog sie dann teilweise zurück, und die US-Bestände sind um etwa 65 % gesunken. Smeets sagt, Selenskyj habe die Türen des Weißen Hauses offen gehalten, aber wenig dafür erhalten.
Wie geht es weiter für den Krieg und Europa?
Europäische und ukrainische Vertreter akzeptieren eine eingefrorene Front nicht länger. Russland eskaliert mit Hilfe Nordkoreas, die nicht mehr geheim ist, und Moskau kann mehr ballistische Raketen produzieren als die Ukraine. Die Ukraine reagiert mit Langstrecken-Drohnenangriffen tief in Russland, um die Kosten zu erhöhen und die Energieinfrastruktur zu treffen. Osinga sagt, Putins Prestige sei mit dem Krieg verbunden, daher werde er wahrscheinlich nicht nachgeben. Die Eskalation des Ukraine-Krieges bedroht nun die globale Ernährungssicherheit und die europäische Verteidigungsplanung.
FAQ
Was war der „Geist von Anchorage“?
Es war der diplomatische Optimismus nach dem Trump-Putin-Gipfel vom 15. August 2025 in Alaska, aber es wurde keine formelle Vereinbarung erzielt, und Experten sagen, er habe nie wirklich existiert.
Warum endete der Gipfel von Anchorage abrupt?
Das Treffen endete ohne gemeinsame Erklärung und ohne Pressefragen. Putin sagte „Nächstes Mal in Moskau“, aber ein Folgetreffen fand nicht statt.
Gehen der Ukraine die Patriot-Raketen aus?
Ja. Die Ukraine leidet unter einem schweren Mangel an Patriot-Abfangraketen, nachdem US-Lieferungen in den Iran-Konflikt umgeleitet wurden und eine versprochene Produktionslizenz teilweise zurückgezogen wurde.
Wie wirken sich Angriffe auf Getreidehäfen auf die globalen Lebensmittelpreise aus?
Gegenseitige Angriffe auf Getreidehäfen am Schwarzen Meer stören die Exporte und treiben die globalen Weizenpreise in die Höhe, mit Auswirkungen, die bis Herbst 2026 in Europa erwartet werden.
Hat Nordkorea seine Unterstützung für Russland verstärkt?
Ja. Nordkoreas militärische Unterstützung für Russland wird inzwischen offen anerkannt und hat sich intensiviert, was den Druck auf die Ukraine erhöht.
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